Projekt gegen Insektensterben
Bienen bevölkern das LBS-Dach

Münster -

Zehntausende neue „Arbeitsplätze“ auf dem Dach der LBS: Allerdings nicht für Menschen, sondern für Bienen. In Zeiten zurückgehender Insektenbestände hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze die Schirmherrschaft über die LBS-Bienenvölker übernommen – denn die Lage ist ernst.

Donnerstag, 02.05.2019, 18:00 Uhr
Bundesumweltministerin Svenja Schulze (2.v.r.) hat die Schirmherrschaft über die LBS-Bienenvölker übernommen. Eingerahmt wird sie von Hobbyimkerin Andrea Thonemann sowie LBS-Vorstand Dr. Franz Schlarmann (2.v.l.) und LBS-Vorstandschef Jörg Münning.
Bundesumweltministerin Svenja Schulze (2.v.r.) hat die Schirmherrschaft über die LBS-Bienenvölker übernommen. Eingerahmt wird sie von Hobbyimkerin Andrea Thonemann sowie LBS-Vorstand Dr. Franz Schlarmann (2.v.l.) und LBS-Vorstandschef Jörg Münning. Foto: ohw

Den ersten Honig wird es wohl Ende Mai, Anfang Juni geben, schätzt Andrea Thonemann . Die Hobby-Imkerin, Mitglied im münsterischen Imkerverband, betreut seit Kurzem vier Bienenvölker an einem ungewöhnlichen Ort: auf dem Dach der LBS West an der Himmelreichallee. Aktuell schwirren dort 80 000 Bienen herum, in ein paar Wochen dürften es wohl mehr als 200 000 sein. „Momentan“, sagt Thonemann, „kommen jeden Tag 3000 neue Bienen hinzu.“

In Zeiten immer weiter zurückgehender Insektenbestände ist das eine gute Nachricht – natürlich auch für Bundesumweltministerin Svenja Schulze , die am Donnerstag die Schirmherrschaft über die LBS-Bienenvölker übernommen hat. „Es gibt in Deutschland 560 Bienenarten – doch die Hälfte steht bereits auf der roten Liste“, so Schulze. Weil immer mehr Flächen versiegelt werden, weil Ackerflächen immer intensiver genutzt werden – und weil Pestizide wie Glyphosat den Insektenbeständen immer mehr zusetzen.

Einsatz weiterer Pflanzengifte zurückfahren

Schulze verwies darauf, dass es eine feste Vereinbarung im Koalitionsvertrag gebe, aus der Nutzung von Glyphosat auszusteigen – „und zwar so schnell wie möglich“. Zudem solle auch der Einsatz weiterer Pflanzengifte zurückgefahren werden – in der Landwirtschaft, aber auch in Privathaushalten. Ein entsprechendes Aktionsprogramm habe das Kabinett soeben auf den Weg gebracht, nun befinde es sich zur Abstimmung in den Ministerin.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze über den Kampf gegen das Insektensterben

Zurück auf das Dach der LBS. Die Idee, dort Bienenvölker anzusiedeln, hatte LBS-Mitarbeiterin Tanja Dehlau. Beim Vorstand stieß sie damit sofort auf offene Ohren. Gut möglich, dass demnächst weitere Völker auf das LBS-Dach ziehen werden. Thonemann schätzt, dass jeder Bienenstock rund 25 Kilogramm Honig pro Jahr produzieren wird. Er soll im Mitarbeiterladen verkauft werden.

Name schon gefunden

Auch an die Ministerin werde ein Glas gehen, versprach die Hobby-Imkerin, die in Sichtweite der Bienenvölker arbeitet. Thonemann ist beim Uniklinikum beschäftigt, das ein paar Räume in der LBS-Zentrale angemietet hat.

Einen Namen für den Honig gibt es übrigens auch schon: Er soll „Himmelreichhonig“ heißen. Derweil hofft die Ministerin, dass dem Beispiel der LBS bundesweit weitere Unternehmen – zum Wohle der Bienen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6582316?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Punkteteilung gegen Uerdingen: Preußen bleiben im eigenen Rund ungeschlagen
Fußball: 3. Liga: Punkteteilung gegen Uerdingen: Preußen bleiben im eigenen Rund ungeschlagen
Nachrichten-Ticker