Projekt „Digital mobil in Münster“
Tuchfühlung mit dem Tablet

Münster -

Heutzutage nutzt jeder wie selbstverständlich Smartphone und Tablet. Für acht ältere Damen aus Münster ist das eine unbekannte Welt. Bis jetzt: Nun lernen sie durch ein neues Projekt, selbstständig mit einem Tablet umzugehen.

Freitag, 12.04.2019, 08:30 Uhr aktualisiert: 12.04.2019, 08:50 Uhr
Erwartungsvolle Begegnung mit der digitalen Welt: Die ersten Teilnehmerinnen des Projekts „Digital mobil in Münster“ erhielten beim Projektstart die Leihtablets. Linus Knickenberg (3.v.l.) ist einer der Jugendlichen, die die Damen in den nächsten acht Wochen unterstützen.
Erwartungsvolle Begegnung mit der digitalen Welt: Die ersten Teilnehmerinnen des Projekts „Digital mobil in Münster“ erhielten beim Projektstart die Leihtablets. Linus Knickenberg (3.v.l.) ist einer der Jugendlichen, die die Damen in den nächsten acht Wochen unterstützen.

Elisabeth Hollas (82) hat es „mal versucht – aber gleich wieder bleiben lassen“. Paula Steltenkamp, knapp 81, gibt freimütig zu: „Ich kann gar nichts“, erklärt sie mit sehr erwartungsvollem Blick auf den Bildschirm des Tablets, das sie nun in den Händen hält.

Insgesamt sind es acht ältere Münsteranerinnen, die am Donnerstagnachmittag in einem Besprechungszimmer im Stadtweinhaus versammelt sind. Die Damen teilen eine Erfahrung: Sie haben keinerlei praktische Erfahrung mit der digitalen Welt – wollen aber schrecklich gern mit der Technik, die den Alltag erobert hat, umgehen können.

Hilfe durch neues Projekt

Das jetzt gestartete Projekt „Digital mobil in Münster“ hilft ihnen dabei. Die Kommunale Seniorenvertretung, der Verein „Bürgernetz Münster“ und die Initiative „Taschengeldbörse“ sowie nicht zuletzt die Sparkasse Münsterland Ost helfen ihnen dabei.

Letztere hat die acht Tablets finanziert, die nun immer für acht Wochen älteren Menschen in Münster, die endlich mit dem Tablet umgehen lernen wollen, für die individuelle Nutzung zur Verfügung gestellt werden.

„Digital natives“ zeigen Senioren, wie es geht

Die älteren Herrschaften werden mit den Geräten nicht allein gelassen. Jugendliche aus Münster aus der Generation der „Digital natives“ zeigen ihnen geduldig, wie es geht – bei mehrmaligen Workshops, die das Projekt begleiten. Und sie stehen auch sonst, von der Taschengeldbörse moderat entlohnt, mit Rat und Tat zur Seite.

Beim Projektstart im Stadtweinhaus waren Linus Knickenberg und Paris Saliveros, beide 15 Jahre alt, dabei – und hatten gleich gut zu tun, als die neugierigen Damen die Tablethüllen aufklappten.

Die Seniorenbüros Mauritz und Mauritz Ost haben die ersten Teilnehmerinnen vermittelt, „das Interesse war sehr groß“, berichtet Ursula Clewemann vom Seniorenbüro.

Die acht Pionierinnen des Projekts berichten alle von ähnlichen Erfahrungen: Sie scheuen sich, ihre Kinder und Enkel, sofern vorhanden, mit Fragen zur Handhabung der digitalen Technik zu belästigen, haben dabei auch schon Ungeduld der jüngeren Generation erlebt. Dass das Digitale aber heute selbstverständlich zum Leben gehört, haben die Frauen verstanden.

So öffneten sich beim Projektstart neue Welten. „Kann ich damit auch fotografieren?“ „Und wo ist hier das Internet?“ „Kann man mit dem Tablet auch E-Mails senden?“ Linus und Paris hatten auf alles eine Antwort.

Bis kurz vor Pfingsten dürfen sie die Geräte nun ausprobieren – um sich dann vielleicht selbstständig mit einem eigenen Tablet klarzukommen. Das Projekt soll ab jetzt drei Mal jährlich stattfinden.

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