Kampagne der Ordnungspartnerschaft „Sicher durch Münster“
„Kluge Köpfe schützen sich“

Münster -

Die Helm-Tragequote bei erwachsenen Radfahren in Münster liegt unter 20 Prozent. Mit einer Kampagne „Kluge Köpfe schützen sich“ wollen Polizei, Unfallchirurgen und Verbände nun aufklären und für die manchmal lebensrettende Kopfschale auf der Leeze werben.

Montag, 08.04.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 08.04.2019, 08:05 Uhr
Inzwischen gibt es auch Airbags für Radfahrer, dazu ist das Angebot an Helmen riesengroß. Am Samstag informierten (v.l. )Marianne Koch, Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen der Stadt Münster, Gertrud Wietholt (Kinderneurologie-Hilfe), Michael Rathmann (Unfallprävention Polizei), Bürgermeisterin Karin Reismann und Ex-Radprofi Fabian Wegmann zum Auftakt der Kampagne „Kluge Köpfe schützen sich“.
Inzwischen gibt es auch Airbags für Radfahrer, dazu ist das Angebot an Helmen riesengroß. Am Samstag informierten (v.l. )Marianne Koch, Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderungen der Stadt Münster, Gertrud Wietholt (Kinderneurologie-Hilfe), Michael Rathmann (Unfallprävention Polizei), Bürgermeisterin Karin Reismann und Ex-Radprofi Fabian Wegmann zum Auftakt der Kampagne „Kluge Köpfe schützen sich“. Foto: hpe

Gertrud Wietholt von der Kinderneurologie-Hilfe Münster bringt es auf den Punkt: „Fast 100 Prozent aller Menschen schützen ihr Smartphone gegen die Folgen eines Sturzes, nicht mal 20 Prozent der Radfahrer aber ihren Kopf mit einem oft lebensrettenden Helm.“

Bei der Auftaktaktion der auf fünf Jahre angelegten Kampagne „Kluge Köpfe schützen sich“ am Samstag in der Stubengasse setzt die Ordnungspartnerschaft „Sicher durch Münster“ auf Fakten: Jeder vierte der im vergangenen Jahr in Münster verunglückten 863 Radfahrer erlitt schwere Kopfverletzungen, viele davon schwebten wochenlang in Lebensgefahr. Für zwei Radler kam jede Hilfe zu spät.

"Alternativloser" Schutz für Wegmann

Einer, der diese Dramatik hautnah miterlebt hat, ist Ex-Radprofi Fabian Wegmann. „2002 in meiner ersten Profisaison gab es noch keine Helmpflicht, da bin ich noch ohne gefahren. Heute für mich undenkbar“, so der Radrennfahrer. Bei einem Rennen damals auf Mallorca verunglückte sein Nationalmannschaftskollege schwer, als ihm eine Katze ins Laufrad lief. „Er ist seitdem halbseitig gelähmt, auch das hat mich geprägt“, so der 38-jährige Wegmann. Und weil Fahrradhelme im Vergleich zu früher formschöner, bunter, leichter und noch sicherer geworden sind, ist die schützende Kopfschale für Wegmann inzwischen „alternativlos“. Auch, um Vorbild für Kinder und Jugendliche zu sein, so Wegmann am Podium.

Michael Rathmann , Leiter der Verkehrsunfallprävention bei der Polizei Münster, sieht in der Helmtragequote, die bei Erwachsenen in Münster unter 20 Prozent liegt, noch „erheblich Luft nach oben“. In der Schweiz habe man es geschafft, durch Präventionskampagnen die Quote innerhalb von zehn Jahren von 15 auf 50 Prozent zu erhöhen. „Ganz ohne Pflicht, sondern durch Überzeugung“, so Rathmann.

Viele Radler glauben leider, ihnen gehöre die Stadt. Und fahren auch so. Das ist für die anderen gefährlich, mehr Rücksichtnahme ist erforderlich.

Bürgermeisterin Karin Reismann

Für Wietholt gibt es manchmal auch ganz profane Gründe, den Helm nicht aufsetzen zu wollen: „Frauen haben dann plattere Haare, wenn sie den Helm absetzen. Das hält einige ab, ihn zu tragen. Ich sage denen dann immer, der Helm ist dennoch der beste Frisurenschutz. Denn wenn sie ohne ihn verunglücken, ist der Scheitel nie mehr da, wo er mal saß. Und das Gehirn ist nun mal nicht transplantationsfähig.““

Bürgermeisterin Karin Reismann wünscht sich mehr Platz für Radler in Münsters engem Verkehrsraum und gibt zu, manchmal ängstlich auf der Leeze unterwegs zu sein: „Viele Radler glauben leider, ihnen gehöre die Stadt. Und fahren auch so. Das ist für die anderen gefährlich, mehr Rücksichtnahme ist erforderlich“, so Reismann.

Helm gehört zum Pedelec dazu

Die Verkehrswacht will durch Kurse besonders ältere Menschen erreichen, die auf das schnelle Pedelec umsteigen. „Eine Risikogruppe. Je höher die Geschwindigkeit, desto größer die Verletzungsgefahr. Deshalb sollte man trainieren, ehe man im Alter wieder mobil und schnell auf dem Elektrorad unterwegs sein will. Natürlich mit Helm, der gehört beim Pedelec zwingend dazu“, so Christoph Becker von der Verkehrswacht.

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