Alternativer Viertelrundgang
Vergessenes aus Pluggendorf

Münster -

Vergessene Orte - davon gibt es viele in Münster. Die Premiere des Rundganges „Vergessene Orte in Pluggendorf - Zu geheimnisvollen Plätzen rund um die Weseler Straße“ von „Statt-Reisen“ führte zu zahlreichen „lost places“ im Stadtteil Pluggendorf.

Montag, 04.02.2019, 16:00 Uhr
Zwei der „vergessenen Orte“, in direkter Nachbarschaft liegen: Das historische Gartenhaus von 1749 im Garten der Eos-Klinik an der Josefstraße und der alte Bunker an der Von-Kluck-Straße.
Zwei der „vergessenen Orte“, in direkter Nachbarschaft liegen: Das historische Gartenhaus von 1749 im Garten der Eos-Klinik an der Josefstraße und der alte Bunker an der Von-Kluck-Straße. Foto: Keno Fiedler

Viele der Besucher wohnen seit Jahren in dem Viertel. Sie kennen die Geschichten, Personen und Orte von denen der Rundgang erzählt, und immer wieder steuerten sie ihre eigenen Anekdoten zu dem Vortrag bei. Sie erinnerten sich an Besuche in der Gaststätte „Neuer Krug“, erst eine Wirtschaft, später ein Kino, dann unter Rockmusiker Steffi Stephan der erste Musikclub Jovel in Münster.

Dort hielten Udo Lindenberg und sein Panikorchester die Generalproben ihrer Tourneen ab – für fünf Mark Eintritt, wie sich jemand aus der Gruppe mit einem Lächeln entsinnt. Von diesem vergessenen Ort fehlt heute jede Spur: wo Ende des 19. Jahrhunderts das Wirtshaus errichtet wurde, befindet sich heute ein Parkplatz.

Dokumente einer längst vergangenen Zeit

Bettina Knust , Leiterin des Rundganges, ist selbst in Pluggendorf aufgewachsen. Sie sagt, wer vergessenen Orte finden wolle, der müsse genau hinsehen, denn vieles von dem, was sie während des Rundgangs erzähle, sei nirgendwo verzeichnet. Einige Zeugnisse der Vergangenheit kann Knust dennoch während der Veranstaltung präsentieren. Darunter zahlreiche alte Fotografien von Gebäuden und Straßen, die vor Jahrzehnten aus der Ansicht Pluggendorfs verschwunden sind.

Die Bilder zeigen ein längst vergangenes Pluggendorf: die alte Weseler Straße mit ihrem feinen Kopfsteinpflaster, das Jesuitenkloster im heutigen Park Sentmaring oder die 1881 gegründete Westfalia-Brauerei der Familie Hagedorn, die später zur Ritter-Brauerei wurde und als erste münsterische Brauerei Flaschenbier produzierte.

Selbst den langjährigen Bewohnern des Viertels begegnete Unbekanntes. Die nächste Gelegenheit, bei dem Rundgang in die Geschichte des Stadtteils Pluggendorf einzutauchen,, ist am 28. April (Sonntag).

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