Neujahrsempfang des Uniklinikums Münster
Erneuter Appell an Düsseldorf: 370 Millionen reichen bei weitem nicht aus

Münster -

Deutliche Worte im festlichen Rahmen: Der Vorstandsvorsitzende des Uniklinikums Münster, Prof. Robert Nitsch, fordert von der Düsseldorfer Landesregierung weitere millionenschwere Zuschüsse. Warum, erklärte er beim Neujahrsempfang des UKM.

Donnerstag, 24.01.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 25.01.2019, 08:06 Uhr
Der Vorstand des Universitätsklinikums begrüßte am Donnerstagabend zahlreiche Gäste zum Neujahrsempfang (v.l.): Prof. Dr. Claudia Rössig, Dr. Christoph Hoppenheit, Prof. Dr. Dr. Robert Nitsch, Prof. Dr. Mathias Herrmann und Thomas van den Hooven.
Der Vorstand des Universitätsklinikums begrüßte am Donnerstagabend zahlreiche Gäste zum Neujahrsempfang (v.l.): Prof. Dr. Claudia Rössig, Dr. Christoph Hoppenheit, Prof. Dr. Dr. Robert Nitsch, Prof. Dr. Mathias Herrmann und Thomas van den Hooven. Foto: Oliver Werner

Klare Kante in Richtung Düsseldorf: Der ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums Münster ( UKM ), Prof. Dr. Dr. Robert Nitsch , erneuerte am Donnerstagabend im Rahmen des gemeinsamen Neujahrsempfangs mit der Medizinische Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität vor rund 250 Gästen, darunter auch Nitsch-Vorgänger Prof. Dr. Norbert Roeder, im Hörsaalgebäude auf dem Albert-Schweitzer-Campus seine Millionenforderung an die schwarz-gelbe Landesregierung. „Das UKM ist vom Land NRW immer wieder auf Entscheidungen im nächsten Jahr vertröstet worden“, kritisierte der Klinikchef das Fehlen umfassender Zuschüsse. Die dringend notwendige Gesamtmodernisierung des Großkrankenhauses lässt daher weiterhin auf sich warten.

„Es endet die Nutzungszeit eines solchen Gebäudes, wenn es nicht grundlegend saniert wird.“ Nitsch sei zum Amtsantritt 2017 die Aufgabe gestellt worden, dass der zwischen Land und UKM vereinbarte Masterplan 2025 umgesetzt werde. „Dazu muss das Land, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft, dem UKM die Mittel geben. Münster ist dran, und zwar jetzt“, appellierte Nitsch. Die bislang zugesagten 370 Millionen Euro reichten bei weitem nicht aus, vergleichbare Universitätskliniken würden derzeit für eine Milliarde Euro neu aufgestellt.

Dringend notwendige Investitionen seien auf dem Campus nötig, allein in den vergangenen zehn Jahren seien in Münster mehr als 300 Millionen Euro selbst erwirtschaftet worden. Ein Spitzenwert unter den Uniklinika nicht nur in NRW.

Das eigene Millionendefizit verschwieg er nicht, zeigte sich aber optimistisch: „Trotz der Bettensperrungen durch den Fachkräftemangel in der Pflege greift unser Beitrag zur Konsolidierung, nachhaltig, Schritt für Schritt. Wir haben 2018 ein erstaunliches Leistungsgeschehen gesehen. Das UKM ist eines der leistungsstärksten Uniklinika in NRW, wenn nicht in Deutschland“, sagte Nitsch.

Insgesamt sind mehr als 10 800 Menschen am UKM und bei den Töchterfirmen beschäftigt. Das Defizit im Geschäftsjahr 2017 lag bei etwa 30 Millionen Euro. Auch weil Betten gesperrt und Operationssäle wegen des Fachkräftemangels geschlossen werden mussten. Im Frühjahr wird bekannt, wie der Jahresabschluss des Jahres 2018 war.

Von den 170 eingestellten ausländischen Kräften seien im Anschluss an die Anerkennungsverfahren 35 nach erfolgreicher Prüfung fachlich vollständig als Gesundheits- und Krankenpfleger anerkannt worden. 90 weitere durchliefen die Prüfung im ersten Halbjahr.

Dekan Prof. Dr. Mathias Herrmann erinnerte an die Zusagen für zahlreiche neue Forschungsprojekte an der Medizinischen Fakultät. Dass der Exzellenzcluster „Cells in Motion“ ab Ende 2019 keine Weiterförderung mehr erhalte, sei enttäuschend. Gleichwohl seien durch die erfolgreiche Arbeit beispielgebende Strukturen entstanden. Der Schwerpunkt 2019 soll auf dem weiteren Aufbau forschungsförderlicher Strukturen liegen, die eine schnelle und effiziente Umsetzung präklinischer Forschung in klinische Entwicklung unterstützten.

Oberbürgermeister Markus Lewe überbrachte am Donnerstagabend eine Videobotschaft, mit einem Wink nach Düsseldorf. „Denken sie daran, es gibt auch Westfalen, und da brauchen wir ein bisschen Geld für – und nicht nur ein bisschen, das geht in die Millionenhöhe.“  

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