Zu wenig aktive Mitglieder
Klüngelwache abgemeldet

Münster -

Kleinere Karnevalsgesellschaften haben es schwer: Einige verschwinden gerade wohl für immer von der närrischen Bühne. Dabei gibt es einen Vorschlag, der die Lage verbessern könnte.

Freitag, 22.03.2019, 22:00 Uhr
Das waren noch Zeiten: 2009 präsentierte sich die „Klüngelwache“ noch mit vielen Aktiven, rechts Präsident Peter Farwer. Inzwischen gibt es kaum noch Mitglieder, nun löst sich die Gesellschaft auf.
Das waren noch Zeiten: 2009 präsentierte sich die „Klüngelwache“ noch mit vielen Aktiven, rechts Präsident Peter Farwer. Inzwischen gibt es kaum noch Mitglieder, nun löst sich die Gesellschaft auf. Foto: hpe

Das Ende war schon länger absehbar, jetzt ist es amtlich: Der Karnevalsverein „Klüngelwache“ löst sich nach gut 35 Jahren auf, weil es an Aktiven fehlt. Ein auch im Bürgerausschuss Münsterscher Karneval (BMK) bekanntes Pro­blem, dass auch andere Gesellschaften in schweres Fahrwasser führt.

„Es tut mir in der Seele weh, aber es gab keine Alternative“, so der langjährige Präsident Peter Farwer . Er hat bereits bei einer Versammlung in der vergangenen Woche sein Amt niedergelegt, ein Nachfolger wurde unter den noch verbliebenen zwölf Mitgliedern nicht gefunden. Über Jahrzehnte präsentierte sich die „Klüngelwache“ als pseudo-militärisch angehauchte Spaßtruppe in ihren historischen Kostümen auf den närrischen Bühnen. Besonders stolz ist man auf den Rosenmontagswagen in Form eines Feldlagers, er soll nun an eine interessierte Gesellschaft verkauft werden.

Farwer: „Uns fehlte es einfach an Aktiven, die mal mit anpacken wollen. Zum Feiern kommt jeder gern, das reicht aber nicht.“ Die Auflösung soll im Mai in einer Versammlung endgültig besiegelt werden.

Auch bei der KG Groß Mauritz, die in der vergangenen Session ihr 111-jähriges Bestehen feierte, sieht es schlecht aus. Präsident Udo Saatröwe will im Mai seinen Posten wohl niederlegen, aus den dann noch verbliebenen acht Mitgliedern bietet sich niemand an, der die Verantwortung übernehmen will. Weil es an Aktiven fehlt, hat sich die Gesellschaft schon länger vom Wagenbau verabschiedet.

Noch Hoffnung gibt es hingegen bei den ebenfalls stark dezimierten Witten Müsen. Präsident Henry Pohlmann, der vor zwei Jahren schon einmal über die Auflösung der Traditionsgesellschaft nachdachte, will nicht aufgeben. „Es läuft etwas abgespeckt, aber definitiv weiter“, so Pohlmann.

Der BMK appelliert seit Jahren an die kleineren Vereine, sich zusammenzuschließen und gemeinsam Sitzungen zu organisieren. Bislang allerdings ohne Erfolg.

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