Fahrschulen in Münster
Sprache ist bei Führerscheinprüfung oft ein Problem

Münster -

Immer mehr Fahrschüler rasseln laut Kraftfahrtbundesamt durch die Führerscheinprüfung – sowohl in der Theorie als auch in der Praxis. So sei die Misserfolgsquote in der theoretischen Prüfung von 2016 auf 2017 von 37 auf 39 Prozent gestiegen, in der praktischen von 31 auf 32 Prozent. Spiegelt sich der Trend auch in Münster wider?

Donnerstag, 14.02.2019, 07:00 Uhr
Laut Kraftfahrtbundesamt schaffen immer mehr Fahrschüler die Prüfungen nicht auf Anhieb.
Laut Kraftfahrtbundesamt schaffen immer mehr Fahrschüler die Prüfungen nicht auf Anhieb. Foto: dpa

„Das stimmt überhaupt nicht“, sagt Dieter Roters , Inhaber der Fahrschule Bils, auf Nachfrage. Zumindest nicht bei der Praxisprüfung: Da liege die Durchfaller-Quote in seiner Fahrschule seit Jahren bei rund 30 Prozent. Zugenommen habe indes tatsächlich die Zahl der Fahrschüler, die die Theorieprüfung nicht schafften.

Das hänge auch vom gestiegenen Anteil der ausländischen Prüflinge ab. „Es ist schwierig, wenn jemand die Sprache nicht kann“, sagt Roters. Diese hätten aber auch in der Praxis oft größere Probleme, weil sie die Verkehrssituation hier nicht gewohnt seien.

Viele fahren nach Bauchgefühl

„Die können das Auto zwar wunderbar bedienen, aber mit dem Verkehr kommen sie nicht zurecht.“ Problematisch werde das vor allem dann, wenn ausländische Führerscheininhaber hier nur die Prüfung, aber kaum Fahrstunden absolvieren wollen.

„Viele wollen direkt die Prüfung machen“, hat auch Kurt Tegtmeyer von der Fahrschule Alpha-Team festgestellt. „Ich halte das für ein großes Risiko. Das ist eine Lücke im Gesetz.“ Vor allem wegen der vielen ausländischen Fahrschüler sei die Anzahl der Durchfaller rapide nach oben gegangen.

Wegen Sprachproblemen, aber auch der Fahrkultur: „Viele fahren weniger nach Regeln, sondern mehr nach Bauchgefühl.“ Da die Zahl der ausländischen Fahrschüler wieder sinke, rechnet Tegt­meyer bald mit einer Normalisierung der Misserfolgsquote.

Strenge Kriterien

Nicht bestätigen kann den Trend Ulf Imort – zumindest nicht für seine Fahrschule. Nur zehn bis 15 Prozent seiner Fahrschüler versagten in der Theorieprüfung, 21 Prozent im vergangenen Jahr in der praktischen. Er führt das auf seine strikten Vorgaben zurück: So müssten Fremdsprachler etwa Deutsch-Grundkenntnisse nachweisen.

Und für die theoretische Prüfung müssten mindestens 20 Simulationen per Lern-App bestanden werden, „sonst lasse ich sie gar nicht zu“. Das habe ihn zwar schon Fahrschüler gekostet, sei aber sinnvoll, meint Imort. Denn wenn ein Schüler absehbar nicht prüfungsreif sei, „bringt das ja für beide Seiten nichts“.  

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