Bis zu 1000 Euro Zuschuss
Was Münsteraner über die neue Lastenrad-Kaufprämie wissen sollten

Münster -

Neue Form der Fahrradförderung in Münster: Mit bis zu 1000 Euro bezuschusst die Stadt ab März den Kauf von Lastenrädern und Kinderanhängern. Wer von dem Zuschuss profitieren will, sollte sich allerdings nicht zu lange Zeit lassen.

Donnerstag, 14.02.2019, 12:30 Uhr aktualisiert: 14.02.2019, 13:11 Uhr
Bis zu 1000 Euro Zuschuss: Was Münsteraner über die neue Lastenrad-Kaufprämie wissen sollten
Der Kauf eines Lastenrads wird in Münster ab März von der Stadt bezuschusst. Foto: dpa

„Keine Treibstoffkosten! Kein Stau! Keine Parkgebühren!” Mit diesen Worten hebt die Stadtverwaltung die Vorzüge eines Lastenrads hervor. Denn während das Fahrrad im Stadtbild omnipräsent ist, werde „gerade für Einkäufe und Lastentransporte” vielfach noch auf das Auto zurückgegriffen. Eine Kaufprämie für Lastenfahrräder und Lasten- sowie Kinderanhänger soll das jetzt ändern. Am Mittwochabend wurde das Förderprogramm vom Rat beschlossen. Bis zu 1000 Euro Zuschuss können sich Privatpersonen sichern.

30 Prozent des Kaufpreises zurück

Von der Stadt Münster werden 30 Prozent der Anschaffungskosten übernommen, höchstens jedoch 1000 Euro für elektrische Lastenräder, höchstens 500 Euro für rein muskelbetriebene Lastenräder und höchstens 100 Euro für Lasten- oder Kinderanhänger. „Um noch mehr Menschen für den Umstieg zu gewinnen, sind richtungsweisende Entscheidungen wie diese und ein kreatives Umdenken für mehr Lebensqualität in der Stadt erforderlich”, ordnete Oberbürgermeister Markus Lewe die neue Prämie ein. Einer niederländischen Studie zufolge kann mit Lastenrädern der Kohlendioxid-Ausstoß um bis zu sechs Prozent gesenkt werden.

Voraussetzung für eine Förderung ist ein Hauptwohnsitz in Münster. Das geförderte Vehikel darf in den vier Jahren nach dem Kauf nicht dauerhaft an andere weitergegeben oder verkauft werden. Außerdem ist - anders etwa als in Berlin - die Nutzung durch Unternehmen und Selbstständige  ausgeschlossen. Auch WGs und andere Käufergemeinschaften können von der Prämie profitieren. Bei Verkauf, Umzug oder Zweckentfremdung vor Ablauf der Vier-Jahres-Frist kann die Stadt den Zuschuss nebst drei Prozent Zinsen zurückfordern - anteilig in Bezug auf die „Restlaufzeit”.

Münsters Fahrrad-ABC: Von A wie Ampel bis Z wie Zeit

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  • Alle Jahre wieder, zum Start des Wintersemesters, ist die Zeit der Frischlinge auf den Radwegen. Mit den neuen Studentinnen und Studenten erobern Tausende Neumünsteraner für sich die deutsche Fahrradhauptstadt. Für viele eine mitunter abenteuerliche Begleiterfahrung des Studienstarts. Hier für die Anfänger auf den Radwegen und alle Leezenliebhaber ein kleines Alphabet des Radverkehrs in Münster von unserer Redakteurin Karin Völker.

    Foto: dpa
  • A wie Ampel: Unbedingt beachten! Ampeln haben in Münster für Fahrradfahrer nicht bloß Empfehlungscharakter. Bei Rot also besser stehenbleiben. Erstens, weil alles andere gefährlich sein kann. Zweitens, weil als Strafe ein Punkt in der Flensburger Verkehrssünderkartei und 100 Euro Strafe drohen. Sehr empfindlich fürs studentische Portemonnaie.

