Schüler erhalten Unterstützung
Erwachsene entdecken Klima-Bewegung

Münster -

Der Kritik folgt Rückenwind: Erwachsene wollen den für das Klima streikenden Schülern als „Parents for Future“ den Rücken stärken, andere setzen darauf, die Impulse der Jugendbewegung aufzunehmen und politisch ins Feld zu führen.

Donnerstag, 14.03.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 14.03.2019, 21:50 Uhr
Marcus Erning (v.l.), Michael Tillmann und Klaus Kasimier rufen auch Erwachsene auf, sich an den Klimastreiks von Fridays for Future zu beteiligen.
Marcus Erning (v.l.), Michael Tillmann und Klaus Kasimier rufen auch Erwachsene auf, sich an den Klimastreiks von „Fridays for Future“ zu beteiligen. Foto: Björn Meyer

In über 80 Ländern gehen am Freitag (15.3.) Schüler und Studenten auf die Straße, um für eine nachhaltigere Klimapolitik zu streiken. Vermehrt erhalten die jungen Leute nun auch Unterstützung von Erwachsenen. In Münster haben sich rund 70 Leute zu „Parents for Future“ zusammengeschlossen. Zudem liegt der Redaktion eine „Münsteraner Erklärung zur Klimastreikinitiative Fridays for Future“ vor, die in den vergangenen Tagen von rund 150 Menschen unterzeichnet worden ist.

Eine Firewall" für den Nachwuchs

„Wir möchten eine Art Firewall für die Jugendlichen sein. Wir halten ihnen den Rücken frei“, sagt Marcus Erning . Der 43-Jährige engagiert sich bei Münsters „Parents for Future“ – und das, obwohl sein Sohn mit acht Jahren gar nicht Teil der Bewegung ist. „Er ist vielleicht noch zu jung dafür, aber genau deshalb bin ich sozusagen sein Vertreter“, sagt Erning. Für ihn ist wichtig: „Wir wollen die Schüler motivieren, dass das, was sie da tun, in Ordnung ist.“ Genau wie viele andere hat auch Erning in diesem Zuge die „Münsteraner Erklärung zur Unterstützung der Klimastreikinitiative“ unterschrieben. Diese appelliert an die Politik, das Klimaschutzgesetz, für das ausgerechnet Bundesumweltministerin Svenja Schulze aus Münster kämpft, zu beschließen. Eine weitere Forderung ist, dass Deutschland bis 2030 die Kohlestromversorgung beendet. Weiter heißt es: „Hören Sie auf, das mangelnde Engagement im Klimaschutz mit der Gefährdung von Wohlstand, Wachstum und Arbeitsplätzen zu rechtfertigen.“ Die ökologische Belastbarkeit der Erde müsse dem Streben nach Wohlstand und Wachstum Grenzen setzen. Zudem fordert die Erklärung: „Schaffen Sie Räume für einen offenen gesamtgesellschaftlichen Dialog über unsere Zukunftsverantwortung in Münster und darüber hinaus.“

Münsteraner „Klimagespräche" gefordert

Man wolle die Impulse, die durch die Klimastreiks gesetzt worden seien, „ins Politische übersetzen“, so Michael Tillmann, einer der Initiatoren der Erklärung. Er wünscht sich für Münster „Klimagespräche“ und wirft dem Oberbürgermeister vor, sich noch nicht in der Sache geäußert zu haben. Dass vielleicht nicht jeder Schüler die Einmischung der Erwachsenen in die Bewegung der Schüler unterstützt, ist für Tillmann nicht entscheidend: „Wir müssen in der Sache weiterkommen, auch wenn der eine oder andere Schüler dann enttäuscht ist. Das gehört zum Lernprozess.“  

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