Gievenbecker Hobby-Fotografin im Portrait
Kleine Kamera, große Wirkung

Münster-Gievenbeck -

Der „Blutmond“ war in dieser Woche wohl eines der meistfotografierten Ereignisse. Eine tolle Foto-Collage ist dabei der Gievenbecker Hobby-Fotografin Dr. Cornelia Schmitt-Riegraf geglückt – und das mit einer kleinen Kompakt-Kamera.

Donnerstag, 24.01.2019, 12:00 Uhr
Dr. Cornelia Schmitt-Riegraf hat den „Blutmond“ fotografisch eingefangen.
Dr. Cornelia Schmitt-Riegraf hat den „Blutmond“ fotografisch eingefangen. Foto: Cornelia Schmitt-Riegraf

Auf diesen Moment hat Dr. Cornelia Schmitt-Riegraf lange gewartet: In der sogenannten „Blutmond-Nacht“ am 21. Januar ist sie früh aufgestanden und hat das Naturschauspiel fotografisch festgehalten. Das Ergebnis ist eine beeindruckende Collage aus acht Bildern.

Dazu verwendete die Gievenbecker Hobby-Fotografin nicht etwa eine teure Spiegelreflex-Kamera, sondern eine kleine „Kompakte“, wie sie schmunzelnd gesteht. Mit dieser hat sie auch schon andere Aufnahmen – ja sogar Filme – gemacht, die sie auch ins Internet stellt – eigener Youtube-Kanal inklusive. Es ist nicht ihre einzige künstlerische Ader.

„Die Natur ist meine Passion“, gesteht die Doktorin der Mineralogie. Ihre Liebe zur Fotografie entdeckte sie zu Studentenzeiten: „Da hatte ich mir eine analoge Kamera gekauft“, erinnert sie sich. Eine „Ringfoto-Spiegelreflex“ sei das gewesen. Für ihre Diplomarbeit reiste sie nach Ecuador, für ihre Doktorarbeit war sie in Kolumbien unterwegs. „Da musste ich natürlich auch wissenschaftliche Fotos machen.“

Dr. Cornelia Schmitt-Riegraf zeigt in ihrem Atelier die kleine Kompakt-Kamera, mit der sie so erstaunliche Ergebnisse erzielt.

Dr. Cornelia Schmitt-Riegraf zeigt in ihrem Atelier die kleine Kompakt-Kamera, mit der sie so erstaunliche Ergebnisse erzielt. Foto: Kay Böckling

Im Jahr 2005 stieg die Gievenbeckerin dann in die Digitalfotografie ein: „Ich legte mir eine einfache Kompakt-Kamera zu.“ Als die dann irgendwann ihren Geist aufgab, suchte sie nach einem neuen Gerät. „Die Olympus habe ich dann bei E-Bay für 30 Euro ersteigert – ursprünglich kostete sie 100 Euro.“ Doch was Cornelia Schmitt-Riegraf aus diesem gegenüber anderen Kameras vergleichsweise günstigen Gerät herauszaubert, das ist schon beachtlich.

„Ich fahnde mit meiner Kamera vor allem im eigenen, naturnahen Garten und in der Umgebung von Münster nach Pflanzen, Flechten, Pilzen und allem, was da so kreucht und fleucht“, so die Fotografin zu ihren „Akteuren“, die da wären: „Insekten, Spinnen, Amphibien, Vögel, Mäuse oder Igel.“ Besonders faszinierend findet sie die eherer ungeliebten Krabbeltiere: „Wanzen, Fliegen und Mücken, aber auch Zikaden und Käfer.

Dieses Getier nimmt sie im Supermakro-Modus auf. Das hat zur Folge, dass die Tiere – in der Realität vielleicht einen Zentimeter groß – auf den Bildern riesig erscheinen. Beeindruckend ist beispielsweise die Aufnahme einer Goldwespe oder einer Mücke, bei der jedes einzelne Haar zu erkennen ist.

Neben ihrer kleinen „Olympus“ hat sich Cornelia Schmitt-Riegraf auch eine etwas größere Kamera zugelegt, die aber auch nicht die Welt kostet: „Ich versuche halt, nicht soviel Geld auszugeben. Ich bin kein Profi es soll Spaß machen.“ Der Blick auf die Bilder erweckt aber einen anderen Eindruck. Wie auch das beeindruckende Video des Schlüpfens kleiner Marienkäfer – zu sehen auf ihrem Youtube-Kanal .

Neben der Fotografie hat sich die Gievenbeckerin auch der Malerei verschrieben. Ihre neueste Leidenschaft disbezüglich: „Liquid Painting, das ist ja jetzt ganz modern.“ Dabei handelt es sich um eine Technik, bei der der Künstler die Acrylfarben ineinander fließen lässt: „Damit habe ich schon über 100 Bilder gestaltet.“ Ob sie irgendwann mal eine Ausstellung organisiert, darüber ist sie sich noch unschlüssig: „Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie man das anstellt.“

Doch zurück zum „Blutmond“: „Ich habe schon im Sommer versucht, die Mondfinsternis zu fotografieren.“ Doch der erste Versich scheiterte, weil der Mond für die Fotografin ungünstig stand. Diesmal befand sich der Mond in einer günstigeren Position, die Aufnahmen machte die Ruheständlerin von ihrem Balkon aus.

Natürlich war es unabdingbar, ein Stativ zu benutzen. Je nach Fortschritt der Finsternis musste Cornelia Schmitt-Riegraf die Kamera drehen. Mit der Programm-Automatik, die auch ihre Kamera im Bedienungsmenü hat, könne man solche Aufnahmen wie vom „Blutmond“ allerdings nicht machen. „Es reicht nicht, sich einfach die Kompaktkamera zu kaufen und zu versuchen, so ein Ereignis zu fotografieren. Das klappt nicht. Da musste ich mein Gerät schon überlisten.“ Welche Tricks und Kniffe sie dabei verwendet, bleibt indes ihr Künstlergeheimnis.

 

 

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