Auszeichnung
Marder aufgespürt

Münster -

Sie poltern, sie fressen Autokabel an: Preisträgerin des diesjährigen Förderpreises des Westfälisch Naturwissenschaftlichen Vereins hat sich trotzdem in ihrer Bachelorarbeit mit Mardern auseinandergesetzt. Und zwar mit größtem Einsatz.

Donnerstag, 21.02.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 22.02.2019, 11:22 Uhr
Dr. Bernd Tenbergen überreichte den Förderpreis an Helena Klöckener, die Laudatio hielt Dr. Rainer Rudolph (v.l.).
Dr. Bernd Tenbergen überreichte den Förderpreis an Helena Klöckener, die Laudatio hielt Dr. Rainer Rudolph (v.l.). Foto: cro

Jeder kennt sie: Marder. Die Gesellen, die nachts auf dem Dachboden poltern oder gelegentlich auch schon mal ein Autokabel anfressen, sind aber in Westfalen weit weniger erforscht, als man es sich vorstellt. Wie viele Marder leben eigentlich in Münster und Umgebung? Und wie kann man die Arten Stein- und Baummarder auseinanderhalten?

Damit hat sich die Preisträgerin des diesjährigen Förderpreises des Westfälisch Naturwissenschaftlichen Vereins in ihrer Bachelorarbeit auseinandergesetzt. Helena Klöckener, die Landschaftsökologie studiert, hat mit 38 Fotofallen und Lockstoffen in der Hohen Ward bei Hiltrup und im Heiligen Meer bei Ibbenbüren den Tieren nachgespürt.

„Ich konnte anhand der rund 19 000 Fotos und Videos, die durch die Kameras entstanden sind, Bewegungsprofile erstellen”, so die Preisträgerin. Dabei seien es weitaus weniger Marder gewesen als gedacht: „Ich konnte insgesamt neun Stein- und Baummarder identifizieren.” Die haben ganz wissenschaftsuntypisch sogar Namen bekommen. „Ich habe die Tiere nach Göttern benannt.”

In der Laudatio betonte der zweite Vorsitzende des Fördervereins des Naturkundemuseums, Dr. Rainer Rudolph, den großen Aufwand, den Klöckener mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit gehabt habe. „Hinzu kommt ein ungewöhnliches Arrangement mit den Lockstoffen und den Fotofallen: Denn die Tiere mussten sich aufrichten für das Foto, damit man die Brustzeichen als Identifikationsmerkmal erkennen kann.“ Doch auch die genaue Aufarbeitung der unglaublichen Datenmenge habe die Jury dazu gebracht, einstimmig Klöckener den Förderpreis, der mit 1000 Euro dotiert ist, zu verleihen. „Sie hat sogar kleine Filme gedreht“, so Rudolph.

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