Long Distance Calling
Musikalische Freiheit

Münster -

Eines der wichtigsten Alben des Jahres 2018 kommt – aus Münster. Wie das münsterische Quartett „Long Distance Calling“ das geschafft hat, verrät die Band hier...

Montag, 11.02.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 11.02.2019, 22:00 Uhr
Grenzenlos und ganz ohne Sänger progressiv zwischen allen Rockstilen unterwegs: Das münsterische Instrumentalrockquartett „Long Distance Calling“ erklimmt mit seinem Album „Boundless“ musikalische Hochgebirge. Die vier Musiker wanderten für das Artwork des Albums fünf Tage durch die Dolomiten.
Grenzenlos und ganz ohne Sänger progressiv zwischen allen Rockstilen unterwegs: Das münsterische Instrumentalrockquartett „Long Distance Calling“ erklimmt mit seinem Album „Boundless“ musikalische Hochgebirge. Die vier Musiker wanderten für das Artwork des Albums fünf Tage durch die Dolomiten.

Vier Männer kraxeln durch die Dolomiten. Auf der Suche nach Stille, weiter Aussicht und Endlosigkeit. Sie erklimmen die Spitze eines Berges, lassen ihre Blicke schweifen. Kongenial passt das Cover des aktuellen Albums „Boundless“ (zu deutsch: „grenzenlos“) zu den acht Songs der münsterischen Rockband Long Distance Calling .

„Wir haben uns wieder auf unsere Wurzeln besonnen, drei Schritte zurück und zwei zur Seite“, sagt Schlagzeuger Janosch Rathmer (36) im Interview mit unserer Zeitung. Mit Erfolg. Das Fachmagazin „eclipsed“ setzt „Boundless“ auf Platz 11 der 100 wichtigsten Alben des Jahres 2018, noch vor Joe Bonamassa (Platz 22) oder Greta van Fleet (Platz 35). Was hat die Band anders gemacht? Die Gesangsexperimente sind Schnee von gestern, Long Distance Calling (LDC) setzt ausschließlich wieder auf spannend-verwobene Instrumentalsongs.

Wichtig war LDC, dass trotz stilistischem Detailreichtum auf „Boundless“ alles „gut im Fluss ist“. Dafür kraxelten die Münsteraner auch auf die Dolomiten. „Nach dem Summer Breeze-Festival sind wir fünf Tage nach Norditalien gefahren“, sagt Janosch. „Das war eine ganz neue Erfahrung von Freiheit.“ Die schlägt sich in den acht Songs wieder: Hinter harten „Rock-Bergen“ mit wilden Soli, Double-Bass und druckvollen Metal-Riffs gibt LDC immer wieder den Blick frei auf melodische Täler tiefer Einkehr.

Grenzenlos ist auch die Entstehung der Songs: „Wir starten in Jam-Sessions meistens mit einer starken Melodie oder einer Atmosphäre“, sagt Janosch. „Wir haben uns im Probenraum am Nienkamp eingeschlossen. Innerhalb von vier, fünf Monaten haben wir die komplette Platte geschrieben. Ohne nachträglich etwas ändern zu müssen. Weil die Stimmung sehr entspannt und die Spielfreude groß war.“ Absoluter Anspieltipp ist „Like a River“. mit Tarantino-Western-Touch. Der Song entstand an einem Sonntagmorgen durch Gitarrist Florian Füntmann : „Der fing plötzlich mit einem Western-Sound an und wir stiegen drauf ein“, sagt Schlagzeuger Janosch Rathmer, der das Album auch mit ungewohnt direktem Beat eröffnet. „Wir wollen uns auf keine bestimmten Sounds festlegen“, sagt der 36-Jährige. „Instrumentalmusik bedeutet für mich die Möglichkeit, sich ausleben zu können ohne ein Limit. Musik ohne Gesang ist spannender, weil mehr Kino im Kopf erzeugt wird, weil kein Text vorerzählt wird, mit Leitfaden wo die Reise hingeht.“ So ist alles offen und nicht von ungefähr klingen die facettenreichen Songs von Long Distance Calling wie ein epischer Soundtrack. „Das wäre auch ein Traum von uns, mal die Musik für einen Kinofilm zu machen.“

Auch weil alle Bandmitglieder mittlerweile Ehepartner und zum Teil auch Kinder haben, setzen sie nicht nur auf LDC. Dave hat eine Gitarrenwerkstatt, Florian gibt Gitarrenunterricht, Jan ist im Management/Bandpromotion tätig und Janosch im Investmentbereich.

Im April gibt es dann mit der „Seats & Sounds“ Tour eine neue Live-Facette: „Wir spielen erstmals bestuhlte Konzerte, so ist das Publikum auch ruhiger bei den leiseren Passagen“, erläutert Janosch, „wir bieten audiophilen Dolby-Surround-Sound mit erweiterter Liveshow und Überraschungsgäste.“ Und was ist mit Münster? „Wir planen Ende 2019 ein besonderes Event in Münster. Näheres werden wir im März mitteilen.“

 

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