Kriminalstatistik 2018
Deutlich weniger Straftaten

Münster -

(Aktualisiert) Die Kriminalität in Münster hat im Jahr 2018 deutlich abgenommen. Das ist das Ergebnis der Kriminalstatistik 2018, die Polizeipräsident Hajo Kuhlisch am Mittwoch vorstellte.

Mittwoch, 13.02.2019, 11:52 Uhr aktualisiert: 13.02.2019, 21:26 Uhr
Verstärkt führte die Polizei rund um den Hauptbahnhof – wie hier im Mai 2018 am Bremer Platz – Schwerpunktkontrollen durch.
Verstärkt führte die Polizei rund um den Hauptbahnhof – wie hier im Mai 2018 am Bremer Platz – Schwerpunktkontrollen durch. Foto: Karin Völker

Die Zahl der Straftaten war 2018 so niedrig wie seit 20 Jahren nicht mehr. Die münsterische Polizei registrierte 25 753 Fälle – 3722 weniger als 2017. „Münster war immer schon eine sichere Stadt“, sagte Polizeipräsident Hajo Kuhlisch am Mittwoch bei der Präsentation der Kriminalitätsstatistik 2018. „Im vergangenen Jahr ist Münster noch sicherer geworden.“

Das war nicht die einzige gute Nachricht, die Kuhlisch im Polizeipräsidium verkündete. So sank die Zahl der Wohnungseinbrüche auf 478 Taten, von denen 251 bereits im Versuchsstadium stecken blieben. 2017 gab es noch 750 Wohnungseinbrüche, 2014 sogar mehr als 1000.  Die Aufklärungsquote stieg 2018 um drei auf rund 21 Prozent.

Kampf gegen Wohnungseinbrüche

Ungeachtet dieser positiven Entwicklungen bleibe der Kampf gegen Wohnungseinbrüche auch in Zukunft eines der vorrangigen Behördenziele, betonte Kuhlisch. „Wir werden aufmerksam bleiben“, versprach der Polizeipräsident.

Obwohl die Zahl der Einwohner und damit auch der Fahrräder in den letzten Jahren stetig zugenommen hat, registrierte die Polizei 2018 einen Rückgang der Fahrraddiebstähle auf 4382. Das sind rund 1000 weniger als noch zwei Jahre zuvor. Zugleich stieg die Aufklärungsquote auf fast zehn Prozent an, da es der Polizei gelang, größere Tatserien aufzuklären.

Im April ging den Beamten eine Gruppe von Jugendlichen ins Netz, die für rund 50 Taten verantwortlich war, im November ein Einzeltäter, auf dessen Konto mehr als 75 Fahrraddiebstähle gingen.

Weniger Straßenkriminalität

Auf den niedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre sank 2018 auch die Straßenkriminalität. Dabei handelt es sich um Taten, die vor den Augen der Öffentlichkeit stattfanden – von Sexualdelikten über Raub bis hin zu Körperverletzung. Hier zählte die Polizei im vergangenen Jahr 9273 Taten – fast 2000 weniger als zwei Jahre zuvor.

Sicherheitsgefühl rund um den Hauptbahnhof

Ein weiteres wichtiges Behördenziel waren 2018 die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl rund um den Hauptbahnhof. Nach Einschätzung von Kuhlisch hat sich die Situation an der Windthorststraße und auf der Engelenschanze „deutlich beruhigt“ – dank „sehr intensiver Polizeiarbeit“. Anders stelle sich die Situation am Bremer Platz dar, wo  sich vor allem Nichtsesshafte sowie Alkohol- und Drogenkonsumenten aufhalten. Dass sich die Stadt gegen eine Verdrängung der Szene ausgesprochen hat, begrüßte Kuhlisch ausdrücklich. „Mit einer Verdrängung wäre nichts gewonnen, die Szene würde dann an eine andere Stelle weiterziehen.“ Zugleich betonte der Polizeipräsident, dass die Polizei beim Kampf gegen Dealer „sehr gute Erfolge“ am Bremer Platz erzielt habe.

Ein Kommentar zum Thema

Gegen Fake News helfen Fakten. Und die sind eindeutig. Die Kriminalität nimmt nicht zu, sie nimmt ab. Und zwar deutlich. Die Zahlenwirklichkeit, die die Polizei am Mittwoch präsentiert hat, straft all jene Lügen, die gebetsmühlenartig eine Verschlechterung der Sicherheitslage beklagen.

Gefühl und Wirklichkeit klaffen offensichtlich auseinander. Das ändert nichts daran, dass es durchaus Stadträume gibt, an denen Münster weniger sicher ist als anderswo. Das Bahnhofsquartier oder das Hafenviertel werden regelmäßig zu Tatorten. Wer hier lebt oder arbeitet, hat das gleiche Recht auf eine sichere Umgebung wie jene, die – zum Beispiel – im Kreuzviertel oder auf der Sentruper Höhe wohnen.

An der positiven Gesamtentwicklung ändert das freilich wenig. Keine Frage: Die Polizei hat gute Arbeit geleistet, Brennpunkte entschärft, Wohnungseinbrüche eingedämmt, mehr Straftaten aufgeklärt. Auch dies muss einmal gesagt werden. (Von Martin Kalitschke)

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