WN-Abendvisite mit Prof. Dr. Rolf Mesters
Das Blut im Fluss halten

Münster -

Es ist gut, wenn das Blut gerinnt. Sonst würde man ja bei jeder Wunde verbluten. Doch die Gerinnung am falschen Ort zur falschen Zeit kann gravierende Folgen haben.

Mittwoch, 17.04.2019, 16:50 Uhr aktualisiert: 17.04.2019, 16:52 Uhr
Auf großes Interesse stieß der Vortrag von Prof. Dr. Rolf Mesters über Thrombose und Embolie. Die Abendvisite im Vortragssaal der Bezirksregierung wurde von Redakteurin Karin Völker moderiert.
Auf großes Interesse stieß der Vortrag von Prof. Dr. Rolf Mesters über Thrombose und Embolie. Die Abendvisite im Vortragssaal der Bezirksregierung wurde von Redakteurin Karin Völker moderiert. Foto: Matthias Ahlke

Die Zahl spricht für sich: 40 000 Lungenembolien in Deutschland verlaufen tödlich. Pro Jahr. Die Zahl der Menschen, die daran sterben, ist höher als die Zahl der Todesopfer von Brust- oder Prostatakrebs, Aids und Verkehrsunfällen zusammengenommen! Deshalb auch der abschließende Appell, den Prof. Dr. Rolf Mesters am Donnerstag an seine Zuhörer in der Abendvisite richtete: „Warnsignale ernst nehmen, persönliche Risikofaktoren wie Übergewicht oder Rauchen minimieren – und bei ersten Symptomen einen Arzt aufsuchen.“

Zuvor hatte der Leitende Oberarzt aus der Gerinnungsambulanz des Universitätsklinikums Münster zum Thema „Blutgerinnung am falschen Ort“ anschaulich dargestellt, dass Thrombosen und Lungenembolien keineswegs nur ältere Menschen betreffen. Im Gegenteil: Junge Frauen zum Beispiel, die die Anti-Baby-Pille einnehmen, steigern ihr persönliches Risiko um ein Vielfaches und sollten deshalb immer im familiären Umfeld abklären, ob es Vorbelastungen für die Erkrankung gibt. Auch eine Schwangerschaft an sich berge bereits ein Risiko. Prof. Mesters nannte die Tennisspielerin Serena Williams als Beispiel: „Einen Tag nach der Entbindung hat sie eine Lungenembolie erlitten.“  Sie habe es überlebt – die bekannte Moderatorin Stefanie Tücking nicht, die vor einigen Wochen an den Folgen verstorben sei. Kurzatmigkeit, manchmal auch Husten, Brust- und Schulterschmerz, Herzrasen und leichtes Fieber seien Vorboten, die auf die Erkrankung im Vorfeld aufmerksam machen könnten. Eine Computertomographie helfe bei der Diagnostik.

Eine Venenthrombose mache sich zum Beispiel durch Schmerzen in der Wade wie bei einer Zerrung bemerkbar, dazu kämen Schwellungen, Druckempfindlichkeit und eindrückbare Dellen. Mit Hilfe des Ultraschalls könne man dies abklären.

Bei der Behandlung, so Prof. Mesters, gelte für Lungenembolie und Thrombose gleichermaßen ein Ziel: „Die Blutverdünnung optimieren.“ Ob Heparinspritzen oder blutverdünnende Medikamente müsse für jeden Einzelfall abgeklärt und individuell in der Dosierung verabreicht werden. Der Experte wies aber auch daraufhin, dass gerade bei der langfristigen Gabe von Blutverdünnern immer ein Abwägen gelte: „Eine erhöhte Blutungsgefahr gegen das Risiko, dass sich eine Thrombose oder eine Lungenembolie wiederholen können.“ Deshalb sei auch die regelmäßige Kontrolle wichtig.

Ob Betroffene ein Leben lang diese Medikamente nehmen müssten, wollte eine Zuhörerin wissen. „Lebenslänglich gibt es eigentlich nur in der Rechtsprechung“, befand Prof. Mesters. Wichtig sei, den Patienten und die Therapie immer wieder auf den Prüfstand zu stellen. Ähnliches gelte für das Thema Kompressionsstrümpfe: „Wenn sie gut tun, wenn sie helfen, den Blutfluss zu verbessern, dann sind sie wichtig.“ Sie müssten allerdings gut sitzen und dürften keine Druckstellen verursachen.

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