Auftaktveranstaltung in der Halle Münsterland
CDU und CSU starten in den Europawahlkampf

Münster -

Die Schilder der geladenen Gäste in der Halle Münsterland sind so groß wie die Hoffnung auf den Sieg bei der Europawahl. An den Wänden ziemlich viel Blau, Europablau, erst dann kommen die Farben Schwarz-Rot-Gold, ohne die eine Wahlkampfveranstaltung der Union nicht auskommen kann. Um 13 Uhr geht es los, der offizielle Start der heißen Phase des Europawahlkampfs.

Samstag, 27.04.2019, 12:56 Uhr aktualisiert: 27.04.2019, 17:13 Uhr
Auftaktveranstaltung in der Halle Münsterland: CDU und CSU starten in den Europawahlkampf
Foto: Matthias Ahlke

In der Halle sind ungefähr 2000 Parteianhänger, von CDU und CSU . Die meisten kommen aus der Nähe, aus Nordrhein-Westfalen, wenige aus dem Süden, fast niemand aus dem Norden oder dem Osten. Auf der Bühne sollen NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der bayerische Ministerpräsident Markus Söder und der Spitzenkandidat der europäischen Konservativen, Manfred Weber, die Polit-Show rocken. Doch gerade der CSU-Politiker muss sich die Aufmerksamkeit an diesem Samstag in Münster natürlich teilen mit der noch immer neuen CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer . Für sie ist es die erste große Bewährungsprobe, nachdem sich die Kanzlerin entschlossen hat, sich weitgehend aus dem Wahlkampf herauszuhalten. Heute Abend ist Merkel in Kroatien – auch um zu zeigen, dass die an diesem Tag wirklich keine Zeit hatte, nach Münster zu kommen.

Zuerst versuchen die beiden Generalsekretäre von CDU, Paul Ziemiak, und CSU, Markus Blume, in bester Entertainer-Mentalität die Gemeinsamkeiten der Union herauszustellen. „Paul, es fühlt sich gut an, dass wir wieder gemeinsam in den Wahlkampf ziehen. Wir haben Großes vor“, lobt der CSU-Generalsekretär Blume euphorisch. Vergessen die Streitigkeiten nach der Flüchtlingskrise, das Holzen von Seehofer gegen die CDU, der im letzten Moment vermiedene offene Bruch. Freunde sind es jetzt, gemeinsame Werte, die beiden Partei-Strategen versprühen gute Laune, die nur manchmal ein wenig zu aufgesetzt wirkt.Danach eine kurze Verneigung an das Gestern, ein Statement von Kurt Biedenkopf, den die Partei-TV-Regie im Publikum entdeckt. „Wenn die Stimmung so gut bleibt wie jetzt, ist es gut“, sagt der ehemalige sächsische Ministerpräsident unter dem wohlwollenden Nicken seiner Ehefrau Ingrid.

Einzug zum Song „We are familiy“

Selbst der Einzug der Polit-Stars wird musikalisch untermalt mit dem Song „We are familiy“. Ein wenig dicke aufgetragen, aber die Strategen wissen genau, dass sich gerade in der konservativen Wahlklientel Streit nicht auszahlt. Die Bilder zählen, nichts anderes. Den ersten Auftritt auf der Bühne hat dann NRW-Ministerpräsident Armin Laschet. Er spricht über die Nähe vieler Regionen Nordrhein-Westfalens zu den Niederlanden, zu Belgien. „Da ist so viel Selbstverständliches. Viele arbeiten oder leben an der Grenze, die sie gar nicht mehr merken. Leben über Grenzen.“ Doch Laschet, der seine Herkunft Aachen oft als Argument nutzt, betont neben der Freiheit die Verantwortung für die Sicherheit, die die Sicherheitskräfte wie Polizei oder Bundeswehr ebenfalls über Grenzen garantieren. Und dann der größte Applaus an diesem Mittag. „Dieses schöne Europa, an dem es durchaus einiges zu meckern, einiges zu verbessern gibt, haben wir seit 70 Jahren aufgebaut. Es sichert Frieden, Wohlstand, Freiheit. Und das lassen wir uns von den Populisten nicht kaputt machen.“ Laschet betont die praktische Relevanz für Europa wie zum Beispiel bei grenzüberschreitenden Pflegediensten, wirtschaftlicher Kooperation oder staatlicher Zusammenarbeit wie der Euregio.

CDU und CSU starten Europawahlkampf in Münster

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  • CDU und CSU sind heute in Münster mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung in den Europawahlkampf gestartet.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Vor rund 2000 Parteianhängern in der Halle Münsterland traten unter anderem ...

    Foto: Matthias Ahlke
  • ... CDU-Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer, CSU-Parteichef Markus Söder und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet auf.

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  • Sehen Sie im Folgenden weitere Impressionen aus der Halle Münsterland.

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Um 13.40 dann das erste Auswärtsspiel. Markus Söder spricht über Wohlstand. Der bayerische Ministerpräsident gibt sich europafreundlicher denn je. „Besonders jetzt ist es wichtig, die Gemeinsamkeiten Europas herauszustellen. Die Angriffe von rechts und links sind abzuwehren.“ Söder – als sei nie nichts gewesen – geht erneut auf die CDU zu, breitet seine mächtigen Arme nicht nur symbolisch aus. „Wir müssen die Attacken von gestern vergessen und die Gemeinsamkeiten auch zwischen Annegret und mir betonen. Das macht uns stark.“ Söder – und das ehrt ihn – wird konkret, spricht von den Herausforderungen durch die von China vorangetriebene Seidenstraße oder die enormen Investitionen zum Beispiel in den USA. Im Verhältnis zu den Grünen, die laut Söder von „Medien quasi in den Heiligenstatus geschrieben werden“, setze die Union nicht auf Verbote, sondern auf Innovationen. 

Frieden – das Thema für Kramp-Karrenbauer

Um 14.05 Uhr flimmert der nächste Film von der Leinwand. Europa als Garant für Frieden – das Thema für Annegret Kramp-Karrenbauer. „Frieden ist für mich ganz persönlich immer noch ein Wunder“, sagt „AKK“. Sie erinnert an die Generation ihrer Eltern, für die Calais nicht ein Urlaubsort war, sondern Kampfplatz der Soldaten im Zweiten Weltkrieg. Freiheit als Standard für Staaten, für Menschen – Kramp-Karrenbauer verweist auf die Verhältnisse in China, spricht über Sommercamps, bei denen Jugendliche sich in Europa um die Pflege der Kriegsgräber kümmern. „Wenn wir Ermutigung finden und unseren europäischen Weg weiter gehen, wird auch die nächste Generation in Frieden leben“, sagt die in blauer Hose und weißem Sakko gekleidete Parteivorsitzende. Danach der Auftritt einer jungen Münsteranerin, die ein EU-Interrail-Ticket gewonnen hat und jetzt ihre Erlebnisse der Reise durch Europa erlebt. „Es hat fast nie etwas ausgemacht, aus welchem Land man kommt. Man fühlt sich als Europäer.“

Der Hauptredner des Tages ist aber Manfred Weber. Sein Auftritt wird immer wieder vom Beifall junger CSU-Wahlkämpfer unterbrochen, die in ihren blauen Shirts mit dem Slogan „Power auf Weber Team“ den Spitzenkandidaten begleiten. Der CSU-Politiker, vorher von Söder als Zugpferd der Union und als einziger echter Spitzenkandidat angekündigt, betont den Wert gemeinsamer europäischer Werte und Innovationen zum Beispiel auf dem medizinischen Gebiet.

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