Diskussion über die LEG hält an
Gerichtliche Auseinandersetzungen: Rechtsschutz für Mieter empfohlen

Münster -

Viele LEG-Mieter haben sich in den vergangenen Wochen gemeldet, weil sie Ärger mit dem Wohnungsunternehmen haben. Unsere Zeitung ist verschiedenen Aspekten nachgegangen.

Freitag, 26.04.2019, 13:00 Uhr aktualisiert: 26.04.2019, 13:07 Uhr
Ulla Fahle, Juristin beim Mieterschutzverein Münster, empfiehlt den Mietern des Immobilienunternehmens LEG in Münster eine Rechtsschutzversicherung.
Ulla Fahle, Juristin beim Mieterschutzverein Münster, empfiehlt den Mietern des Immobilienunternehmens LEG in Münster eine Rechtsschutzversicherung. Foto: Oliver Werner

Unterschiedlicher könnte die Einschätzung der Situation kaum sein. Ulla Fahle, Juristin beim Mieterschutzverein Münster, empfiehlt Mietern der LEG in Münster eine Rechtsschutzversicherung. Streitigkeiten wegen Mieterhöhungen oder Nebenkostenabrechnungen gebe es in Münster auch bei anderen Vermietern.

Aber die LEG beschreite vergleichsweise schnell den Weg der „gerichtlichen Klärung“. „Dieser Einschätzung müssen wir eindeutig widersprechen“, erklärt die LEG-Pressesprecherin Judith-Marie Gillies auf Anfrage unserer Zeitung. „Wir haben keinen Anhaltspunkt dafür, dass die LEG klagefreudiger sein soll als andere Wohnungsunternehmen.“

Das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf, dessen Mitarbeiter nach Angaben von Mietern telefonisch kaum erreichbar seien und auf Beschwerden häufig tagelang nicht reagieren würden, übermittelte unserer Zeitung die schriftliche Stellungnahme binnen vier Stunden.

Zahlreiche Reaktionen

In der Ausgabe vom 1. April 2019 berichtete unsere Zeitung über die LEG-Wohnanlage Korte Ossenbeck [WN+], wo die Häuser seit über sieben Monate eingerüstet sind, ohne dass gearbeitet wird. Im Gefolge der Berichterstattung gab es zahlreiche Reaktionen, unter anderem von einer Kinderhauserin, die 21 Jahre Mieterin der LEG war und nach eigenen Angaben zwei Mal verklagt wurde.

Einmal, weil sie sich nach eigenem Bekunden weigerte, für die Kosten einer Dachrinnenreinigung zu zahlen. Ein andermal, weil sie sich weigerte, für die nach ihrer Meinung viel zu stark angehobene Gebäudeversicherungsprämie zu zahlen. In beiden Fällen gewann die Frau, deren Name der Redaktion bekannt ist, den Prozess um die Nebenkostenabrechnung gegen die LEG. Sie hat selbst jahrelang in der Wohnungswirtschaft gearbeitet. „Ich weiß genau, was in meinem Mietvertrag stand und was nicht.“

Schlicht überfordert

Viele andere LEG-Mieter würden eine gerichtliche Auseinandersetzung mit dem Wohnungskonzern aber scheuen, so die Frau weiter. Viele seien auch schlicht überfordert, etwa wenn es um die Kosten für Dichtigkeitsprüfungen, Kabelfernsehen, Gasthermenwartung, Hausmeisterservice oder Winterdienst gehe.

Auch Ulla Fahle kennt zunehmend Beschwerden von Mietern, nicht nur der LEG, weil in der Nebenkostenabrechnung Punkte auftauchen, die früher nicht abgerechnet wurden. Der Umstand, dass viele Mieter Kostensteigerungen schlucken statt kritisch zu hinterfragen, führt die Mieterschützerin auf die eklatante Wohnungsnot zurück: „Der Mieter kann sich nichts anderes suchen.“ Es bleibe für den Fall der Fälle halt nur: die Rechtsschutzversicherung.

Laut Pressesprecherin Gillies gibt es aber eigentlich gar keinen Grund, sich über die LEG-Abrechnungen zu beschweren, da das Unternehmen „durch permanente Kostenoptimierung“ versuche, die „beeinflussbaren Betriebskosten“ zu senken. Auch bei „Mieterhöhungsklagen nach Modernisierungsmaßnahmen“ bewege sich die LEG im „minimalen Bereich“.

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