Zusätzliche Stellplätze am Bahnhof
1000 Fahrräder kommen ins Parkhaus

Münster -

Im Erdgeschoss des Parkhauses an der Bremer Straße sollen über 1000 neue Fahrradstellplätze geschaffen werden, damit das Leezen-Chaos rund um den Hauptbahnhof abgemildert werden kann.

Donnerstag, 31.01.2019, 18:30 Uhr aktualisiert: 31.01.2019, 21:08 Uhr
Im Erdgeschoss des Parkhauses Bremer Straße werden ab Sommer Fahrräder abgestellt.
Im Erdgeschoss des Parkhauses Bremer Straße werden ab Sommer Fahrräder abgestellt. Foto: Ahlke

Fahrräder, wohin das Auge reicht. Der Parkdruck rund um den Hauptbahnhof ist enorm, der Hamburger Tunnel mit doppelstöckigen Fahrradständern zugepflastert. Und solange an der Ostseite gebaut wird, fehlen Hunderte Leezen-Stellplätze vor allem an der Bahnhofsrückseite, wo der Nordtunnel seit Dezember wieder geöffnet ist.

Die Stadt Münster und die Westfälische Bauindustrie (WBI) als Betreiberin des Parkhauses an der Bremer Straße planen deshalb, dort kurzfristig zusätzliche Fahrradstellplätze im Erdgeschoss einzurichten. Der Planungsausschuss entscheidet darüber am 7. Februar.

Pkw-Parkplätze fallen weg

Wie Stadtbaurat Robin Denstorff bestätigt, sollen in dem Parkhaus 1056 Fahrradstellplätze entstehen. Insgesamt sei das ein ordentlicher Zugewinn an Kapazitäten. Die Parkplätze für Pkw fallen dort weg. Die Umstellung soll bis zum Sommer erfolgen. Die Stadt investiert mindestens 160 000 Euro.

Wie funktionieren die doppelstöckigen Fahrradständer am Hauptbahnhof?

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  • Rund um den Bahnhof stehen neue doppelstöckige Fahrradständer. Aber wie kommt die Leeze bloß nach oben?

    „Wenn man es erst einmal ausprobiert hat, ist es ganz einfach“, sagt Alexander Nienhaus, der die Doppelstockständer für uns ausprobiert hat.

    Hier ist unsere Bedienungsanleitung:

    Foto: Matthias Ahlke
  • Erstmal den Träger für das Rad herausziehen...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ... bis es nicht weiter geht.

    Wichtig: Nur wenn die Schiene vollständig in die Gasse gezogen ist, lässt sie sich herunterklappen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Als nächstes den Träger auf den Boden drücken.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Dann das Vorderrad der Leeze unten in die Führung setzen, ...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ... hochschieben und abschließen. Denn wenn das Rad erst in der oberen Etage steht, kommt man oft nur noch schwer an das Schloss.

    Wichtig: Hier machen manche den Fehler, das Rad von der Seite in das Gestell hieven zu wollen – und das kann bei nicht ganz so leichten Modellen etwas anstrengend sein.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Nun kann man den heruntergedrückten Ständer wieder hochziehen ...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ... und mitsamt dem Fahrrad nach vorn schieben. Fertig.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Im Hamburger Tunnel und in Bahnhofsnachbarschaft stehen nun doppelstöckige Fahrradständer. Wer den Anweisungen der Piktogramme an den Ständern folgt, braucht keine große Kraftanstrengung, um das Rad auf den oberen Parkplatz zu bugsieren. Foto: Matthias Ahlke

Wenn die Politik zustimmt, werden die doppelstöckigen Fahrradständer aus dem Hamburger Tunnel im Erdgeschoss des Parkhauses Bremer Straße neu aufgestellt. Die Zufahrt erfolgt über eine Fahrradspur, die zwischen der Ein- und Ausfahrt für Pkw sein wird, und bekommt eine eigene Zugangsregelung. „Wir werden beide Verkehre sauber trennen“, sagt Denstorff.

Neues für den Hamburger Tunnel

Für den Hamburger Tunnel werden zusätzlich eingeschossige Fahrradständer bestellt. „So kann der Bereich besser sauber gehalten werden“, so Denstorff.

Intensiv sei über die Nutzungskosten für die Fahrradparker im Parkhaus debattiert worden. Sie gleichen sich den Preisen an, die im ausgelasteten Fahrradparkhaus vor dem Haupteingang des Hauptbahnhofs gelten. Demnach zahlen Nutzer für ein halbjähriges Dauerparkticket 42 Euro und für ein ganzjähriges 80 Euro.

Fahrrad-Situation am Hauptbahnhof Münster

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  • Bis Ende Januar 2018 war hinter diesem Zaun an der Bremer Straße Platz für knapp 1.800 Fahrräder. Für die Bauarbeiten an der Ostseite des Hauptbahnhofs musste der Bereich geräumt werden. Bis zur geplanten Fertigstellung der neuen Gebäude in zwei Jahren müssen die Radfahrer auf alternative Stellplätze ausweichen.

    Foto: Christine Bader
  • Im Hamburger Tunnel hat die Stadt Münster Mitte 2017 Doppelstockständer für 400 Fahrräder aufgestellt. Diese können den Bedarf allerdings noch lange nicht decken.

    Foto: Christine Bader
  • Zu Stoßzeiten ist es schwer, einen regulären Stellplatz zu finden. Außer den Doppelstockständern im Hamburger Tunnel gibt es nur die Radstation als überdachte Abstell-Alternative. Aber auch diese ist regelmäßig ausgebucht.

    Foto: Christine Bader
  • Die Fahrradflut vor dem Hamburger Tunnel prägt seit langem das Bild auf der Vorderseite des Hauptbahnhofes.

    Foto: Christine Bader
  • Pläne, Fahrradparkplätze im Parkhaus Bahnhofsstraße einzurichten, hat die Stadt Münster wieder verworfen. Stattdessen muss der Berliner Platz als Stellplatz herhalten.

    Foto: Melina Liethmann
  • Am Berliner Platz reihen sich die Fahrräder an- und aufeinander.

    Foto: Melina Liethmann
  • Die offiziellen Stellplätze reichen längst nicht für alle Leezen: Wer „wildparkt“ läuft Gefahr, abgeschleppt zu werden. Wiederfinden kann man sein Fahrrad bei der Fahrradfundstelle am Industrieweg.

    Foto: Melina Liethmann
  • In der Hektik den Zug zu erwischen, passiert auch mal das ein oder andere Missgeschick.

    Foto: Melina Liethmann
  • Auch Fußgänger bekommen die Fahrradparkplatz-Knappheit zu spüren. Viele Radler weichen auf den Gehweg aus.

    Foto: Melina Liethmann

Die neuen Fahrradparkplätze sollen bleiben, bis die im Rahmen der Bebauung der Ostseite des Hauptbahnhofs vereinbarte zweite Radstation zur Verfügung steht. Zusätzlich entstehen an der Bahnhofsrückseite 400 kostenfreie Stellenplätze.

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