Europäischer Aktionstag zur Stammzellforschung
Schüler besuchen Krebsforscher im Labor

Münster -

Aggressive Tumorzellen im Reagenzglas und Forschung hautnah: Schüler aus Bioleistungskursen besuchten am europäischen Aktionstag zur Stammzellforschung ein Labor am Uniklinikum. Hier wird Krebsforschung betrieben, um neue Therapieformen zu entwickeln.

Freitag, 15.03.2019, 17:08 Uhr aktualisiert: 15.03.2019, 20:46 Uhr
Schüler aus Bio-Leistungskursen besuchten am Freitag das Forschungslabor der Klinik für Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Uniklinikum.
Schüler aus Bio-Leistungskursen besuchten am Freitag das Forschungslabor der Klinik für Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Uniklinikum. Foto: hö

Stammzellforscher Prof. Dr. Martin Götte schwenkt eine Lösung mit hochaggressiven Tumorzellen einer verstorbenen Patientin in einem Glasbehälter, während ihm Schüler aus Bio-Leistungskursen gebannt zuhören. Zum europäischen Aktionstag des Stammzellnetzwerks NRW zeigt der Leiter des Forschungslabors der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, welcher Beitrag zur Brustkrebsforschung am Uniklinikum geleistet wird. Götte erforscht mit seinem Team vor allem, wie Brustkrebszellen mit Stammzell-Eigenschaften, die sich als resistent gegenüber Chemotherapien oder Bestrahlungen erwiesen haben, unschädlich gemacht werden können.

Der Wissenschaftler zeigt unter dem Mikroskop einen vergrößerten Tumorzellschnitt. „Wir wollen herausfinden“, erklärt Götte, „wie bestimmte Gene funktionieren, die für die Krebsentstehung zuständig sind“, wie man das Wachstum solcher Tumorstammzellen hemmt oder sie ganz ausschaltet. Sven-Ole Bus vom Overberg-Kolleg, hat sich über seinen Biologie-Leistungskurs hinaus bereits intensiv mit dem Thema beschäftigt, will beispielsweise wissen, wie mutierte DNA-Sequenzen repariert werden können, um Krankheiten zu bekämpfen. „Ein spannendes Thema“, sagt der angehende Abiturient. Von Entdeckungen im Labor bis zu einsatzbereiten Medikamenten vergehen laut Götte allerdings oft zehn Jahre.

Statt der Arbeit mit embryonalen Stammzellen, deren Gewinnung in Deutschland für die Forschung ohnehin verboten sei, arbeiteten viele Forscher mit sogenannten polipotenten Stammzellen, die sich unter Verwendung bestimmter Proteine aus normalen Körperzellen gewinnen ließen und aus denen unterschiedliches Gewebe entstehen könne, erklärt Götte.

Aktionstag Stammzellforschung für Schüler

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  • Einblicke in die Brustkrebsforschung am Uniklinikum erhielten Schüler aus Münster und dem Münsterland beim Besuch des Forschungslabors von Prof. Dr. Martin Götte an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Foto: hö
  • Einblicke in die Brustkrebsforschung am Uniklinikum erhielten Schüler aus Münster und dem Münsterland beim Besuch des Forschungslabors von Prof. Dr. Martin Götte an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Foto: hö
  • Einblicke in die Brustkrebsforschung am Uniklinikum erhielten Schüler aus Münster und dem Münsterland beim Besuch des Forschungslabors von Prof. Dr. Martin Götte an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Foto: hö
  • Einblicke in die Brustkrebsforschung am Uniklinikum erhielten Schüler aus Münster und dem Münsterland beim Besuch des Forschungslabors von Prof. Dr. Martin Götte an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Foto: hö
  • Einblicke in die Brustkrebsforschung am Uniklinikum erhielten Schüler aus Münster und dem Münsterland beim Besuch des Forschungslabors von Prof. Dr. Martin Götte an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Foto: hö
  • Einblicke in die Brustkrebsforschung am Uniklinikum erhielten Schüler aus Münster und dem Münsterland beim Besuch des Forschungslabors von Prof. Dr. Martin Götte an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Foto: hö
  • Einblicke in die Brustkrebsforschung am Uniklinikum erhielten Schüler aus Münster und dem Münsterland beim Besuch des Forschungslabors von Prof. Dr. Martin Götte an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Foto: hö

Bei seiner Brustkrebsforschung gehe es vor allem darum herauszufinden, „welche Moleküle verantwortlich sind für die Stammzelleigenschaften der Tumorzellen, um einen Angriffspunkt für neue Therapien zu finden“. Spannend findet das der Besuch. Und vielleicht sieht Götte den ein oder anderen Schüler später im Uni-Hörsaal wieder. Denn einige in der Runde wollen nach dem Abi in diesem Jahr Medizin studieren.

Stammzelltag

Seit elf Jahren findet im März ein europäischer Aktionstag zur Stammzellforschung, der „UniStern Day“ statt. Ziel ist es, an Schulen vermitteltes Wissen zu Fragen der Stammzellforschung zu vertiefen, Einblicke in die Forschungspraxis zu ermöglichen und die Neugier der Schülerinnen und Schüler zu wecken. In 15 Ländern öffneten am Freitag 99 Institute ihre Türen, so auch an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Münster, wo der Brustkrebs im Focus steht.

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