Kabarettistin Lioba Albus im Interview
„Münster ewig zu Dank verpflichtet“

Münster -

Die Kabarettistin Lioba Albus kommt mit ihrem zwölften Soloprogramm „Das Weg ist mein Ziel“ nach Münster. Vorab verrät sie im Interview, warum sie eine große Klappe hat, welche Eigenschaft ihrer Figur Mia Mittelkötter sie gerne hätte und warum sie Münster ewig dankbar ist.

Donnerstag, 24.01.2019, 11:00 Uhr
Lioba Albus wuchs in der sauerländischen Stadt Attendorn auf. Seit 1991 tritt sie als Kabarettistin auf, vor allem auf Bühnen, aber auch im Rundfunk und im Fernsehen.
Lioba Albus wuchs in der sauerländischen Stadt Attendorn auf. Seit 1991 tritt sie als Kabarettistin auf, vor allem auf Bühnen, aber auch im Rundfunk und im Fernsehen. Foto: pd

Die Kabarettistin und Schauspielerin Lioba Albus ist auf den Fernseh- und Kleinkunstbühnen des Westens zu Hause. Mit ihrem zwölften Soloprogramm „Das Weg ist mein Ziel“ gastiert sie am 9. Februar (Samstag) im Bennohaus. Im Gespräch mit unserem Redakteur Pjer Biederstädt verrät die 60-jährige Wahl-Dortmunderin, warum sie eine große Klappe hat, welche Eigenschaft ihrer Figur Mia Mittelkötter sie gerne hätte und warum sie Münster ewig dankbar ist.

Ihr aktuelles Programm heißt „Das Weg ist mein Ziel“. Wohin wollen Sie denn?

Lioba Albus: Ich möchte am liebsten dahin, wo solche Plattitüden wie „Ich bin dann mal weg“ oder „Alle Wege führ‘n nach Rom“ nicht so inflationär benutzt werden. Wo wieder echte Kommunikation und respektvoller Umgang miteinander möglich sind. Das heißt natürlich auch: weg von der Social-Media-Abhängigkeit.

Was verbirgt sich hinter dem Titel?

Albus: Ich möchte mit dem Titel diese Utopie ad absurdum führen, dass es ein echtes „weg“ geben kann. Niemand ist wirklich weg, sondern nur gerade woanders – innerlich oder äußerlich.

Sie kommen aus dem Sauerland und haben sechs Geschwister. Eigentlich blieb Ihnen keine andere Wahl, als Kabarettistin zu werden, oder?

Albus: Ja, das jüngste von sieben Kindern zu sein, bedeutet, sich eine große Klappe als Überlebensstrategie anzueignen. Und eine große Klappe ist auf der Bühne tatsächlich ganz günstig.

Was hat Ihre Figur Mia Mittelkötter, was Sie gern hätten?

Albus: Mia Mittelkötter ist stets der Überzeugung, im Recht zu sein. Sie ist hoffnungslos selbstüberschätzend. Davon würde ich mir privat und als Lioba manchmal gerne eine kleine Scheibe abschneiden. Auch so dreist wie Mia bin ich privat kein bisschen – manchmal schade.

Sie machen seit 1991 Kabarett. Was haben Sie im Laufe Ihrer zwölf Soloprogramme gelernt?

Albus: Ich bin im Laufe der Jahre immer entspannter geworden. Zwar gehe ich nach wie vor noch mit fertig geschriebenen Texten auf die Bühne, aber ich erlaube mir mehr und mehr, auch zu improvisieren, abzuschweifen und mich auf Nebenstrecken einzulassen. Ich komme also ganz gerne vom Weg ab, wenn die Situation es erlaubt. Ich mag es, wenn mein Publikum etwas hereinruft und ich darauf eingehen kann.

Worin besteht der Unterschied zwischen einem Auftritt im Fernsehen und auf der Bühne?

Albus: Im Fernsehen bist du als Künstlerin viel eingeschränkter. Du musst ge­naue Zeiten einhalten, darfst nicht plötzlich aus dem Licht rennen und musst darauf achten, welche Kamera dich gerade im Bild hat. Das lässt dann leider keinen Raum für Spontaneität.

Was erwartet die Zuschauer am 9. Februar im Bennohaus?

Albus: Ein Kaleidoskop von unterschiedlichen Bühnenfiguren, die sich mal hochkomisch, mal aber auch eher ernster mit dem Thema Weg, weg, weglassen und wegnehmen befassen. Wegbleiben ist also sinnlos.

Was verbindet Sie persönlich mit Münster?

Albus: Münster ist die Geburtsstadt meines Mannes. Ich bin dieser Stadt also zu ewigem Dank verpflichtet.

Zum Thema

9. Februar (Samstag), 20 Uhr, Bennohaus, Bennostraße 5, VVK 19 € (ermäßigt 15 €), AK 22 € (ermäßigt 18 €). Tickets gibt es an der Infothek im Bennohaus unter ' 02 51/60 96 73.

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