Organisatorin der Klima-Kundgebung im Interview
Schüler-Protest in Münster: „Nächste Demo bereits angemeldet“

Münster -

800 Schüler und Studenten haben am vergangenen Freitag unter dem Titel „Fridays for Future“vor dem historischen Rathaus für eine nachhaltigere Klimapolitik demonstriert. Im Interview zieht die 20-jährige Organisatorin Carla Reemtsma Bilanz, kündigt eine Fortsetzung an und stellt sich kritischen Stimmen.

Freitag, 25.01.2019, 11:50 Uhr aktualisiert: 25.01.2019, 11:59 Uhr
Carla Reemtsma ist 20 Jahre alt, studiert in Münster Politik und Wirtschaft und setzte sich für eine konsequentere Klimapolitik ein.
Carla Reemtsma ist 20 Jahre alt, studiert in Münster Politik und Wirtschaft und setzte sich für eine konsequentere Klimapolitik ein. Foto: Oliver Werner

Bundesweit haben Schüler und Studenten am vergangenen Freitag unter dem Titel „Fridays for Future“ für eine nachhaltigere Klimapolitik demonstriert. In Münster versammelten sich 800 junge Menschen vor dem historischen Rathaus. Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, halten die Klimaschützer am heutigen Freitag um 14 Uhr eine Mahnwache auf dem Prinzipalmarkt ab. Im Gespräch mit unserem Redakteur Pjer Biederstädt zieht die 20-jährige Organisatorin Carla Reemtsma Bilanz, kündigt eine Fortsetzung an und stellt sich kritischen Stimmen.

Wie fällt Ihr Fazit der Protest-Aktion mit ein paar Tagen Abstand aus?

Carla Reemtsma: Total positiv. Die Menge der Menschen war überwältigend. Wir hatten 100 Teilnehmer angemeldet, gekommen sind fast zehn Mal so viele.

Der Streik für das Klima war die erste Demonstration, die Sie organisiert haben. Welche Erfahrungen haben Sie gesammelt?

Reemtsma: Toll war das positive Feedback, die Begeisterung der Teilnehmer, die wir aufsaugen konnten. Aus organisatorischer Sicht müssen wir darauf vorbereitet sein, mehr Ordner zu stellen. Zudem können wir an dem Programm feilen, vielleicht noch Redner einbinden, die nicht aus unserem Kontext stammen. Eine Überlegung wäre es, eine größere Route, die an Schulen vorbeiführt, zu laufen.

Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik

1/29
  • Schüler und Studenten streiken am 18. Januar 2019 in der Innenstadt von Münster für eine nachhaltigere Klimapolitik.

    Foto: Oliver Werner
  • Nach Polizeiangaben folgten 400 bis 500 Teilnehmer dem Aufruf. Angemeldet hatten die Organisatoren 100 Demonstranten.

    Foto: Oliver Werner
  • Einige Schüler wurden von ihren Schulen freigestellt für die Zeit, die meisten mussten jedoch „schwänzen“, um an der Demo teilzunehmen.

    Foto: Oliver Werner
  • Nach einer ersten Kundgebung auf dem Prinzipalmarkt vor dem historischen Rathaus wurde die Kundgebung kurzerhand von der Polizei auf den Domplatz verlegt. Von dort zogen die Schüler zum Schlossplatz und wieder zurück zum Rathaus.

    Foto: Oliver Werner
  • Mit zahlreichen Plakaten forderten die Schüler und Studenten eine nachhaltigere Klimapolitik.

    Foto: Oliver Werner
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Oliver Werner
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Oliver Werner
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Oliver Werner
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Oliver Werner
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Oliver Werner
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Oliver Werner
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Oliver Werner
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Oliver Werner
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Oliver Werner
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Oliver Werner
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Oliver Werner
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Oliver Werner
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Oliver Werner
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Oliver Werner
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Oliver Werner
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Oliver Werner
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Oliver Werner
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Oliver Werner
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Oliver Werner
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Oliver Werner
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Pjer Biederstädt
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Pjer Biederstädt
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Pjer Biederstädt
  • Schüler und Studenten demonstrieren für nachhaltigere Klimapolitik Foto: Pjer Biederstädt

Das hört sich nach weiteren Kundgebungen an.

Reemtsma: Ja, wir werden die Aktion fortsetzen. Jeden Freitag werden wir vor dem Rathaus Mahnwachen abhalten, allerdings in deutlich geringerer Teilnehmerzahl. Die nächste große Demo ist bereits für den 1. Februar angemeldet.

Welche Motivation steckt dahinter, weiter auf die Straße zu gehen?

Reemtsma: Der Klimaschutz ist unserer Generation ein unglaublich wichtiges Anliegen. Die Dringlichkeit ist groß, deshalb müssen wir jetzt nachlegen.

Hat die Demonstration die von Ihnen gewünschte Wirkung erzielt?

Reemtsma: Definitiv. Wir waren überall in den Medien präsent. Ich bin mir sicher, dass wir die politischen Entscheidungsträger erreichen konnten. Und ich hoffe, dass sie handeln. Schließlich haben junge Leute, also potenzielle Wähler der Zukunft, ein starkes Zeichen gesetzt.

Schülerstreik: Drei Fragen an Organisatorin Carla Reemtsma

Es gab Kritiker, die gesagt haben, die Demonstration hätte nach der Schule stattfinden sollen und nicht auf Kosten von Unterricht stattfinden dürfen. Wie stehen Sie zu dem Vorwurf?

Reemtsma: Das ist ja genau der Punkt. Die Aufmerksamkeit, die wir bekommen haben, war unter anderem deshalb so groß, weil wir es in der Schulzeit veranstaltet haben. Darum ist auch die nächste Kundgebung wieder für 10 Uhr geplant.

Einige Schüler mussten für die Demo Schule „schwänzen“. Würden Sie sich wünschen, dass die Schulleiter die Schüler für solche Aktionen freistellen?

Reemtsma: Das wäre grundsätzlich toll. Das aktive Erlernen von demokratischer Teilhabe in der Praxis ist sicher lehrreicher als drei verpasste Unterrichtsstunden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6343773?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Rund 75 Autos brennen im Parkhaus
Großbrand am FMO: Rund 75 Autos brennen im Parkhaus
Nachrichten-Ticker