Zwei strategische Großprojekte
Stadtwerke basteln an ihrer Zukunft

Münster -

Die Stadtwerke basteln an der Zukunft: Ein neues Bus-System soll getestet werden – und der Ausbau des Glasfaser-Systems geht voran. Weitere Stadtviertel profitieren davon.

Mittwoch, 10.04.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 10.04.2019, 19:29 Uhr
Eigentlich zufrieden: Stadtwerke-Aufsichtsratschef Alfons Reinkemeier (l.) und Geschäfsführer Stephan Grützmacher
Eigentlich zufrieden: Stadtwerke-Aufsichtsratschef Alfons Reinkemeier (l.) und Geschäftsführer Stephan Grützmacher Foto: Matthias Ahlke

Die Stadtwerke treiben zwei strategische Projekte mit Hochdruck voran: In einem Pilotversuch soll der Busverkehr der Zukunft, bestehend aus Klein- und großen Metrobussen, getestet werden. Außerdem geht der Ausbau des Glasfasernetzes weiter. Dafür hat der Aufsichtsrat des städtischen Versorgungsunternehmens kürzlich 12,3 Millionen Euro bewilligt.

In Hiltrup soll im kommenden Jahr ein Modellprojekt mit einem Kleinbus-System starten, bei dem die Kunden sich nach Bestellung über eine Smartphone-App an der Straßenecke abholen lassen und später an festgelegten Umsteigepunkten mit Metrobussen auf eigenen Spuren in die Innenstadtstadt fahren können – bestenfalls im Fünf-Minuten-Takt, wie Stadtwerke-Geschäftsführer Stephan Grützmacher vorschwebt.

Wir müssen Verkehr in Münster neu denken.

Stephan Grützmacher, Interims-Geschäftsführer der Stadtwerke Münster

Die Pläne für den Bus auf Bestellung, ein sogenanntes On-demand-System, liegen am Hafenplatz in der Schublade. „Wir brauchen Fördermittel“, betont Grützmacher. Denn der auf drei Jahre angelegte Probelauf des Kleinbus-Systems in den Wohnvierteln ist nicht günstig: Mit rund zehn Millionen Euro wird in diesem Zeitraum kalkuliert. „Wir müssen Verkehr in Münster neu denken.“

Gutes Ergebnis 2018

Einen Überschuss von bis zu elf Millionen Euro erwarten die Stadtwerke für 2018. 6,5 Millionen Euro davon überweist das Unternehmen an den städtischen Haushalt. Das sagte Interimsgeschäftsführer Stefan Grützmacher, der bis September/Oktober das Unternehmen führt. Dann sollen die zwei neu gewählten Geschäftsführer übernehmen.

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Dabei ist dem Stadtwerke-Chef bewusst, dass das „politisch nicht trivial“ ist. Denn wenn eines Tages Metrobusse etwa auf der Hammer Straße eine eigene Spur haben sollen, um die Bürger zügig ins Zentrum zu bringen, fällt für die Autos Platz weg. „Wir können die Fläche nur einmal vergeben.“ Sobald die Förderzusagen von Bund und Land vorliegen, braucht es noch ein Jahr zur Vorbereitung für den Start des Projekts in Hiltrup, heißt es. Avisiert ist nach jetzigem Stand ein Beginn Mitte 2020.

Ausbau des Glasfasernetzes schreitet voran

Schon weiter sind die Stadtwerke dagegen beim Ausbau des Glasfasernetzes. Die flächendeckende Versorgung des Kreuzviertels steht alsbald vor dem Abschluss, ab Sommer ist dann das Hansaviertel dran, weitere Quartiere sollen folgen. „Wir sind erfolgreich vorangekommen“, betont Stadtwerke-Aufsichtsratschef Alfons Reinkemeier. Die Ausbaustrategie nimmt auch die Randbereiche in den Blick, wie der Stadtwerke-Geschäftsführer betont.

Wir brauchen eine Vorvermarktungsquote von 30 Prozent.

Stephan Grützmacher, Interims-Geschäftsführer der Stadtwerke Münster

Als ersten Stadtteil nimmt sich das Unternehmen Amelsbüren vor. „Wir brauchen eine Vorvermarktungsquote von 30 Prozent“, erklärt Grützmacher. In Zusammenarbeit mit der engagierten Bürgerinitiative „Breitband Amelsbüren“ zeigt sich der Stadtwerke-Chef zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen. Mit dieser Quote sei der teuerere Ausbau in den Stadtteilen so gerade wirtschaftlich sinnvoll. Jedes Jahr sollen übrigens weitere folgen.

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