Professioneller Facility-Manager
Analysiert, kontrolliert und optimiert

Münster -

Peter Schmidt lebt häufig aus dem Koffer. Der 52-Jährige ist als Facility-Manager unterwegs, um in gewerblichen Betrieben unter anderem Energiekosten zu optimieren und die Haftungsrisiken einzugrenzen. Schmidt ist auch für das europäische Patentamt in Den Haag im Einsatz.

Freitag, 15.03.2019, 12:00 Uhr
Das Europäische Patentamt in Den Haag: Peter Schmidt aus Münster kümmert sich um die Software für das Facility-Management.
Das Europäische Patentamt in Den Haag: Peter Schmidt aus Münster kümmert sich um die Software für das Facility-Management. Foto: Peter Schmidt

Peter Schmidt ist oft in Berlin, reist mindestens zwei Tage pro Woche in die Niederlande und ist zurzeit häufig in Lünen anzutreffen. Der 52-Jährige beschäftigt sich mit dem Thema Facility-Management für gewerbliche Immobilien. In diesem Zusammenhang kümmert er sich auch um das Europäische Patentamt in Den Haag.

Der Münsteraner hat aber noch mehr Baustellen. Er war in das Facility-Management eines neuen Einkaufszentrums in Berlin-Steglitz involviert, das sich über 145 000 Quadratmeter erstreckt. Momentan hat er es mit einem 17 Meter hohen Hochregallager in Lünen zu tun, das für die Feuerwehr nicht mehr erreichbar ist und auf anderem Wege brandschutztechnisch gesichert werden muss.

Angefangen habe seine Spezialisierung unter anderem als Facility-Manager der Kinokette Cine-Star. Ein Personalberater wurde dabei auf den Münsteraner aufmerksam. Die Verantwortlichen für das Europäische Patentamt in Den Haag wollten ihn anwerben. Damals war Schmidt kurz davor, sich selbstständig zu machen. Der Münsteraner griff zu und kümmert sich bis heute – aber als Freiberufler – um seine Aufgaben im Europäischen Patentamt in den Niederlanden.

Peter Schmidt

Peter Schmidt Foto: gh

Insgesamt 205 Millionen Euro habe der Neubau des Patentamtes am Regierungssitz der Niederlande gekostet. Im vergangenen Jahr wurde das Gebäude mit einer gläsernen Vorhangfassade eingeweiht. Schmidt berichtet von 1900 Arbeitsplätzen auf 26 Etagen. 108 Meter ist das Gebäude hoch und 156 Meter lang. Der Münsteraner kümmert sich um das Gebäudemanagement – vor allem aber um die Software, damit die Technik läuft. Allein 30 Aufzugsanlagen müssen regelmäßig überprüft werden. Die Sprinkleranlage mit über 2000 Rauchmeldern wird einmal pro Woche hochgefahren. Ein riesiges Notstromaggregat steht bereit und wird turnusgemäß wie sämtliche Elektroanlagen im Haus sowie das Trinkwasser überprüft. 30 Mitarbeitern kümmerten sich im Facility-Management des Patentamtes nur um die Technik, die nach Angaben von Peter Schmidt einen Wert von mindestens 30 Millionen Euro habe.

Schmidt nutzt die Zugfahrten, um sich mit den Softwareproblemen auseinanderzusetzen. Ansonsten nutzt der Facility-Manager ein eher bescheidenes Büro in einer ehemaligen Dienststelle der Post an der Dortmunder Straße. Dort, wo früher Postmitarbeiter ihre Dienstkleidung bekamen, hat sich Peter Schmidt eingerichtet. Von hier aus steuert er seine Aufgaben, die vom ersten Facilitymanagement-Check bis zur Brandschutzmaßnahme reichen. Schmidt begleitet Baumaßnahmen und dokumentiert jeden Schritt. Das sei heute für Unternehmen auch bei Gewährleistungsfragen oder Versicherungsfällen entscheidend, sagt Schmidt, dem Anfragen aus allen Branchen vorliegen – vom Atomkraftwerk bis zum Flughafen. Seine Ausbildung im Handwerk komme ihm heute zugute, sagt Schmidt, der zunächst eine Lehre als Fliesenleger absolviert hat. Durch den Zivildienst bekam er Kontakt zum Rettungsdienst und schloss eine Ausbildung zum Rettungssanitäter an. Dann war er als Blauhelm im Irak im Einsatz, bevor er an der Fachhochschule in Münster und in Deventer studiert hat. Der Diplom-Ökotrophologe mit der Fachrichtung Dienstleistung und Facilitymanagement schloss nach dem Bachelor noch den Fachplaner für vorbeugenden Brandschutz an.

Schmidt sammelte Erfahrungen bei einem IT-Anbieter in Arnheim, der sich mit der Digitalisierung des Gebäudemanagements für Kunden in Europa beschäftigt. Der Münsteraner leitete später drei Jahre lang das Facility-Management der Nordsee mit damals 320 Filialen. Er begleitete den Umbau der Nordsee-Filiale auf der Ludgeristraße und die Modernisierung auf der Salzstraße.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6471127?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Selbst die Kinder nahmen Drogen
Dieser Motorroller wurde Ende Mai von der Feuerwehr aus dem BSG-Teich gefischt. Das Fahrzeug war gestohlen und danach in dem Teich entsorgt worden.
Nachrichten-Ticker