    Foto: Colourbox.de
  • B wie Bürgersteig: Er ist in Münster den Fußgängern vorbehalten. Es gibt ja auch meistens Radwege.

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  • C wie cholerische Anfälle: Sie sind trotz des hier verbreiteten gemäßigten westfälischen Temperaments bei diversen Verkehrsteilnehmern bisweilen zu beobachten. Gilt das Geschimpfe einem selbst, am besten die Ruhe bewahren.

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  • D wie Diskussionen: Sollte man als Fahrradfahrer besser mit anderen Verkehrsteilnehmern nicht anfangen, erst recht nicht mit Polizisten. Diskussionen über die Sinnhaftigkeit von Verkehrsregeln sind zwecklos.

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  • E wie E-Bike: Das Fahrrad mit Batterieverstärkung ist auf Münsters Radwegen schwer im Kommen. Vorsicht vor dem beachtlichen Tempo – wenn sportliche junge Menschen von älteren Herrschaften überholt werden, ist oft ein Akku im Spiel.

    Foto: Oliver Werner
  • F wie Fußgänger: Sie verdienen Rücksicht und Freundlichkeit – auch wenn es mitunter erscheint, die Fußgänger liefen prinzipiell auf Radwegen.

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  • G wie Geschwindigkeit: Tempo 30 in Wohngebieten gilt auch für Radler!

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  • H wie Hamburger Tunnel: Er ist während des Bahnhofsumbaus zentrale Verkehrsachse von und zum Gleis und Ort der friedlichen Koexistenz zwischen Fußgängern und Fahrradfahrern.  Skeptiker staunen: Es funktioniert.

    Foto: Matthias Ahlke
  • I wie Irren: Es ist menschlich und kommt bei allen Verkehrsteilnehmern vor. Auch wenn das Fahrrad bewegungsfördernder und umweltfreundlicher ist als das Auto: Auch Autofahrer haben im Verkehr manchmal Recht.

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  • J wie Jugend: Das Radfahren in Münster ist keineswegs nur ihr Privileg. In Münster strampeln  auch viele über 80-Jährige noch durch die Stadt. Fahrradfahren ist hier eine generationsübergreifende Angelegenheit – mit vielen Geschwindigkeiten.

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  • K wie Klauen: Der Fahrradklau ist in Münster ein verbreitetes Übel, das die Stadt in der Kriminalitätsstatistik regelmäßig schlecht aussehen lässt. Ein wenig helfen solide Schlösser.

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  • L wie Ludgerikreisel: Für viele Radler ein neuralgischer Punkt. Die Polizei empfiehlt: beherzt auf der Mitte der Spur fahren. Autos kommen meistens auch nicht schneller vorwärts als Radler.

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  • M wie Meimel: Ein münsterischer Ausdruck für Regen – und zwar dessen langanhaltende Form, und damit einer der natürlichen Feinde des Fahrradfahrers. Trotz häufiger Meimelgefahr lässt man sich in Münster nicht so leicht aus dem Sattel vertreiben. Viele auch nicht durch Schnee und Frost: Es gibt hier extra Streufahrzeuge für die Radwege.

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  • N wie Nase: Sie hat der Radfahrer immer im Wind. Nicht ausgeschlossen, dass im Winter dabei mal eine Erkältung rauskommt. Aber was gibt es Schöneres, als im Frühling unter den blühenden Silberlinden auf der Promenade herzuradeln? 

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  • O wie Ordnungshüter: Die Kräfte von Stadt und Polizei schenken dem Radverkehr sehr viel Aufmerksamkeit, besonders zu Semesterbeginn. 

    Foto: Klaus Wiedau
  • P wie Parken: In Münster bisweilen auch für Fahrradfahrer nicht unproblematisch. Merke: Bürgersteige  gehören nicht zugestellt und immer merken, wo das Rad steht. Es soll Studenten geben, die ihre Leezen semesterlang gesucht haben.

