Zuletzt 1975 saniert
Maroder Radweg: Wachgerüttelt wider Willen

Münster -

Der Radweg zwischen der Grevener Straße und der Wilhelmsstraße gleicht einer Buckelpiste. Die letzte Sanierung war 1975. Doch nun ist Besserung in Sicht.

Mittwoch, 06.02.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 06.02.2019, 09:14 Uhr
Der Fahrradweg an der Steinfurter Straße ist in beklagenswertem Zustand. Noch in diesem Jahr könnte der Weg saniert werden.
Der Fahrradweg an der Steinfurter Straße ist in beklagenswertem Zustand. Noch in diesem Jahr könnte der Weg saniert werden. Foto: Oliver Werner

Wer morgens mit dem Fahrrad auf der Steinfurter Straße stadteinwärts unterwegs ist, wird unfreiwillig wachgerüttelt. Denn der Radweg zwischen der Grevener Straße und der Wilhelmstraße gleicht einer Buckelpiste.

Die marode Asphaltdecke des Radwegs weist zahlreiche Löcher auf. Zuletzt wurde der rote Radweg 1975 instand gesetzt, wie Maria Koordt­ , Ansprechpartnerin für Baustellen bei der Stadt, auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte.

Besserung ist in Sicht

Doch nun ist Besserung in Sicht – wenn auch in nebliger Ferne. Weil die Stadtwerke an dieser Stelle ohnehin Leitungsarbeiten – Fernwärme, Gas und Wasser – verrichten müssen, muss nicht die Stadt zur Ausbesserung des Radwegs anrücken, sondern sind die Stadtwerke verpflichtet, den Radweg gleich mitzumachen.

Die Planung des Projekts stecke jedoch noch in den Kinderschuhen, auch die Genehmigung fehle, bestätigte Stadtwerke-Sprecherin Lisa Schmees gegenüber unserer Zeitung. Deshalb stehe der genaue Zeitpunkt für den Beginn der Bauarbeiten nicht fest. Man sei aber zuversichtlich, dass noch in diesem Jahr begonnen werde.

Ganz generell gelte für Münsters Radwege, dass an jedem Weg nach 40 Jahren Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden. Dies strebe die Stadt zumindest an, so Koordt. Nach 80 Jahren soll ein Radweg demnach eine sogenannte grundhafte Erneuerung erfahren.

Die Kriterien

Doch nach welchen Kriterien wird ausgewählt, welcher Radweg als nächstes ausgebessert wird? Die Straßenmeister und -kontrolleure der Stadt stellen Schäden fest, manchmal gäbe es auch Mängelmeldungen aus der Bevölkerung, erklärt Koordt das Prozedere. Bei einer Häufung von Schadensmeldungen werden die Radwege samt Kostenschätzung für die Instandsetzung in eine Vormerkliste eingetragen. Dann folgt ein bürokratischer Vorgang in zwei Akten: Erst werde der zu erneuernde Radweg in das zweijährige Bauprogramm, nach Beschluss ins einjährige Bauprogramm aufgenommen. Die „Fälle“, die dort landen, würden dann – nach Absprache mit anderen Akteuren, wie etwa den Stadtwerken – innerhalb des Jahres abgearbeitet, erklärt Koordt und fügt an: „Insgesamt hat Münster im Vergleich zu anderen Städten eine gute Fahrradinfrastruktur.“

Asphaltkleckse ebnen Radfahrern den Weg

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  • Bitumen-Kleckse in Münsters Innenstadt erleichtern Radfahrer das Leben.

    Foto: -kb-
  • Ein „Robin Hood der Fahrradwege“ gleicht mit den Klecksen kleine Bodenunebenheiten zwischen Straßen und Radwegen aus.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Während der ADFC den anonymen Kleckser lobt, ist Münsters Tiefbauamt von den „Korrekturen“ nicht begeistert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Die Kleckse in den Regenrinnen würden das Abfließen des Regenwassers behindern und somit Schäden anrichten, klagt das Tiefbauamt.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Doch auch die Stadt „kleckst“ selbst: An dem kürzlich neu geschaffenen Radüberweg an der Ecke Hammer Straße / Düesbergweg wurde nachträglich die Rinne asphaltiert.

    Foto: kb
  • An der Ecke Alter Fischmarkt / Bült wurde direkt an die Radfahrer gedacht: Sieben Pflastersteine wurden so weit abgesenkt, dass sie sich genau auf dem Niveau der Regenrinne befinden und somit kein Höhenunterschied mehr besteht.

    Foto: kb

So bewertet der ADFC Münster die Lage

Den Zustand der 450 Kilometer Radwege in Münster bewertet Andreas Bittner , Vorsitzender des ADFC Münster, etwas anders. „Als Schulnote würde ich eine drei geben“, so Bittner. Er betonte, dass Münster quantitativ gut aufgestellt, die Qualität jedoch sehr unterschiedlich sei. „Es gibt richtig gute Radwege, und es gibt üble Strecken“, sagte Bittner und verwies neben der Steinfurter Straße auch auf den Abschnitt der Wolbecker Straße zwischen Fernsehturm und Mondstraße.

Bittner wünscht sich bei Buckelpisten wie der an der Steinfurter Straße vor allem eine schnellere und unbürokratischere Reaktionsfähigkeit der Stadt.

Zum Thema

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