Versicherer geben Tipps für Umgang mit Akkus
Damit das E-Bike nicht Feuer fängt

Münster -

Fälle von brennenden oder explodierenden Akkus von E-Bikes haben Versicherer auf den Plan gerufen. Die Provinzial gibt nun prophylaktisch Tipps, wie man solche Fälle verhindert und wie Schäden reguliert werden.

Freitag, 19.04.2019, 12:00 Uhr
E-Bike-Akkus geben ordentlich Vorschub auf dem Rad. Zur Gefahr werden sie nur, wenn sie nicht richtig gepflegt und gelagert werden.
E-Bike-Akkus geben ordentlich Vorschub auf dem Rad. Zur Gefahr werden sie nur, wenn sie nicht richtig gepflegt und gelagert werden. Foto: dpa

Im Frühling satteln noch mehr Menschen aufs Fahrrad um. Mit dem wachsenden Anteil von E-Bikes steigt auch das Risiko der Versicherer, sich mit Bränden oder Explosionen von Fahrrad-Akkus auseinanderzusetzen. Einige spektakuläre Fälle gingen bereits durch die Medien.

Die Provinzial hat jetzt Empfehlungen für Besitzer von E-Bikes herausgegeben, um solche Schadensfälle rund um die nicht sachgerechte Behandlung von Akkus zu verhindern. „Wenngleich uns bislang in Münster noch keine Schadensfälle bekannt sind“, resümiert eine Sprecherin der Provinzial. Es gehe vor allem um Prophylaxe.

Erste Ladevorgänge beobachten

Der Versicherer bezieht sich mit seinen Empfehlungen auf das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer, das immer wieder Brände verzeichne, „die durch die Akkus der Elektrofahrräder verursacht werden“. Danach können technische Defekte des Akkus zum Beispiel durch niedrige Temperaturen hervorgerufen werden.

Deshalb sollten die ersten Ladevorgänge nach einem kalten Winter in der Garage stets gut beobachtet werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Die Empfehlung lautet, die Lithium-Akkus in einem Raum mit Rauchwarnmelder auf einer nicht brennbaren Unterlage zu laden.

„Neben niedrigen Temperaturen spielen natürlich auch mechanische Beschädigungen, Überladung und zu hohe Temperaturen eine Rolle“, erklärt Mirco Schneider, Leiter der Abteilung Schadenverhütung und Risikoberatung bei der Westfälischen Provinzial. „Bei Temperaturen über 80 Grad besteht die Gefahr, dass die Akkus beschädigt werden oder sogar in Flammen aufgehen.“ Am besten die Akkus zwischen 10 und 30 Grad laden – ist es zu kalt oder zu warm, erhöht sich die Kurzschlussgefahr. In der Winterpause den Akku am besten nur halbvoll geladen lagern.

Kurzschluss verursacht Feuer

Wie kommt es zum Akkubrand? Lithium-Ionen-Akkus haben eine hohe Energiedichte, weshalb sie gut für leistungsstarke Geräte wie E-Bikes, Notebooks oder selbstfahrende Rasenmäher geeignet sind. Bei falscher Handhabung oder Lagerung kann es zum Kurzschluss kommen.

Bei Brand oder Explosion greift die Hausratversicherung, heißt es auf Nachfrage sowohl bei der Provinzial- als auch bei der LVM-Versicherung. Brände bei E-Bike-Akkus „werden analog zu Brandfällen mit Handy-Akkus behandelt“, erklärt LVM-Pressesprecher Carsten Pribyl. Ein vermehrtes Aufkommen von Bränden bei E-Bike-Akkus registriere die LVM-Versicherung bislang aber nicht.

Bei kennzeichnungspflichtigen E-Bikes sind laut Provinzial die Schäden über die Teilkasko-Versicherung der Mopedversicherung abgedeckt.

Bei fachgerechter Nutzung, Lagerung und Pflege seien die Energiespeicher allerdings sicher.

Fahrradtrends 2019

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  • Das Fahrrad ist oft das beste Verkehrsmittel in der Stadt, das muss man nicht mehr erklären. Ebenso wenig, wie sehr das E-Bike die Entwicklung der Räder gehörig anschiebt - von schicken Designs über neue Unterstützungsautomatiken bis zu recycelten Gepäcktaschen gibt es eine Vielzahl an Neuerungen.

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  • Egal, ob E-Bike oder normales Fahrrad, ein Helm bietet Sicherheit im Straßenverkehr. Neuartige Helme bieten besondere Aerodynamik und Belüftung.

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  • Reiseräder werden jetzt oft elektrifiziert angeboten und stecken so die Ziele neu. Dazu gibt’s reichlich Zubehör, für Touren mit Motor und solche ohne.

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  • Roadtrips mit dem E-Reiserad werden immer beliebter.

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  • Sportliche Touren auf Straßen und Feldwegen machen so noch mehr Spaß.

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  • Selbst große Hunde können mitfahren - dank des Fahrradanhängers im XL-Format.

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  • Fahrräder werden technisch immer ausgereifter. So gibt es mittlerweile zum Beispiel Fernlicht für Fahrräder oder schlüssellose Schlösser, die sich per App öffnen lassen.

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  • Dank des neuen „Airless“-Systems muss man sich um den Reifen neuerdings gar keine Gedanken mehr machen. Denn da ein Polyurethan-Einsatz den Luftschlauch ersetzt, ist ein Platten unmöglich.

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  • Falträder sind schon länger bekannt - durch neue technische Entwicklungen können sogar hier E-Motoren integriert werden.

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  • Ein wahrer Grenzgänger zwischen den Kategorien Fahrrad und Kraftfahrzeug ist dieses S-Pedelec-Liegedreirad. Als mehrspuriges Leichtkraftrad muss es neuerdings gesetzlich mit einem Blinker, einer Hupe und einem Ölstand-Kontrollanzeiger für Bremsflüssigkeit ausgestattet sein. Zudem braucht man Helm und Führerschein – und das Rad ein Versicherungskennzeichen.

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  • Früh übt sich, wer ein echter Mountainbiker werden will. Deshalb sollte man Kinder bereits richtig an den Sport heranführen. Dafür gibt es Mountainbikes, die gezielt für Kinder und Jugendliche entwickelt werden.

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  • Und auch beim Mountainbike rückt eine Frage immer mehr in den Fokus: mit oder ohne E? Selbst MTB-Profis nutzen mittlerweile voller Begeisterung die elektrifizierten Räder im Training. Auch erste Wettkämpfe speziell für E-Mountainbikes sind im Kommen.

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