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  • Q wie Quälerei: Kommt sogar im Fahrradparadies Münster vor – vor allem immer dann, wenn man Pannen hat.  Zum Glück gibt es an fast jeder Ecke einen Fahrradladen, der helfen kann.

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  • R wie Rücklicht: Sollte unbedingt ebenso wie das Vorderlicht funktionieren. Wenn man nicht selbst kontrolliert, ob es brennt – die Polizei tut es ohnehin und verteilt gegebenenfalls Knöllchen.

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  • S wie Stau: Gibt es in Münster, speziell während der Semesterzeiten auch auf Radwegen. Hier hilft nur Geduld.

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  • T wie Trunkenheit: Auch wer sich noch mit 1,6 Promille Alkohol im Blut für fahrtüchtig hält: Lieber das Rad schieben! Denn auch Fahrradfahrer erwarten Alkoholkontrollen durch die hiesige Polizei. Kein Scherz: Im Extremfall werden Fahrradfahrverbote verhängt.

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  • U wie Unfälle: Sie passieren leider – trotz vieler Maßnahmen der Verkehrsplaner und Polizei immer noch zu häufig. Ein Helm kann manchmal das Schlimmste verhindern. 

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  • V wie Vorsicht: Auch defensive Radfahrer kommen ans Ziel, mitunter sogar schneller als die Draufgänger.

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  • W wie Waschanlage: Luxus, wenn man seinem Drahtesel mal was Gutes will. Gibt es tatsächlich speziell für Fahrräder – im Fahrradparkhaus am Bahnhof.

    Foto: Presseamt/Joachim Busch
  • X&Y sind die Unbekannten und stehen für das Unerwartete beim Radfahren – zum Glück ist das nicht nur der plötzliche Plattfuß. Es gibt auch den Flirt beim Warten an der roten Fahrradampel. . .

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  • Z wie Zeit: Wer in Münster Rad fährt, spart meistens kostbare Minuten. Faustregel: Je näher man sich im Stadtkern bewegt, desto größer die Zeitersparnis. Autofahrer kommen fast immer langsamer ans Ziel.

    Foto: Colourbox.de

Nicht zu früh kaufen

Wer von dem städtischen Zuschuss profitieren möchte, sollte seine Anschaffung gut terminieren. Der Kauf darf erst mit Inkrafttreten der Richtlinie zum 1.3.2019 erfolgen. Vorher getätigte Käufe können nicht gefördert werden. Zu lange warten sollte man allerdings auch nicht. Denn die Förderung ist gedeckelt. 2019 stehen insgesamt 200.000 Euro zur Verfügung.

Genau so viel Geld stellte Berlin 2018 für ein Lastenrad-Förderprogramm zur Verfügung. 1950 Anträge gingen ein, teilweise musste das Los entscheiden. Für 2019 wurde in der Hauptstadt nachgebessert, 500.000 Euro stehen dort bereit, auch der Prozess der Beantragung und Bewilligung soll optimiert werden.

Lastenrad leihen

Wer ausprobieren möchte, ob ein Lastenrad den eigenen Alltag erleichtert, kann sich in Münster an mehreren Stationen kostenlos eins ausleihen. Alle Infos dazu unter  lastenrad-ms.de

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lastenrad

Lastenräder eignen sich auch als Elterntaxi. Foto: Franziska von Schmelig, www.lastenrad-ms.de

Nicht zu lange warten

In Münster ist das Jahresbudget im Extremfall schon nach 200 Lastenrädern aufgebraucht. Dabei gilt das Prinzip: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Die Anträge werden nach Eingang bei der Stadt Münster (Posteingangsstempel) der Reihe nach bearbeitet. „Sind die für das Förderjahr zur Verfügung gestellten Fördermittel erschöpft, werden keine Anträge mehr angenommen und keine Fördermittel mehr ausgezahlt”, heißt es in den Förderrichtlinien.

