SPD sieht sich in der CDU getäuscht
Hickhack in der Bäderdiskussion

Münster-Gievenbeck -

In der Sache sind sich CDU und SPD ja eigentlich einig, es geht letztlich um das „Wo“ und „Wie“. Die Rede ist von einem neuen Schwimmbad für Münsters Westen.

Mittwoch, 17.04.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 17.04.2019, 09:34 Uhr
Über ein Bad für den Westen der Stadt (hier das Hallenbad Kinderhaus) ist eine Diskussion entbrannt.
Über ein Bad für den Westen der Stadt (hier das Hallenbad Kinderhaus) ist eine Diskussion entbrannt. Foto: Franziska Eickholt

Schon vor Jahren forderten die Sozialdemokraten ein Freizeitbad an der Roxeler Straße gegenüber der ehemaligen Oxford-Kaserne. Jüngst stellten die Christdemokraten in der Bezirksvertretung Münster-West einen ähnlichen Antrag . Letztlich ließ CDU-Rats-Fraktionschef Stefan Weber allerdings später verlauten, kein „Juxplantschen auf Kosten des Steuerzahlers“ finanzieren zu wollen.

Ein Widerspruch zum BV-Antrag? Stellt sich die Frage, wer was wann und wo will. Die SPD jedenfalls sieht sich in ihrer Meinung bestätigt. Vor einigen Tagen hatte es die sozialdemokratische Ratsfrau für Gievenbeck, Doris Feldmann , so formulierte: „Eine Nebelkerze, um hier im Westen gut dazustehen.“ Nach der Äußerung Webers sind sie und ihre Parteikollegen weiter überzeugt, dass der Vorstoß der BV-CDU nicht ernst gemeint war .

„Skepsis mehr als berechtigt“

„Unsere Skepsis gegenüber einem anderslautenden Vorstoß der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung West war also mehr als berechtigt“, ergänzt Beate Kretzschmar. Statt „großer Worte“ hätte sich Kretzschmar als SPD-Fraktionsvorsitzende in der BV West gewünscht, „dass die CDU an einem Strang zieht“. Und mit Blick auf die jüngste Ratssitzung sagt sie: „CDU und Grüne glauben immer noch, dass man für ein bedarfsgerechtes Bäderangebot die Öffnungszeiten verlängern und die Wassertemperatur und die Reinigungsintervalle erhöhen muss.“

Feldmann wiederholt den SPD-Standpunkt. Sie fordert ein Bad, das eine Aufenthaltsqualität für Familien bietet und gleichzeitig den wachsenden Bedarfen des Schul- und Vereinsschwimmens entspricht: „Es gibt gute Beispiele dafür, dass sich eine 50-Meter-Schwimmbahn und ein attraktiver Spiel- und Freizeitbereich mit Saunalandschaft gut ergänzen. Und es gibt extrem viel Zuspruch dafür, dieses Konzept endlich auch in Münster umzusetzen.“

CDU will erst Standortfrage klären

Und was sagt Peter Wolfgarten, Fraktionsvorsitzender der CDU in der BV-West? „Wir befinden uns in einem Stadium, in dem wir die Standortfrage klären müssen“, sagt der Christdemokrat. Es sei derzeit viel zu früh, die Art der Nutzung bereits jetzt festzulegen. „Daher haben wir ja auch die Stadt aufgefordert zu prüfen, wo ein neues Bad entstehen könnte.“

In diesem Zusammenhang weist Wolfgarten darauf hin, dass der von der SPD vorgeschlagene Standort an der Roxeler Straße bislang gar nicht in Betracht komme: „Eine derartige Nutzung ist im Bebauungsplan nicht vorgesehen. Eine Änderung würde bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen.“ Sollte die Stadt aber zu dem Entschluss kommen, dass dieser Standort für ein neues Schwimmbad geeignet sei, könnte er sich auch damit durchaus anfreunden.

„Welche Art von Bad letztlich gebaut wird, dass muss die öffentliche Meinung zeigen“, sagt der CDU-Politiker. Auch die CDU sehe die Notwendigkeit eines neuen Bads. Daher habe Stefan Weber auch einen Prüfantrag an die Verwaltung in Aussicht gestellt: „Im einwohnerstarken Westen der Stadt wird nach Ansicht der CDU ein neues Schwimmbad zu prüfen sein.“ Ein entsprechender Antrag ist laut Bezirksvertreter Peter Wolfgarten in Bearbeitung.

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