Türmerhorn wurde generalüberholt
Türmerin fehlen zum Glück nur noch die Möwen

Münster -

Münsters Türmerin Martje Saljé musste zwei Tage auf ihr Türmerhorn verzichten. Zum Tuten vom Lambertikirchturm griff sie auf ein „Hörchen“ aus dem eigenen Fundus zurück. Das Türmerhorn aus dem Jahre 1950 wird regelmäßig generalüberholt.

Donnerstag, 14.03.2019, 18:02 Uhr aktualisiert: 15.03.2019, 11:48 Uhr
Das Türmerhorn wird regelmäßig in der Werkstatt der Blasinstrumentenmacher Ott überholt. Das Instrument ist seit 1950 im Einsatz.
Das Türmerhorn wird regelmäßig in der Werkstatt der Blasinstrumentenmacher Ott überholt. Das Instrument ist seit 1950 im Einsatz. Foto: Oliver Werner

Anfang der Woche klang das Tuten der Türmerin vom Lambertikirchturm nicht so kraftvoll wie gewohnt. Das hatte einen Grund, denn Martje Saljé musste auf ein Ersatzhorn ausweichen, weil ihr eigentliches Instrument zur Überholung in der Werkstatt Ott an der Mondstraße war.

Am Mittwochabend, zum Dienstantritt, war Martje Saljé darum gespannt, wie sich ihr gewohntes Türmerhorn nach dieser Generalüberholung durch die Blasinstrumentenmacher wieder anhören wird. „Nach jedem Dienstabend auf dem Turm wird das Horn ohnehin geputzt und das Mundstück desinfiziert“, sagt die 38-Jährige.

Fünf Jahre ist Martje Saljé jetzt als Türmerin in Münster im Einsatz. Sechs Tage in der Woche beginnt sie dort um 21 Uhr ihren Dienst, der um Mitternacht endet. Jede volle und halbe Stunde muss sie „tuten“. Im Uhrzeigersinn geht sie um den Turm, bläst erst Richtung Süden und am Schluss gen Norden.

Münster bekommt erstmals eine Türmerin

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  • Martje Salje ist Münsters erste Türmerin: Erstmals urkundlich erwähnt wurde die heutige Touristenattraktion im Jahr 1379.

    Foto: Oliver Werner
  • Der Arbeitsplatz von Martje Salje im Turm der Lamberti-Kirche liegt 298 Stufen über dem Prinzipalmarkt.

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  • Wolfram Schulze geht nach 20 Dienstjahren Ende dieses Jahres in den Ruhestand.

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  • Die 33-jährige Martje Salje ist die erste Türmerin von St. Lamberti. Nach Angaben der Stadt Münster hat die Oldenburgerin in Deutschland noch zwei weibliche Kolleginnen: in Bad Wimpfen (Landkreis Heilbronnn) und in Lübben im Spreewald.

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  • „Das ist da oben der beste Ausblick der Welt“, sagte Martje Salje, die neue Türmerin von St. Lamberti, bei ihrer Vorstellung über ihren neuen Arbeitsplatz.

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  • Martje Salje übernimmt das Türmeramt von Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht.

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  • Mit dem täglichen Aufstieg wird die sportliche Martje Salje, hier neben ihrem Vorgänger Wolfram Schulze, keine Probleme haben: In ihrer Freizeit läuft die Musikdozentin Marathon.

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  • „Das ist da oben der beste Ausblick der Welt“, sagte Martje Salje bei ihrer Vorstellung über ihren neuen Arbeitsplatz.

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  • Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht, übergibt sein Amt an die 33-jährige Martje Salje.

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  • Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht, übergibt sein Amt an die 33-jährige Martje Salje.

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  • Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht, übergibt sein Amt an die 33-jährige Martje Salje.

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  • Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht, übergibt sein Amt an die 33-jährige Martje Salje.

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  • Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht, übergibt sein Amt an die 33-jährige Martje Salje.

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  • Martje Salje übernimmt das Türmeramt von Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht.

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  • Martje Salje spricht Englisch, Französisch und neben ein wenig Niederländisch auch Norwegisch. Damit ist sie aus Sicht der Stadt Münster die ideale Besetzung für diese touristische Aufgabe.

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  • Alle 30 Minuten muss Martje Salje in den Abendstunden in ein kupfernes Horn blasen.

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  • Der Arbeitsplatz von Martje Salje im Turm der Lamberti-Kirche liegt 298 Stufen über dem Prinzipalmarkt.

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  • Martje Salje setzte sich im Bewerbungsverfahren gegen fünf Frauen und 40 Männer durch.

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  • Der Arbeitsplatz von Martje Salje im Turm der Lamberti-Kirche liegt 298 Stufen über dem Prinzipalmarkt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die heutige Touristenattraktion im Jahr 1379.

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  • Auf die Einsamkeit im Turm freut sich Martje Salje: „Ich bin genau der Typ, der am Abend seine Ruhe haben will. Ich bin gerne alleine.“

    Foto: Oliver Werner
  • Auf die Einsamkeit im Turm freut sich Martje Salje: „Ich bin genau der Typ, der am Abend seine Ruhe haben will. Ich bin gerne alleine.“

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  • Wolfram Schulze, der nach 20 Dienstjahren in den Ruhestand geht, übergibt sein Amt an die 33-jährige Martje Salje.

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Bei dem Horn handelt es sich immer noch um das erste, das 1950 angefertigt wurde. Das ursprüngliche Horn sei in den Kriegswirren verschwunden.

Doch die Münsteraner scheinen ein feines Gehör für das Tuten zu haben. Sie werde selbst bei Marktbesuchen darauf angesprochen, wenn sie zum Ersatzhorn greifen muss und das Tuten anders klingt, sagt Martje Saljé. Das Ersatzhorn stammt aus ihrem eigenen Fundus und ist wesentlich kleiner als das 1,20 Meter lange Original.

Super empfindet Martje Saljé die derzeitige frische Brise in 75 Metern Höhe. „Da pfeift ein schöner Wind“, beschreibt die Türmerin ihren Arbeitsplatz. Es fehlten ihr nur noch die Möwenschreie, dann würde sich Martje Saljé, die aus dem Norden Deutschlands kommt, wie zu Hause fühlen. „Hagel und Regen, ich liebe es“, schwärmt die 38-Jährige.

Besten Schutz bei ihrem Job bietet ihr ein dicker Wollumhang, der für sie extra von einer Schneidermeisterin zum Dienstantritt angefertigt worden sei.

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