Landwirte protestieren
Klöckner bei Bauern-Demo: „Es geht um den Schutz des Grundwassers"

Münster -

Ein Berufsstand begehrt auf: 6000 Landwirte aus ganz Deutschland haben am Donnerstag in Münster gegen strengere Auflagen durch die EU protestiert. Konkret geht es um die erneute Verschärfung der Düngeverordnung, durch die die Nitratbelastung im Grundwasser gesenkt werden soll. 

Donnerstag, 04.04.2019, 12:16 Uhr aktualisiert: 04.04.2019, 13:17 Uhr
Landwirte protestieren: Klöckner bei Bauern-Demo: „Es geht um den Schutz des Grundwassers"
Landwirte protestieren am Donnerstag in Münster. Foto: Wilfried Gerharz

Allein aus dem Münsterland waren 1500 Teilnehmer an der von den Berufsverbänden organisierten Kundgebung nach Münster gekommen. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ( CDU ), die anders als Umweltministerin Svenja Schulze der Einladung gefolgt ist, warb um einen Kompromiss. „Es geht um den Schutz des Grundwassers, es geht aber auch um die Zukunft des bäuerlichen Berufsstandes", sagte die CDU-Politikerin bei der Kundgebung auf dem Domplatz.

Pfiffe und Beifall für Klöckner

Sie war zuvor teilweise mit Pfiffen, aber auch vereinzelt mit Beifall begrüßt worden. Klöckner kritisierte eine Doppelmoral in vielen gesellschaftlichen und politischen Debatten. „Landwirte werden pauschal zu Buhmännern gemacht, sind Tierquäler oder Klimakiller. In den Sonntagsreden wird dann aber der Wunsch nach regionalen Produkten geäußert." Aber auch die Landwirte müssten sich ihrer Verantwortung für eine zu hohe Belastung der Böden und des Wassers stellen. „Der Rechtsstreit mit der EU über die Düngeverordnung geht seit 2012, ich habe dieses Problem nur geerbt. Eine Einigung ist auch am Widerstand der Bauernverbände gescheitert."

Landwirte protestieren gegen Dünge-Verordnung

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  • Zahlreiche Landwirte sind am Donnerstagmorgen mit ihren Traktoren nach Münster gekommen, um gegen die geplante Verschärfung der Düngeverordnung zu protestieren.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Auf dem Schlossplatz stellten die Landwirte ihre Fahrzeuge zu Dutzenden ab, um von dort zur Kundgebung auf dem Domplatz zu gehen.

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Mit Schildern untermauerten die Bauern ihre Forderungen. 

    Foto: Pjer Biederstädt
  • Tausende Landwirte sind auf dem Domplatz zusammengekommen. 

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: diverse
  • Foto: Matthias Ahlke
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  • Mit Plakaten und Transparenten in den Händen strömten die Landwirte Richtung Domplatz.

    Foto: Wilfried Gerharz
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  • Landwirte gehen zusammen Richtung Domplatz.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Am Donnerstagmorgen kam es durch die Trecker-Korsos in und rund um Münster zu Verkehrseinschränkungen.

    Foto: Cengiz Sentürk
  • Auch auf dem Ring stockte der Verkehr.

    Foto: Cengiz Sentürk
  • Auf der Steinfurter Straße entwickelte sich stadteinwärts ein längerer Stau.

    Foto: Cengiz Sentürk
  • Viele steuern den Schlossplatz an, von wo aus es zur Demo am Domplatz geht.

    Foto: Cengiz Sentürk
  • Etliche Traktoren kommen am Donnerstagmorgen über die Steinfurter Straße in Münsters Innenstadt.

    Foto: Cengiz Sentürk
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  • Foto: Jürgen Christ
  • Foto: diverse
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  • Julia Klöckner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, beim Pressegespräch auf dem Domplatz.

    Foto: Wilfried Gerharz
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„Eine Trendumkehr wird das nicht bringen"

Konkret kündigte Klöckner an, die 700 Messstellen fachlich und örtlich zu überprüfen, da einige Ergebnisse doch verzerrt dargestellt würden. „Eine Trendumkehr wird das aber nicht bringen." Im Pressegespräch kündigte sie eine Konferenz aller Landwirtschafts- und Umweltminister schon in der kommenden Woche an. Deutschland zahlt seit April erhebliche Strafen wegen des Vertragsverletzungsverfahrens im Zusammenhang mit der Düngeverordnung.

Zuvor hatten sowohl der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, Johannes Röring, als auch sein Amtskollege aus dem Rheinland, Bernhard Conzen, vor einem weiteren Strukturwandel im Bereich der Landwirtschaft durch strengere Auflagen gewarnt.

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