13.866 Freiwillige halfen bei Aktion „Sauberes Münster“
Sperrgut und Plastik trüben die Bilanz

Münster -

Die Resonanz war so groß wie nie: Einen neuen Freiwilligen-Rekord gab es in diesem Jahr bei der Aktion „Sauberes Münster“. Die Bilanz der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster (AWM) zur stadtweiten Frühjahrsputzaktion hat aber auch negative Seiten.   

Dienstag, 16.04.2019, 10:58 Uhr aktualisiert: 17.04.2019, 16:06 Uhr
Die AWM beteiligen sich mit der Aktion „Sauberes Münster“ auch an der europaweiten Aktion „Let’s clean up Europe“. Tina Mai und Patrick Hasenkamp von den AWM inmitten des Abfalls.
Die AWM beteiligen sich mit der Aktion „Sauberes Münster“ auch an der europaweiten Aktion „Let’s clean up Europe“. Tina Mai und Patrick Hasenkamp von den AWM inmitten des Abfalls. Foto: Stadt Münster

Die guten Nachrichten: Die Anzahl der Freiwilligen, die Grünflächen, Parks, Spielplätze und Co. in der Aktionswoche von Abfall befreit haben, hat erneut Rekordniveau erreicht. „13.866 Teilnehmende, die sich bürgerschaftlich für die Stadtsauberkeit stark machen, das ist großartig“, berichtet AWM-Projektleiterin Tina Mai . „Allein die Anzahl der Gruppen ist um 70 gestiegen, insgesamt waren es 380 Kitas, Schulen, Verbände, Vereine und weitere Institutionen. Hinzu kommen zahlreiche Einzelpersonen.“

Über so viel bürgerschaftliches Engagement freut sich auch Oberbürgermeister Markus Lewe , Schirmherr der Aktion, in einer Pressemitteilung. Viele Gruppen haben Tina Mai zudem die Rückmeldung gegeben, dass Münster im Vergleich zu den vorherigen Jahren insgesamt sauberer geworden ist.   

Viel Sperrgut in der Natur entsorgt

Dass dennoch insgesamt 32 Tonnen Abfall zusammengekommen sind, hat einen – und das ist die schlechte Nachricht – sehr unerfreulichen Hintergrund. Die Freiwilligen haben berichtet, dass sie extrem viele große und schwere Sperrgutteile, Elektrogeräte oder ausgediente und noch geschmückte Weihnachtsbäume in der Natur gefunden haben.

Das ist unbegreiflich. Wir bieten in Münster eine monatliche Sperrgut- und Grüngutabfuhr an.

AWM-Betriebsleiter Patrick Hasenkamp

„Das ist unbegreiflich. Wir bieten in Münster eine monatliche Sperrgut- und Grüngutabfuhr an. Außerdem gibt es hier ein dichtes Netz von elf Recyclinghöfen, an denen man den Großteil der Abfälle kostenfrei entsorgen kann“, schüttelt AWM-Betriebsleiter Patrick Hasenkamp den Kopf.  Ebenfalls auffällig: In einigen Waldstücken lagen ganze Ansammlungen von Abfällen, die dort offensichtlich illegal entsorgt wurden.  

Umweltverschmutzung auch durch Plastik

„Wer denkt, dass Umweltverschmutzung durch Plastik in Münsters Landschaften kein Thema ist, liegt falsch“, unterstreicht Mai. Ein Sammler brachte es auf den Punkt: „Es ist schockierend wie viel Plastik wir in der Natur gefunden haben. Man kann sehen, dass sich das Material langsam bis zu einem gewissen Grad zersetzt. Die kleinen Plastikteilchen gehen dann in den Boden über oder gelangen durch Vorfluter in unsere Flüsse und Meere.“

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