A1-Bürgerinitiative benennt Alternativen
Parken im Gewerbegebiet statt an der Raststätte

Münster -

Die Debatte über den umstrittenen Ausbau der Raststätten an der A1 geht weiter. Jetzt unterbreitet die Bürgerinitiative Landschaftsschutz Roxel eigene Vorschläge, um das Problem zu lösen – ohne Ausbau der Raststätten.

Freitag, 15.03.2019, 07:00 Uhr aktualisiert: 15.03.2019, 07:38 Uhr
Die Raststätten-Diskussion geht weiter.
Die Raststätten-Diskussion geht weiter. Foto: Gunnar A. Pier

Ist es möglich, in Münster zusätzliche Lkw-Parkplätze entlang der A 1 zu schaffen, ohne dass die beiden Raststätten in Roxel ausgebaut werden müssen – und wenn ja, wie?

Über diese Frage wird in Münster seit dem vergangenen Wochenende, als unsere Zeitung diese Frage gestellt hat, heftig diskutiert. Jetzt hat sich Theodora Bockem-Rohleder, Sprecherin der Bürgerinitiative Landschaftschutz Roxel, zu Wort gemeldet. Im Gespräch mit unserer Zeitung verwahrt sie sich gegen die Vermutung, das Parkplatzproblem solle nach dem „Sankt-Florian-Prinzip“ gelöst werden.

Oberstes Ziel müsse es sein, so die Sprecherin, einen weiteren Flächenverbrauch zu verhindern. Für die Bürgerinitiative (BI) macht sie konkrete Vorschläge.

►  Gewerbegebiete und Industrieflächen nutzen: Lkw-Fahrer sollen zur Wahrung ihrer Ruhezeiten die A 1 verlassen und in Münster nicht genutzte Gewerbeflächen ansteuern. Als Beispiele nennt Bockem-Rohleder auf Anfrage unserer Zeitung den Hansabusinesspark in Amelsbüren, das Gewerbegegebiet Im Derdel in Roxel, sowie andere Gewerbegebiete in Autobahnnähe sein. So käme zum Beispiel das Gewerbegebiet Haus Uhlenkotten mit dem großen Parkplatz am Möbelhaus Finke in Frage. Ob dies indes vom Eigentümer geduldet wird, ist eine andere Frage. In Amelsbüren kämen Flächen an der Kölner Straße, der Kopenhagener Straße oder der Deventerstraße in Frage. Entlang der Straßen wird bereits heute oft geparkt.

Während der Hansabusinesspark über die Abfahrt Hiltrup direkt an die A 1 angebunden ist, wäre der Anfahrtsweg zum Gewerbegebiet Im Derdel länger. Er würde ab Autobahnkreuz Nord über die Steinfurter Straße, die Austermann-Straße und dann weiter über die Roxeler Straße führen.

►  Kolonnenparken: An den Raststätten in Roxel wie auch anderswo, so der Vorschlag der BI, soll die Belegung der Lkw-Parkplätze digital gesteuert werden. Je nachdem, zu welchem Zeitpunkt der Lkw-Fahrer die Raststätte wieder verlassen möchte, werden die Parkplätze ausgesucht und die Lkw entsprechend zusammengestellt. Diese Methode lässt ein „verdichtetes“ Parken zu.

►  Autobahn-Parkhäuser: An den beiden Raststätten in Roxel wie auch anderswo sollen nach dem Willen der BI Parkhäuser für Pkw gebaut werden. Ein Parkhaus mit vielen Etagen schafft ein vergleichsweise großes Angebot bei geringem Flächenverbrauch. Auf diese Art könnte der Flächenbedarf für Pkw an den Raststätten verringert und die frei werdende Fläche dem Lkw-Parken zugeschlagen werden.

►  Finanzen: Der Landesbetrieb Straßen NRW kalkuliert nach Angaben der BI für die angestrebten 100 zusätzlichen Lkw-Parkplätze mit Kosten von 70.000 Euro je Platz. Die insgesamt sieben Millionen Euro sieht die BI in ihrem Alternativkonzept, das sie zur Diskussion stellt, besser angelegt.

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