Nach gescheiterter Bäder-Überführung
Politik sauer auf Verwaltung

Münster -

Münsters Bäderlandschaft ist bieder - und das bleibt auch so. Da die Gründung eines eigenen Bäderbetriebs, der Verbesserungen schaffen sollte, gescheitert ist, zeigt sich die Politik erbost über die Stadtverwaltung.

Montag, 25.02.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 25.02.2019, 20:03 Uhr
Das Hallenbad in Kinderhaus: Wegen der Rutsche könne dies als Familienbad vermarktet werden, lautet ein Vorschlag.
Das Hallenbad in Kinderhaus: Wegen der Rutsche könne dies als Familienbad vermarktet werden, lautet ein Vorschlag. Foto: fre

Zum geplanten Eigenbetrieb Schwimmbäder unter der Regie der Stadtwerke wird es nicht kommen . Eine solche Überführung der städtischen Bäder hätte Steuerzahlungen in Höhe von 30 Millionen Euro zur Folge gehabt, wie unsere Zeitung aus Ratskreisen erfahren hat. Deshalb hat Kämmerer Alfons Reinkemeier nach mehr als einjähriger Prüfung alles abgeblasen.

Stattdessen soll der Rat im Mai einem Kooperationsmodell mit den Stadtwerken zustimmen. Diese wollen mit Marketingmaßnahmen rund um die Bäder deren Auslastung verbessern. Geplant sind etwa Auftaktveranstaltungen zur Freibad- und Wintersaison, ein Sommerprogramm, eine eigenständige Internetseite für die Bäder sowie mehr Warmbadetage, verbesserte Öffnungszeiten und die Einführung der Stadtwerke-Plus-Card als bargeldloses Zahlungsmittel. Die meisten dieser Vorschläge werden dabei schon seit Jahren diskutiert.

Verärgerung über das Bäder-Debakel

Die Verärgerung in der Ratspolitik über das Bäder-Debakel ist groß. Schließlich wurden in der Vergangenheit ein gutes Dutzend Anträge zu diesem Thema gestellt mit dem Ziel, zügig die Situation der Bäder zu verbessern und neu aufzustellen. „Es gibt keinen Plan B“, kritisiert jetzt Grünen-Ratsherr Christoph Kattentidt . „Was hat man im Jahr 2018 konzeptionell gearbeitet, außer zu warten?“ Kattentidt zeigt sich zugleich verwundert, warum von der Sportdezernentin Cornelia Wilkens in den Haushaltsberatungen keine zusätzliche Stellen für die Bäder angemeldet worden seien.

Unterdessen bedauert Stadtkämmerer Reinkemeier, dass die steuerrechtliche Prüfung des Übergangs der Bäder in einen städtischen Eigenbetrieb „zu lange gedauert“ hat. Dass die Bäder jetzt doch beim städtischen Sportamt bleiben, ändere aber nach seiner Einschätzung „nichts an den Zielen“ – nämlich „die Bäder besser auszulasten und attraktiver für die Besucher zu machen“.

SPD-Sportpolitiker Philipp Hagemann: Bäderkonzept endgültig gescheitert

Als „totale Pleite“ bezeichnet SPD-Sportpolitiker Philipp Hagemann die gescheiterte Bäder-Überführung. „In der Sache tut sich seit Jahren gar nichts, das Bäderkonzept von Schwarz-Grün ist endgültig gescheitert. Hagemann sprach sich erneut für den Bau eines „längst überfälligen“ Familien- und Freizeitbades aus. Linke-Ratsherr Rüdiger Sagel meint: Dass die Verwaltung trotz bekannter Probleme jahrelang an dem jetzt komplett gescheiterten Konstrukt festgehalten habe, sei mehr als politische Naivität.

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