35-Jähriger angeklagt
Streit auf Campingplatz eskaliert

Münster -

Ein Streit um ein falsch geparktes Auto endete für einen der Beteiligten im Krankenhaus – und für den anderen, einen 35-jährigen Münsteraner, auf der Anklagebank. Die Staatsanwalt wirft ihm gefährliche Körperverletzung vor. Der Angeklagte beruft sich auf Notwehr.

Dienstag, 12.02.2019, 21:30 Uhr aktualisiert: 12.02.2019, 21:33 Uhr
 
  Foto: dpa

Bei dem Prozess vor dem Landgericht kamen am Dienstag viele Fragen und Zweifel auf. Waren bei der Tat neben Alkohol auch Drogen im Spiel? Mit welchem Werkzeug schlug der Angeklagte zu? Und wem gehört das Messer am Tatort?

Im Juni 2017 eskalierte ein Streit auf dem Campingplatz in Telgte, nachdem der Angeklagte vom späteren Opfer gebeten wurde, sein Fahrzeug aus einer Zufahrt zu entfernen. Der 35-Jährige soll daraufhin mit der Faust gegen den Kehlkopf des Opfers geschlagen haben. Nachdem sich der Beschuldigte erst entfernt hatte, kam er anschließend wieder und soll dem Zeugen mit einem Werkzeug gegen die Hand geschlagen haben. Das Opfer musste mit Prellungen an der Hand im Krankenhaus behandelt werden.

Zwei unterschiedliche Versionen

Den Vorwurf der Körperverletzung wies der Angeklagte zurück. Zwar bestritt er nicht, den Zeugen erst mit der Hand und dann mit einem „Sportgerät“ geschlagen zu haben. Allerdings habe der Geschädigte zuerst zugeschlagen, zudem sei dieser alkoholisiert und aggressiv gewesen. Weiter behauptete der Angeklagte, nach der Auseinandersetzung ein Messer am Boden gefunden zu haben, das er anschließend der Polizei übergab.

Der Angeklagte sei „wie von Sinnen“ gewesen und hatte augenscheinlich unter dem Einfluss von Drogen gestanden, sagte am Dienstag hingegen das Opfer aus. Das Gericht äußerte Zweifel an der Version des Angeklagten. Die Herkunft der Tatwaffe konnte nicht eindeutig geklärt werden.

Der Prozess wird Ende des Monats fortgeführt. Zum Zeitpunkt der Tat war der Angeklagte auf dem Campingplatz in Telgte wohnhaft.

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