„Nacht der Bibliotheken“
Diözesanbibliothek lädt zum Entdecken, Stöbern und Spenden

Münster -

Alle zwei Jahre findet deutschlandweit die „Nacht der Bibliotheken“ statt. Dieses Jahr beteiligte sich erneut die Diözesanbibliothek daran und öffnete für alle Interessenten ihre Pforten. Viele nutzten dies, um das markante Gebäude mal von innen kennenzulernen.

Samstag, 16.03.2019, 10:43 Uhr aktualisiert: 16.03.2019, 10:53 Uhr
„Nacht der Bibliotheken“: Diözesanbibliothek lädt zum Entdecken, Stöbern und Spenden
Die „Nacht der Bibliotheken“ lockte viele Interessierte in die Diözesanbibliothek. Foto: Maria Conlan

„Wir hatten schon länger vor, mal hierher zu kommen. Jetzt haben wir in der Zeitung von der Nacht der Bibliotheken gelesen. Das gab den Ausschlag für unseren Besuch“, erklärte Ehepaar Antrup aus Münster. Die beiden bestaunten die alten Bücher in den Vitrinen, bevor sie sich einer Führung anschlossen, die ebenfalls dazu Einblick gewährte, was sonst der Öffentlichkeit verborgen bleibt. Von 18 bis 22 Uhr herrschte ein reges Kommen und Gehen am Überwasserkirchplatz.

Große Anziehungskraft übte der Bücherflohmarkt im Obergeschoss aus. „Ich bin schwer beeindruckt von dem Angebot“, schwärmte ein Stammbesucher über die „sehr gute Fachbibliothek in Münster“. Die Bücher wechselten gegen Spende den Besitzer. Der Erlös kommt einem Partnerschaftsprojekt mit Ghana zugute, einem Begegnungsprogramm zwischen der Theologischen Fakultät der WWU und dem Priesterseminar in Tamale.

Das Flohmarktangebot reichte von Handarbeitsbüchern über dicke Bildbände, theologische Fachliteratur und Belletristik bis zum Jugendbuch. Auch Inga Wennemer wurde fündig. „Ich bin das erste Mal hier. Ich habe im Internet von dem Bücherflohmarkt gelesen.“

„Handschriften üben Faszination aus“

Neben der Spendenkasse stand die langjährige Mitarbeiterin Gertrud Gaukesbrink. Schon fast 28 Jahre arbeitet sie in der Diözesanbibliothek. Einen ausgesprochenen Lieblingsort hat sie nicht in diesem Gebäude. Allerdings führt sie gern im Santini-Lesesaal Aufsicht – trotz der niedrigen Temperaturen dort. „Die Sammlung darf nur dort benutzt werden. Die Handschriften üben eine Faszination auf mich aus, die Originale von Händel oder Santini.“ Einblick in die rund 4500 Handschriften werden nur für Forschungszwecke gewährt, außer am Freitag. Mitarbeiter zeigten bei den Führungen auch diese Schätze.

Das handschriftliche Notenblatt von Max von Droste-Hülshoff.

Das handschriftliche Notenblatt von Max von Droste-Hülshoff. Foto: Maria Conlan

Bibliotheksleiter Dr. Peter Behrenberg erläuterte, dass immer wieder Restaurationsbedarf bestehe. Als Beispiel zeigte er die handgeschriebenen Notenblätter von Max von Droste-Hülshoff (1762-1840), dem Onkel von Annette. Alternative Kompositionen auf kleinen Zetteln hatte er mittels Stecknadeln aufs Notenblatt gesteckt. „Das schadet dem Papier“, betonte der Bibliotheksleiter und ist stolz auf die Alternativlösung der Restauratoren. Bei der „Nacht der Bibliotheken“ war für die Besucher die Begeisterung der Mitarbeiter spürbar.

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