Im Schatten der Windräder
Kritische Doku „End of Landschaft“ am Samstag im Mühlenhofmuseum

Münster -

Filmemacher Jörg Rehmann hat sich in seiner neuesten Dokumentation einem Thema gewidmet, das die Gesellschaft zweifellos stark polarisiert: die Windkraft. Am Samstag wird sein Film „End of Landschaft“ gleich zwei Mal im Mühlenhofmuseum gezeigt.

Mittwoch, 06.02.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 06.02.2019, 20:01 Uhr
Die Windkraft-Doku „End of Landschaft“ macht derzeit Furore und wird am Samstag im Mühlenhofmuseum gezeigt.
Die Windkraft-Doku „End of Landschaft“ macht derzeit Furore und wird am Samstag im Mühlenhofmuseum gezeigt. Foto: SoonMedia/Jörg Rehmann

Zerstörte Landschaften, gefällte Bäume, immenser Flächenfraß: Die in Deutschland forcierte Windenergie hat fraglos ihre Schattenseiten – und die Kinodokumentation „End of Landschaft“ zeigt sie alle. Es passt also gut, wenn der Film nun im Schatten der Bockwindmühle des Mühlenhofmuseums, Theo-Breider-Weg 1, aufgeführt wird; am Samstag (9. Februar) um 17 Uhr. Aber normalerweise zieht Filmemacher Jörg Rehmann den Kinosaal vor – als „Forum des demokratischen Austausches“, wie er es nennt. 

Das hat Rehmann schon mehrfach erlebt: etwa in Borgentreich in Ostwestfalen, wo es zu lebhaftem Austausch der Kinobesucher kam. Darunter von solchen, die über mehrere hundert Kilometer aus Hessen angereist waren. Es mussten sogar Sondervorführungen angesetzt werden. Insgesamt hat Rehmann Anfragen von etwa 600 Kinos.

Man merkt: Das Thema Windkraft brennt vielen unter den Nägeln. Kein Wunder, dass Rehmanns 100-Minuten-Werk nicht von allen so freudig begrüßt wird. Windkraft-Lobbyisten warfen dem Dokumentarfilmer vor, er sei von der „Vernunftwende NRW“ gesteuert. Was Rehmann strikt verneint – sein Film sei ohne jede Sponsoren- oder Drittmittel finanziert worden.

Wie auch immer: Von Seiten der Aktivisten wehte hin und wieder rauer Wind durch die Kinosäle, in Gestalt von „Trollen“, die sich Notizen machten und die Besucher fotografierten. Auch wurden Kinobetreiber (wie in Borgentreich) unter Druck gesetzt, den öko-kritischen Streifen nicht zu zeigen – was Rehmann wiederum veranlasste, seine Internetseite mit den geplanten Vorführungsorten wieder vom Netz zu nehmen. Für den Filmemacher sind dies „Stasi-artige Vorgänge“, wie er sagt.

Auch in Münster war zunächst eine Kinovorführung geplant, für den 15. Januar im „Cinema“. Als jedoch die Cinema-Betreiber Thomas Behm und Jens Schneiderheinze im November die Geschäftsführung in neue Hände gaben, wurde der Termin wieder abgesagt. Es war Prof. Werner Mathys, der sich um einen Ausweichort bemühte und schließlich auf den Mühlenhof kam.

Der ehemalige Leiter des Bereichs Umwelhygiene und Umweltmedizin am UKM engagiert sich schon länger in der Grevener Initiative „Windkraft mit Vernunft e.V.“, welche die Planung von Hunderten neuer Windräder im Münsterland kritisch hinterfragt. Mathys hat „End of Landschaft“ bereits in Borgentreich gesehen und beschreibt den Film als „sehr neutral“.

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Da der Vorführraum im Mühlenhof höchstens 200 Leute fasst, wurde eine zusätzliche Vorstellung für 19 Uhr angesetzt. Der Eintritt ist jeweils frei.

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