Benefizkonzert der Stiftung Denkmalschutz
Ein Abend als Geschenk

Münster -

Was für ein Abend: Ausdrucksstarke Musik und ein Hauch von Geschichte. Das Benefizkonzert der Stiftung Denkmalschutz war eine rundum gelungene Sache.

Sonntag, 17.03.2019, 17:30 Uhr aktualisiert: 17.03.2019, 18:02 Uhr
Elisabeth Hemfort (v.l., Ortskuratorium), Melina Hessel (Rezitatorin des Schlaun-Gymnasium), Violinist Florian Sonnleitner und Sigrid Karliczek (Vorsitzende Ortskuratorium)
Elisabeth Hemfort (v.l., Ortskuratorium), Melina Hessel (Rezitatorin des Schlaun-Gymnasium), Violinist Florian Sonnleitner und Sigrid Karliczek (Vorsitzende Ortskuratorium) Foto: eo

Ein Abend voller Geschenke – der Geiger Florian Sonnleitner beschenkte seine Zuhörer mit einem anspruchsvollen Strauß virtuoser Solosonaten. Und die Zuhörer schenkten zurück, nämlich Spenden für die Stiftung Denkmalschutz. Sigrid Karliczek , Vorsitzende des Ortskuratoriums der Stiftung, konnte am Samstagabend mit diesem achten Benefizkonzert im überfüllten Festsaal des Erbdrostenhofes hoch zufrieden sein und kündigte für das nächste Jahr gleich das nächste Benefizkonzert an.

Die Architektin Sigrid Karliczek nahm Bezug auf das Jubiläum des Bauhauses, dort sei kein Platz für überflüssigen Ballast gewesen, wies sie auf die ausladende Fülle im Erbdrostenhof hin. Diese sei aber nicht nur barocke Hülle, sondern weise mit der Familie Droste zu Vischering eines der bedeutendsten Adelsgeschlechter des Münsterlandes auf.

Florian Sonnleitner, vor einem Jahr als erster Konzertmeister des Bayerischen Rundfunks verabschiedet, ist nicht nur ein begnadeter Musiker, sondern auch ein versierter Erzähler, der fesselnd in die Musikstücke von Telemann bis Bach einführt („von der Hausmusik zur Metaphysik“), was er dann ergänzte von der „geistvollen Hausmusik“. Die Fantasien von Georg Philipp Telemann waren ein klangvolles Beispiel für diese geistvolle Hausmusik. Dann zu seinem Favoriten Johann Sebastian Bach („das ist transzendente Meditation“), dem immer wieder mathematische Querverbindungen nachgewiesen werden, was aber der anspruchsvollen Musikalität keinen Abbruch tut, wovon sich die Zuhörer vor allem bei der Suite C-Dur überzeugen konnten. Man meinte noch das ursprüngliche Cello durchhören zu können, so sinnlich warm klang die Bratsche. Die übrigens 1900 in Lille gebaut wurde, während die Violine fast so alt wie der Erbdrostenhof (1753-1757) ist, sie stammt von Guadagnini in Cremona aus dem Jahre 1758. Die Zuhörer dankten dem Solisten mit lang anhaltendem Beifall.

Zurück zur Familie Droste Vischering: Maria Droste zu Vischering wurde 1863 im Erbdrostenhof geboren, sie wurde Ordensschwester in der Kongregation der Schwestern vom Guten Hirten, der sich der Fürsorge benachteiligter Mädchen und Frauen verschrieben hat. Sie starb sehr früh, im Alter von nur 36 Jahren in Porto, 2005 wurde sie selig gesprochen. Diese vorbildliche Persönlichkeit erstand in abwechselnder Rezitation aus Originaltexten durch die Schlaun-Schülerin Melina Hessel („sie steht kurz vor dem Abitur“) und Elisabeth Hemfort vom Ortskuratorium. Das war eine gelungene Bereicherung dieses ohnehin schon reichen Konzertabends. Zur Maria Droste Vischering gibt es seit 2017 ein Buch von Hugo Goecke: Von der Gräfin zur selbstlosen Dienerin.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6478034?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Live-Auftritt krönt Teilnahme von Steinfurterin bei „Dein Song“
Finale von Kika-Sendung: Live-Auftritt krönt Teilnahme von Steinfurterin bei „Dein Song“
Nachrichten-Ticker