Lehrer im Warnstreik
Schlechte Bezahlung und Personalmangel in Kollegien

Münster -

Zu schlechte Bezahlung, vor allem für Kollegen im Angestelltenverhältnis und große Nachwuchssorgen: Am Mittwochmittag machten Lehrer und Lehrerinnen beim Warnstreik auf dem Prinzipalmarkt ihrer Unzufriedenheit Luft.

Mittwoch, 13.02.2019, 15:12 Uhr aktualisiert: 13.02.2019, 15:34 Uhr
Auf dem Prinzipalmarkt demonstrierten Lehrerinnen und Lehrer aus dem gesamten Regierungsbezirk Münster für bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen.
Auf dem Prinzipalmarkt demonstrierten Lehrerinnen und Lehrer aus dem gesamten Regierungsbezirk Münster für bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen. Foto: Oliver Werner

Rixa Borns kennt Grundschulen in Nordrhein-Westfalen, in denen die Hälfte des Kollegiums aus nicht ausgebildeten Pädagogen besteht. Borns, bis zu ihrer Pensionierung vor gut einem Jahr, Leiterin der Matthias-Claudius-Grundschule im Geistviertel, kümmert sich für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ( GEW ) NRW-weit um die Belange der Grundschullehrer.

Am Mittwochmittag steht Borns zusammen mit rund 250 Pädagogen aus dem Regierungsbezirk auf dem Prinzipalmarkt. Die GEW hat zum Warnstreik und zur Demonstration im aktuellen Arbeitskampf aufgerufen. „Die Arbeitgeber, also die Bundesländer, haben sich auch nach der zweiten Verhandlungsrunde nicht bewegt“, bedauert Ulkrich Thoden , Stadtverbandsvorsitzender der GEW.

Lehrerstreik in Münster

Im Tarifstreit vor zwei Jahren habe die Gewerkschaft zu wenig durchgesetzt, so Thoden. So werden an den Grundschulen die Pädagogen im Angestelltenverhältnis auf einer niedrigeren Gehaltsstufe angesiedelt als die Kollegen im Beamtenverhältnis. Die GEW fordert gleiche Bezahlung und, wie schon seit Jahren, dass Lehrkräfte an Grund-, Real- und Hauptschulen gleichwertig wie Pädagogen bezahlt werden, die an Gymnasien oder Berufskollegs arbeiten.

Für Rixa Borns sieht das Problem nicht nur in der Bezahlung der derzeit tätigen Lehrkräfte. „Es werden viel zu wenige Grundschullehrer ausgebildet“, so Borns. Es gebe nicht genügend Studienplätze an den Hochschulen des Landes. Ulrich Thoden, der selbst an einem Berufskolleg als Lehrer arbeitet, sieht auch in seinem Bereich große Nachwuchsprobleme. Gerade Spezialisten in technischen Fächern entschieden sich eher für einen Job in der freien Wirtschaft.

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