Männergesangverein wird 100
„Helles Lied, wahres Wort“

Münster -

Mit einem Stiftungsfest feiert der Quartettverein „Rheingold“ am 23. März sein 100-jähriges Bestehen. Vorgestellt wird auch eine Chronik, die die wechselhafte Geschichte des Männergesangvereins dokumentiert.

Dienstag, 19.03.2019, 10:00 Uhr
Die Chronik zum 100-jährigen Bestehen des Quartettvereins Rheingold ist schon fertig (v.l.): Heinz Freisfeld, Heinz Kenter, Felix Seeberger, Vorsitzender Dominik Timmermann und vor ihm Heribert Heitbrock.
Die Chronik zum 100-jährigen Bestehen des Quartettvereins Rheingold ist schon fertig (v.l.): Heinz Freisfeld, Heinz Kenter, Felix Seeberger, Vorsitzender Dominik Timmermann und vor ihm Heribert Heitbrock. Foto: hpe

Sie waren laut Chronik „von Idealismus und Liebe zum deutschen Liedgut beseelt“: 1919, als auch Münster noch unter den Folgen des Ersten Weltkrieges litt, gründete Josef Jöcker mit 14 Männern, die „um den Kanal herum“ wohnten, in der Gaststätte Kals an der Sternstraße einen Gesangverein und nannte ihn „Rheingold Münster“. Am kommenden Wochenende wird das Stiftungsfest zum 100-Jährigen gefeiert, und noch immer ist die Freude am Chorgesang Antriebsfeder für den Erfolg.

In den Gründerjahren ging es allerdings wenig harmonisch zu. Schon 1920, als die Sänger in Hagen erfolglos an ihrem ersten Wettstreit mit anderen Chören teilnahmen, brach die Truppe auseinander. Ein Teil ging und gründete unter dem Namen „Heideblümchen“ einen neuen Verein, erfolgreicher war allerdings auf Dauer gesehen Vorsitzender Jöcker mit seinen damals noch verbliebenen acht „Rheingold“-Freunden.

In ganz NRW bekannt

Unter dem Wahlspruch „Rheingold, hell unser Lied, wahr unser Wort“ war der Quartettverein schnell in ganz Nordrhein-Westfalen bekannt und beliebt.

„Ohne das unermüdliche Engagement aller Aktiven über einen solch langen Zeitraum wäre eine gute Chorarbeit gar nicht möglich“, so Uwe Berger , Vorsitzender des Chorverbandes Münster. Die Rheingolder seien „Teil der lebendigen Gesangskultur in Münster und weit darüber hinaus“, so Berger. 1968 wurde erstmals der begehrte Titel „Meisterchor“ erreicht, bis heute ist man stolz auf diese Auszeichnung.

26 eigene Karnevalsschlager

Als eigenständige Gruppe im Verein sind seit 45 Jahren die „Fidelen Bierkutscher“ während der närrischen Zeit aktiv und veranstalten mit der Verleihung der „Goldenen Peitsche“ einen der gesellschaftlich wichtigsten Events während der Fünften Jahreszeit. 26 eigene Karnevalsschlager zeugen von der Kreativität der Textdichter, Solisten und Chorleiter.

Inzwischen gibt es eine Chorgemeinschaft mit dem MGV Rinkerode und der Leitung von Franz-Josef Angenendt.

Zum 100. Stiftungsfest am Samstag (23. März) ab 19 Uhr im ehemaligen Haus Münsterland in Handorf wird auch Oberbürgermeister Markus Lewe erwartet. Vorgestellt wird die von Heribert Heitbrock erstellte Chronik. Sie dokumentiert eindrucksvoll und facettenreich die Höhen und Tiefen in der wechselvollen Geschichte des Quartettvereins und wird mit historischen Bildern bereichert.

Endlich Nachwuchs

So wird beispielsweise von den vielen Erfolgen dank der Stimmgewaltigkeit seiner Sänger und der Kompetenz der Chorleiter Karl-Heinz Keller und Franz Anfang berichtet. Die Teilnahme an internationalen Preissingen, Chortreffen in der Halle Münsterland und Reisen prägten den Verein. Nach Jahrzehnten als „Meistersinger“ fehlte es zwischendurch an motivierten Aktiven, nach kritischen Jahren ging es auch dank der „Bierkutscher“ wieder aufwärts, und inzwischen finden auch junge Männer wieder Gefallen am Rheingold-Chorgesang.

Beim Stiftungsfest wird es zahlreiche Liedvorträge geben. Begrüßt werden die Festgäste durch den Vorsitzenden des Quartettvereins, Dominik Timmermann.

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