Ehemaliger Arzneipflanzengarten wird aufgewertet
Ein neuer Park hinter dem Schloss

Münster -

Mitten in der Stadt könnte schon bald ein neuer Park entstehen – und zwar auf dem Gelände des historischen Arzneipflanzengartens. Stadt und Universität haben bereits eine Reihe von Ideen erarbeitet, wie es mit der Grünfläche weitergehen könnte.

Donnerstag, 14.03.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 14.03.2019, 08:13 Uhr
Der frühere Arzneipflanzengarten ist nur wenige Meter vom Schlossgarten entfernt (hinten, links). Er soll künftig zu einer öffentlichen Grünfläche werden.
Der frühere Arzneipflanzengarten ist nur wenige Meter vom Schlossgarten entfernt (hinten, links). Er soll künftig zu einer öffentlichen Grünfläche werden. Foto: Matthias Ahlke

Der historische Arzneipflanzengarten ist eine der größten Grünflächen in der Innenstadt. Das 2,5-Hektar-Areal liegt allerdings so versteckt, dass es die meisten Münsteraner überhaupt nicht kennen: zwischen Schlossgräfte und Einsteinstraße, hinter Zäunen und (im Sommer) dichten Bäumen.

Aufwertung statt Verwilderung 

Am Bekanntheitsgrad des Gartens könnte sich allerdings schon bald etwas ändern, denn die Stadt (Eigentümer) und die Universität (Pächter) haben große Pläne. Er soll zu einem „erfahrbaren Naturraum für die ganze Gesellschaft“ werden – nicht irgendwann, sondern möglichst bald, denn er weist bereits Verwilderungstendenzen auf.

Bis 2016 wurde der Garten von den Pharmazeutischen Instituten der Universität genutzt. Als diese in ein neues Gebäude am Corrensstraße umzogen, zogen die wichtigsten Pflanzen mit – dort gibt es inzwischen einen neuen Arzneipflanzengarten. Die Fläche am Schlossgarten wird seitdem deutlich weniger intensiv genutzt – der AStA der Universität betreibt hier einen studentischen Garten.

Karte Ehemaliger Arzneigarten
Foto: Grafik: Stetzkamp

CDU und Grüne reagierten prompt auf den Wegzug der Pharmazeutischen Institute. Im März 2018 forderten sie in einem Ratsantrag, den Garten zu einer öffentlichen Grünfläche zu machen, um die sich langfristig die WWU kümmern soll. Dabei verwiesen sie auf den ökologischen Wert der Fläche. Laut Umweltorganisation BUND gibt es hier neben 300 Pflanzenarten auch 60 Vogel- und zwölf Fledermausarten.

Ein Jahr nach dem Antrag hat die Stadt nun eine Vorlage erarbeitet, über die am 26. März der Umweltausschuss diskutieren wird. Dabei folgt sie einem umfangreichen Nutzungskonzept, das die Universität in der Zwischenzeit erarbeitet hat.

Das Ziel: ein Lern- und Fortbildungsort

Danach soll der historische Arzneipflanzengarten an den Botanischen Garten der Universität angeschlossen werden – ein Schritt, der nach Einschätzung von Uni-Sprecher Norbert Robers „großes Potenzial birgt“. Der historische Garten könnte zu einem außerschulischen Lernort für Schulklassen („grünes Klassenzimmer“) und zu einem Fortbildungsort für Biologielehrer werden sowie Platz für zusätzliche öffentliche Angebote des Botanischen Gartens bieten. Zudem könnten hier Öko-Systeme präsentiert werden, für die im Botanischen Garten kein Platz ist.

Das Konzept der WWU schlägt auch den Bogen zum geplanten Musikcampus, der in direkter Nachbarschaft zum Arzneipflanzengarten an der Hittorfstraße entstehen soll. In Konzertpausen könnten Besucher durch den Garten flanieren. Auch der Bau einer kleinen „Musikarena“ oder von „Musiklauben“, in denen es Freiluftkonzerte gibt, ist laut Universität denkbar.

Initiative für Erhalt des Arzneipflanzengartens

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  • CDU, Grüne und Nabu machen sich für den Erhalt des historischen Arzneipflanzengartens hinter dem Schloss stark. Foto: kal
  • CDU, Grüne und Nabu machen sich für den Erhalt des historischen Arzneipflanzengartens hinter dem Schloss stark. Foto: kal
  • CDU, Grüne und Nabu machen sich für den Erhalt des historischen Arzneipflanzengartens hinter dem Schloss stark. Foto: kal
  • CDU, Grüne und Nabu machen sich für den Erhalt des historischen Arzneipflanzengartens hinter dem Schloss stark. Foto: kal
  • CDU, Grüne und Nabu machen sich für den Erhalt des historischen Arzneipflanzengartens hinter dem Schloss stark. Foto: kal
  • CDU, Grüne und Nabu machen sich für den Erhalt des historischen Arzneipflanzengartens hinter dem Schloss stark. Foto: kal
  • CDU, Grüne und Nabu machen sich für den Erhalt des historischen Arzneipflanzengartens hinter dem Schloss stark. Foto: kal

Langfristiger Pachtvertrag soll Sicherheit geben 

Um die Erreichbarkeit des Gartens zu verbessern, denken Stadt und Universität darüber nach, die vom Schlossgarten über die Gräfte in Richtung Hittorfstraße führende Brücke neu zu gestalten.

Aus Gründen der Planungssicherheit soll es in Zukunft einen langfristigen Pachtvertrag – mindestens zehn Jahre – zwischen Stadt und Uni geben. Als nächstes soll nun ein Finanzierungskonzept erstellt werden. Dabei setzen Stadt und Universität auch auf Fördermittel von Bund und Land.

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