Kommentar zum Holocaust
Ein Thema für die Schule

Münster -

Nicht alle Jugendlichen interessiert das Thema gleichermaßen. Sicher ist aber, dass der Holocaust für die meisten Jüngeren eines der einschneidendsten deutsch-geschichtlichen Themen darstellt.

Sonntag, 27.01.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 27.01.2019, 14:21 Uhr

Wie wichtig ist es eigentlich für uns Jugendliche sich mit dem Thema Holocaust zu beschäftigen und gehört es unserer Meinung nach auf den Unterrichtsplan?

Zunächst muss gesagt werden, dass nicht alle Jugendlichen dieses Thema gleichermaßen interessiert. Sicher ist jedoch, dass das Thema „Holocaust“ für die meisten der jüngeren Generationen eines der einschneidendsten deutsch-geschichtlichen Themen darstellt. Dabei geht es nicht nur darum, dass dieses Ereignis noch so unmittelbar vor unserer Gegenwart liegt, vielmehr spielt das damals so unbegreiflich unmenschliche Handeln eine entscheidende Rolle. Es ist die seelenlose Umsetzung des systematischen Völkermordes und dem verbundenen einzigartigen Perfektionismus,  der eine Mischung aus Grauen, Fassungslosigkeit und Interesse auslöst und auf der anderen Seite das  Vertrauen in die Menschheit erschüttert. Das Thema erzeugt einen ungewollten Bann und - geschockt von seiner eigenen Faszination - wird einem bewusst, dass es so etwas wie den Holocaust nicht mehr geben darf. Folglich entstehen öfters hitzige Diskussionen in Familien- und Freundeskreis. Ideologien und Schemata dieser Zeit werden auf die unsere Gegenwart bezogen und einige Jugendliche engagieren sich bereits aktiv für eine sozial-solidarische Zukunft.

Eine ständige Konfrontation in gefühlt allen Schulfächern kann jedoch auch schnell zur Abstumpfung und Überdrüssigkeit dieses so wichtigen Themas führen. Außerdem ist es seit 2006 (Fußball WM in Deutschland) für viele Deutsche auch eine Befreiung, nicht ständig als „deutsch“ negativ abgestempelt zu werden. Die Deutschen und natürlich auch die deutschen Jugendlichen dürfen wieder stolz auf ihr Land und ihre Nationalität sein. Natürlich im angemessenen und nicht im vermessenen Rahmen.

Darüber hinaus gibt es unzählige andere Ereignisse, über die Jugendliche mehr erfahren wollen. Ich persönlich habe bis zu meinem Abitur in der Schule nichts über die DDR erfahren und sehe dies als wirkliche Allgemeinwissenslücke an.

Trotz der o.g. Argumente sollte den meisten klar sein, dass wir momentan in einer Zeit leben, in der Rechtspopulismus wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Es ist also gerade jetzt wichtig, sich die schlimmen Auswirkungen der Naziherrschaft so oft wie möglich ins Gedächtnis zu rufen, um sich von einer möglichen rechtsextremen Manipulation zu schützen. Dies gelingt nur, wenn der Holocaust ein stetiges Thema in der Schule bleibt und angemessen vermittelt wird.

Vor dem Hintergrund einer rechtextremen Entwicklung in Gesellschaft und Politik, verbunden mit ähnlichen Werten und Ereignissen der Naziherrschaft in der Bevölkerung und im Alltag, bin ich der Meinung, dass der Holocaust nicht oft genug im Unterricht thematisiert werden kann. Dies sollte aber eine gleichzeitige Thematisierung anderer diktatorischer Regime nicht ausschließen.

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