„Maybrit Illner“
Carla Reemtsma: Beachtlicher Auftritt im ZDF

Münster -

Sieben Mal kam Carla Reemtsma, münsterische Klima-Aktivistin, während der 65-minütigen ZDF-Sendung „Maybrit Illner“ am Donnerstagabend zu Wort. Bei ihrer Talk-Premiere hat sich die 20-jährige Studentin beachtlich geschlagen und mit einem guten Konter gepunktet.

Freitag, 29.03.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 29.03.2019, 17:38 Uhr
Im Zwiegespräch war Carla Reemtsma, die in Münster die „Fridays for Future“-Demonstrationen organisiert, vor allem mit CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak.
Im Zwiegespräch war Carla Reemtsma, die in Münster die „Fridays for Future“-Demonstrationen organisiert, vor allem mit CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak. Foto: ZDF / Svea Pietschmann

Unter dem Titel „Jugend demonstriert – Politik ignoriert?“ saß die 20-Jährige zusammen mit CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, YouTuber Felix von der Laden, „Welt“-Herausgeber Stefan Aust und Kabarett-Arzt Eckart von Hirschhausen in einer Gesprächsrunde.

Im Zwiegespräch war Reemtsma , die in Münster die „ Fridays for Future “-Demonstrationen organisiert, vor allem mit CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, weil sie die Politik in der Verantwortung sieht, in Sachen Klima endlich zu handeln. Der 33-Jährige forderte von den protestierenden Schülern, statt bloßem Protest, konstruktive Lösungsvorschläge zu machen. Reemtsma konterte: „Sie haben doch die Beraterstäbe. Wieso erwartet ihr von Schülerinnen und Schülern, dass sie euch erklären, wie ihr die Klimaziele einhaltet, die ihr selbst unterzeichnet habt?“ Das saß. Von den Rängen gab es Applaus.

Ich würde hier nicht sitzen, wenn wir nicht freitags in der Schulzeit auf die Straße gingen.

Carla Reemtsma

Ob es richtig sei, in der Schulzeit zu protestieren, wollte Illner wissen. „Ich würde hier nicht sitzen, wenn wir nicht freitags in der Schulzeit auf die Straße gingen“, antwortete Reemtsma. Und Illners Einladung, einen Vergleich zwischen der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg und dem argentinischer Revolutionär Ché Guevara zu ziehen, lehnte die Studentin ab.

Wir sind gerade dabei, uns als Menschheit abzuschaffen.

Eckart von Hirschhausen

Als Ziemiak sich um mehr Realismus in der Debatte bemühte und darauf verwies, dass man die Klimaproblematik nicht bloß ideologisch angehen könne, sondern auch den Arbeitsplatzerhalt im Blick haben müsse, bekam die nicht mehr ganz so schlagkräftige Reemtsma Unterstützung vom „Scientist for Future“ von Hirschhausen. „Wir sind gerade dabei, uns als Menschheit abzuschaffen. Deshalb rede ich über Menschenplätze statt über Arbeitsplätze.“

Die eigene Politik schöngeredet

Am Morgen nach der – zum Teil hitzig geführten – Debatte bezeichnete Reemtsma die Erfahrung im Studio gegenüber unserer Zeitung als „aufregend“. Maske, Briefing vor der Sendung – das war ein Novum für die Münsteranerin. Sie habe es vor allem spannend gefunden, wie CDU-Mann Ziemiak sich die eigene Politik schöngeredet habe. „Der Auftritt war eine gute Erfahrung und wichtig, um unsere Inhalte noch stärker in die Öffentlichkeit zu tragen“, sagte Reemtsma um kurz vor acht Uhr am Freitagmorgen auf dem Weg zur Berliner Klimademo. Dort will sie beim Aufbau für die Kundgebung helfen.


Auch im Netz wurde viel über die Sendung diskutiert:

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6504500?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Ruhender Verkehr in der Debatte: 110 Autos könnten weg
Doris Krause (M.) nahm die Erfahrungen der Bewohner ins Protokoll auf. Die Verwaltung wollte genau diese speziellen Kenntnisse, um die Parkplatzbewirtschaftung zu verbessern.
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