„Tag der Pfarreiräte“ des Bistums Münster
Basisarbeit als Politur für den Ruf

Münster -

Über 300 Pfarreiräte kamen am Samstag auf Einladung des Bistums Münster in die Halle Münsterland, um die Entwicklung und Perspektiven der Pfarreien im Bistum weiterzuentwickeln. Die Alltagsprobleme der ehrenamtlichen Räte überlagerte jedoch ein anderes Thema.

Sonntag, 10.03.2019, 14:38 Uhr aktualisiert: 11.03.2019, 11:37 Uhr
Trommeln für das Ehrenamt: Beim „Tag der Pfarreiräte“ animierte eine Trommelgruppe die 300 Teilnehmer inklusive Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp (vorne l.) und Bischof Dr. Felix Genn (vorne M.) in der Halle Münsterland zum Mitmachen.
Trommeln für das Ehrenamt: Beim „Tag der Pfarreiräte“ animierte eine Trommelgruppe die 300 Teilnehmer inklusive Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp (vorne l.) und Bischof Dr. Felix Genn (vorne M.) und Dr. Nicole Stockhoff Leiterin der Fachstelle Gottesdienst und des Referats Liturgie (vorne r.) in der Halle Münsterland zum Mitmachen. Foto: Pjer Biederstädt

Nachwuchssorgen, Jugendarbeit, Pastoralpläne – die Herausforderungen in der ehrenamtlichen Arbeit der Pfarreiräte im Bistum Münster sind vielseitig. Beim „Tag der Pfarreiräte“ in der Halle Münsterland wurde jedoch klar, dass der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche diese Probleme zumindest stimmungsmäßig derzeit überlagert.

Es kam nicht von ungefähr, dass das Thema am Samstag im Congresssaal etwa zwei Drittel der Redezeit von Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp einnahm. Dabei sprach er sich für eine lückenlose Aufklärung aus. „Das sind wir den Opfern schuldig“, sagte er unter dem Applaus der 300 Pfarreiräte, die Bischof Dr. Felix Genn eingeladen hatte, um die Entwicklung und Perspektiven der Pfarreien im Bistum weiterzuentwickeln.

Winterkamp dankte allen, die in den Gemeinden bei der Ausarbeitung von Schutzkonzepten mitarbeiten und mit der Teilnahme an Präventivschulungen zur Verhinderung von Missbrauch beitragen. „In diesem Bereich sind wir als Bistum Münster bundesweit vorbildlich“, sagte Winterkamp.

„Tag der Pfarreiräte“ des Bistums Münster 2019

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  • Am Tag der Pfarreiräte, zum dem das Bistum Münster am 9.3.19 in die Halle Münsterland eingeladen hatte, beschäftigten sich über 300 Pfarreiräte aus 110 der 211 Pfarreien des Bistums in Anwesenheit von Bischof Dr. Felix Genn und Generalvikar Dr, Klaus Winterkamp mit der Entwicklung und Perspektive der Pfarreien im Bistum, aber auch um aktuelle Herausforderungen.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Bischof Dr. Felix Genn bedankte sich bei den Pfarreiräten für deren Einsatz für die Kirche.

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  • Die Begrüßung fand im Congresssaal der Halle Münsterland statt.

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  • Zum „Aufwärmen“ gab es eine Trommel-Performance...

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  • ...bei der die Pfarreiräte mitmachen konnten.

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  • Manche wurde sogar nach vorne an die Trommeln gebeten.

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  • Das Gros trommelte mit Plastikstäben und kleinen Trommeln mit.

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  • Neben Gebeten und gemeinsamem Singen konnten die Ehrenamtlichen an Workshops teilnehmen, die sich mit den Themen Schöpfungsbewahrung und ökofaire Gemeinde, Umgang mit Konflikten und Spannungen, Experimente wagen sowie Pastoralplan umsetzen und weiterdenken beschäftigten.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp sprach über die Herausforderungen, die in Zukunft auf die katholische Kirche im Bistum Münster zukommen. Im Mittelpunkt seiner Rede stand der Umgang mit dem Missbrauchsskandal.

    Foto: Pjer Biederstädt

Fragt man Peter Frings , scheinen die Prioritäten in der alltäglichen Arbeit der Pfarreien jedoch andere zu sein. „Bei uns stehen derzeit eher Themen wie Kita, Erstkommunion und Pastoralplan im Vordergrund“, erzählte der Pfarreirat von St. Liudger am Rande der Veranstaltung. Natürlich befasse man sich in der Pfarrei in Münsters Westen auch mit Schutzkonzepten. „Das Thema Missbrauch kocht in den Gemeinden aber erst dann hoch, wenn es einen konkreten Fall gibt“, sagte Frings. Da dem in seiner Pfarrei nicht so sei, beschäftigten ihn derzeit eher die Probleme, die der Zusammenschluss von vier Gemeinden zu einer Pfarrei mit sich bringt.

In Workshops – nur einer befasste sich mit dem Umgang von Konflikten – suchten die Laien, die aus dem gesamten Bistumsgebiet angereist waren, unter Experten-Anleitung nach Lösungen für konkrete Probleme in der Basisarbeit. Die wurzeln laut Winterkamp auch in der Verschiebung der „tektonischen Platten zwischen Gesellschaft und Religion“. Doch da helfe kein Jammern. Man könne auch mit Stil und Stolz zur Minderheit werden, sagte er.

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