Pro & Contra
Ist eine Erhöhung der Elternbeiträge in Kitas vertretbar?

Münster -

Ist es vertretbar, dass die Stadt Münster die Elternbeiträge für die Betreuung in Kitas erhöht? Dies ist in dieser Woche die Frage in unserer Rubrik „Pro & Contra“.

Samstag, 23.03.2019, 17:00 Uhr
Pro & Contra: Ist eine Erhöhung der Elternbeiträge in Kitas vertretbar?
Münster will die Kita-Beiträge erhöhen. Foto: dpa

Pro: Halbwegs gerecht

Keine Frage: Es ist nie  schön, wenn die Preise anziehen. Und überhaupt: Es gibt Bundesländer, in denen die Kita für (fast) alle kostenlos ist.  Politisch argumentiert ist es nachvollziehbar, generell kostenfreie Bildung zu fordern. Aber solange das Kinderbildungsgesetz des Landes seine Zuschüsse daran orientiert, dass Kommunen Beiträge erheben, ist das mit Blick auf die kommunalen Haushalte schwer umzusetzen.

Denn Beiträge und Landeszuschüsse decken in Münster bei Weitem nicht die Kosten des enorm wachsenden Kita-Betriebs. Wenn Eltern nun zwei Prozent mehr an Beiträgen zahlen, dann sind davon jene ausgenommen, die weniger als 37 000 Euro an Jahreseinkommen zur Verfügung haben. Diese Einkommensgrenze, die Münster hier festgesetzt hat, liegt in allen anderen NRW-Kommunen niedriger und schont gering verdienende Familien. Auch die dynamische Steigerung ist halbwegs gerecht: Je niedriger der Verdienst, desto geringer der Anstieg. Auf Beiträge  und damit auch auf Erhöhungen könnte die Stadt erst verzichten, wenn das Land andere Grundlagen schafft.

 Von Karin Völker

Contra: Politik gegen Familien

Steigende Preise, höhere Löhne für Erzieher, wachsende Ansprüche und auch die Inflation – es wird immer mehr Geld für Kinderbetreuung benötigt. Die Frage ist aber, wie lange die Politik diese Kosten in einer Stadt, in der ein Durchschnittsverdiener seine Familie kaum alleine ernähren kann, abwälzen will. In der Landeshauptstadt Düsseldorf sind Kitas für Ü3-Kinder längst kostenlos. In den Nachbarländern Rheinland-Pfalz und Niedersachsen sind Kitas ebenfalls ab dem Kindesalter von zwei beziehungsweise drei Jahren kostenlos.

In Münster, einer Stadt, in der es gerade für große Familien kaum noch bezahlbaren Wohnraum gibt, ist der Trend dagegen ein völlig anderer. Hier ist grundlegende Bildung richtig teuer. Lediglich Eltern, deren Verdienst unter 37 000 Euro im Jahr liegt, müssen hier nicht zahlen. In Zahlen bedeutet dies, dass Paare, die mit schmalen 50 000 Euro brutto im Jahr auskommen müssen, sechs Euro mehr Elternbeitrag pro Monat zahlen. Das sind 60 Prozent der Erhöhung des gesamten Kindergelds. Mit einer Hand geben, mit der anderen nehmen: Mit Verlaub, das ist eine Farce.

Von Björn Meyer

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