„Ticker“ soll Budget anzeigen

In Münster soll man die aktuelle Füllhöhe des Fördertopfs auf den Internetseiten des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung in einem regelmäßig befüllten „Ticker“ einsehen können. Zusätzlich wird nach vollständiger Ausschöpfung der Fördermittel ein entsprechender Hinweis auf der Internetseite veröffentlicht und die Möglichkeit, Anträge online auszufüllen und auszudrucken, wird eingestellt.

Prämie beantragen

Der  Förderantrag kann als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Dem Antrag müssen die Originalrechnung, ein Wohnortnachweis und die Einverständniserklärung mit den Förderbedingungen (pdf)  beigefügt werden. Für Rückfragen wird die E-Mail-Adresse lastenleeze@stadt-muenster.de eingerichtet.

Die Anträge können schriftlich an folgende Anschrift gerichtet werden:

Stadt Münster

Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung

Förderprogramm Lastenfahrräder/-anhänger

48127 Münster

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Ob das Zuschuss-Programm auch 2020 noch Bestand hat, ist offen. Vor einer eventuellen Weiterführung soll dem Rat ein Erfahrungsbericht vorgelegt werden.

Fahrradtrends 2019

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  • Das Fahrrad ist oft das beste Verkehrsmittel in der Stadt, das muss man nicht mehr erklären. Ebenso wenig, wie sehr das E-Bike die Entwicklung der Räder gehörig anschiebt - von schicken Designs über neue Unterstützungsautomatiken bis zu recycelten Gepäcktaschen gibt es eine Vielzahl an Neuerungen.

    Foto: pd-f
  • Egal, ob E-Bike oder normales Fahrrad, ein Helm bietet Sicherheit im Straßenverkehr. Neuartige Helme bieten besondere Aerodynamik und Belüftung.

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  • Reiseräder werden jetzt oft elektrifiziert angeboten und stecken so die Ziele neu. Dazu gibt’s reichlich Zubehör, für Touren mit Motor und solche ohne.

    Foto: pd-f
  • Roadtrips mit dem E-Reiserad werden immer beliebter.

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  • Sportliche Touren auf Straßen und Feldwegen machen so noch mehr Spaß.

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  • Selbst große Hunde können mitfahren - dank des Fahrradanhängers im XL-Format.

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  • Fahrräder werden technisch immer ausgereifter. So gibt es mittlerweile zum Beispiel Fernlicht für Fahrräder oder schlüssellose Schlösser, die sich per App öffnen lassen.

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  • Dank des neuen „Airless“-Systems muss man sich um den Reifen neuerdings gar keine Gedanken mehr machen. Denn da ein Polyurethan-Einsatz den Luftschlauch ersetzt, ist ein Platten unmöglich.

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  • Falträder sind schon länger bekannt - durch neue technische Entwicklungen können sogar hier E-Motoren integriert werden.

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  • Ein wahrer Grenzgänger zwischen den Kategorien Fahrrad und Kraftfahrzeug ist dieses S-Pedelec-Liegedreirad. Als mehrspuriges Leichtkraftrad muss es neuerdings gesetzlich mit einem Blinker, einer Hupe und einem Ölstand-Kontrollanzeiger für Bremsflüssigkeit ausgestattet sein. Zudem braucht man Helm und Führerschein – und das Rad ein Versicherungskennzeichen.

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  • Früh übt sich, wer ein echter Mountainbiker werden will. Deshalb sollte man Kinder bereits richtig an den Sport heranführen. Dafür gibt es Mountainbikes, die gezielt für Kinder und Jugendliche entwickelt werden.

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  • Und auch beim Mountainbike rückt eine Frage immer mehr in den Fokus: mit oder ohne E? Selbst MTB-Profis nutzen mittlerweile voller Begeisterung die elektrifizierten Räder im Training. Auch erste Wettkämpfe speziell für E-Mountainbikes sind im Kommen.

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