Neues Verwaltungsgebäude der drei evangelischen Kirchenkreise
1,7 Millionen Euro teurer

Münster -

Die Kosten für den geplanten Bau des Verwaltungsgebäudes der drei evangelischen Kirchenkreise Münster, Steinfurt-Coesfeld-Borken und Tecklenburg am Coesfelder Kreuz werden um rund 1,7 Millionen Euro höher als erwartet ausfallen. Das sorgte in Münster für Gesprächsbedarf.

Montag, 15.04.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 15.04.2019, 21:33 Uhr
Dieser Entwurf diente als Grundlage der Planungen für das neue Gebäude.
Dieser Entwurf diente als Grundlage der Planungen für das neue Gebäude. Foto: Peter Bastian Architekten

Um über die Mehrkosten zu beraten, traten jetzt die Synoden der drei Kirchenkreise jeweils in außerordentlichen Versammlungen zusammen. Am Ende gaben sie positive Voten für die Bewilligung.

„Was uns heute beschäftigt, hat sich angekündigt, oder sagen wir besser: Es stand zu befürchten“, berichtete Superintendent Ulf Schlien laut einer Pressemitteilung in der Erlöserkirche. Mit dem Finanzierungsbeschluss, der 2016 im Zusammenhang mit dem Votum der Synode für einen Verwaltungszusammenschluss getroffen worden sei, komme man nicht hin.

Preissteigerungen im Bausektor

„Die Preissteigerungen im Bausektor, unter denen momentan alle zu leiden haben, die Bauprojekte realisieren wollen, machen uns einen Strich durch die Rechnung“, so Schlien weiter. Auf jeden der drei beteiligten Kirchenkreise entfallen demnach zu den bereits bewilligten Projektkosten von 3,2 Millionen Euro Mehrkosten von knapp 570 000 Euro.

Die Erhöhung der Baukosten hätte entsprechend dem Trend bei der Preissteigerung in der Baubranche auch noch höher ausfallen können, berichtete Schlien. Durch verschiedene Maßnahmen, etwa Einsparungen im Bereich der Fassaden sowie der Haustechnik, habe die Erhöhung eingegrenzt werden können, ohne die Qualität des geplanten Gebäudes einzuschränken.

Kontroverse Diskussion

Die Synodenvertreter in Münster gaben nach einer kontroversen Diskussion schlussendlich in einem Stimmungsbild ein deutliches Votum für die Bewilligung der Mehrkosten.

Es sei nicht unbedingt sehr öffentlichkeitswirksam, wenn man das Gefühl habe, dass Kirche so viel Geld allein für Verwaltung ausgebe. „Aber letztlich ist das, was wir hier tun, auch eine Art Generationenprojekt. Denn die gemeinsame Verwaltung der drei Kirchenkreise am Standort in Münster soll unser Verwaltungshandeln mittelfristig effizienter, spezialisierter, kostengünstiger und letztlich – wenn es sein muss – auch schrumpfungsfähiger machen als eine Einzellösung in eigener Regie für jeden Kirchenkreis“, resümierte der Superintendent, der gleichzeitig Vorsitzender des Verbandes der drei evangelischen Kirchenkreise ist.

Gebäude soll im Sommer 2020 stehen

Nachdem die drei Synoden nun grünes Licht gegeben haben, werde der Generalunternehmer relativ zeitnah mit dem Bau beginnen und ihn voraussichtlich innerhalb von 13 Monaten fertigstellen, sodass das neue Gebäude im Sommer 2020 am Coesfelder Kreuz stehen werde. 

Neue Verwaltung

Im November 2016 hatten alle drei Synoden eine Gesamtsumme von 9,6 Millionen Euro für die Finanzierung des Verwaltungsgebäudes der drei evangelischen Kirchenkreise in Münster beschlossen. Der Verbandsvorstand der Kirchenkreise hatte nach einem Architektenwettbewerb ein Architekturbüro ausgewählt. Dieses legte Planungen und Kostenberechnungen vor. Dann wurde ein Generalunternehmer gefunden.

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