Sitzung des Diözesanrates
Orientierung an Interessen der Betroffenen

Münster -

Aufarbeitung in vollem Gange: Bei der Sitzung des Diözesanrates, dem obersten synodalen Mitwirkungsgremiums im Bistum, stand die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche im Mittelpunkt. Der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn, fand klare Worte.

Montag, 18.02.2019, 23:00 Uhr
Der Diözesanrat beschäftigte sich mit der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche
Der Diözesanrat beschäftigte sich mit der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche Foto: Bischöfliche Pressestelle

„Ich möchte nicht als Ziel erreichen, dass wir als Kirche wieder gut da­stehen. Es geht vielmehr darum, einen Leidensweg mit den Opfern sexuellen Missbrauchs zu gehen.“ Das hat der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn , jetzt bei der Sitzung des Diözesanrates, des obersten synodalen Mitwirkungsgremiums im Bistum, gesagt. Bei der Sitzung stand das Thema der Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs in der Kirche im Mittelpunkt, heißt es in einer ­ Pressemitteilung des Bistums.

Dabei sagte der Bischof zu, mitzuhelfen, die Strukturen, die in der Kirche falsch seien und sexuellen Missbrauch begünstigt hätten, zu ändern. „Das kirchliche Amt ­etwa ist nicht überflüssig, es wurde aber überhöht und hat ein Übergewicht, das falsch ist“, betonte Bischof Genn. Er habe den Eindruck, „dass wir über Generationen den Menschen nicht die Schönheit des Glaubens ­weitergegeben und verkündet haben, sondern das durch Moral ersetzt haben.“ Es gebe bei vielen Opfern einen „Überschuss an Leid, der nicht zu heilen“ sei, und bei manchen Tätern einen „Überschuss an Uneinsichtigkeit“.

Genn blickte zurück auf die Anstrengungen, die die katholische Kirche in Deutschland seit dem Jahr 2002 unternommen habe, um sexuellen Missbrauch im kirchlichen Raum zu bekämpfen und die Vergangenheit aufzuarbeiten, heißt es weiter. 

Hier sei bereits viel geschehen. Es seien aber weitere Anstrengungen erforderlich. Die Akten müssten weiter aufgearbeitet werden, und kirchenrechtliche Fragen müssten auch unter der Perspektive einer kirchlichen Verwaltungsgerichtsbarkeit neu in den Blick genommen werden. „Und ich verstehe hierbei nicht, warum Priester nur von Priestern verurteilt werden sollten“, sagte der Bischof. Schließlich müssten außerdem die Fragen der priesterlichen Lebensform, der Machtverteilung und der Teilhabe von Frauen in verantwortlichen Stellungen besprochen werden.

Der stellvertretende Generalvikar des Bistums Münster, Dr. Jochen Reidegeld, erläuterte, welche Konsequenzen bereits aus der Studie über den sexuellen Missbrauch in der Kirche gezogen worden und welche noch zu ziehen seien. Es müsse darum gehen, Verantwortung für vergangenes Verhalten zu klären und ­Verantwortung für die Zukunft wahrzunehmen, heißt es abschließend.

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