Initiative Weitblick
1000 Mitglieder sorgen für Bildung in aller Welt

Münster -

Die Studierendeninitiative Weitblick sorgt für Bildung in aller Welt. Zum Beispiel im westafrikanischen Benin, wo jetzt wieder neue Grundschulen eingeweiht wurden. Aber Weitblick hilft auch vor Ort in Münster.

Sonntag, 05.05.2019, 14:00 Uhr
Hier legen die „Weitblicker“ aus Münster den Grundstein für eine weitere Grundschule in Benin. Vorn hockend (.v.r.) Laura Bednarowicz und Klara Podzuweit.
Hier legen die „Weitblicker“ aus Münster den Grundstein für eine weitere Grundschule in Benin. Vorn hockend (.v.r.) Laura Bednarowicz und Klara Podzuweit. Foto: Weitblick

Quietschgelb, türkis, pink: Klara Podzuweit und Laura Bednarowicz fanden die einheitlich geschneiderten knallbunten Kleider, die ihnen zum Empfang von den Gastgebern geschenkt wurden, zuerst etwas gewöhnungsbedürftig. Ungewöhnlich ging es für die beiden Studentinnen der Uni Münster und sieben weitere Aktive der Gruppe Weitblick Münster bei ihrer sogenannten Präsenzreise nach Benin auch weiter.

Das kleine westafrikanische Land ist eines der Hauptziele der Aktionen der Initiative Weitblick, die sich die Förderung von Bildung in aller Welt auf die Fahnen geschrieben hat. Jetzt ging es beim von jedem Teilnehmer selbst finanzierten Besuch vor Ort darum, den „Spirit“ aus Benin nach Münster zu holen, erklärt Laura Bednarowicz. Die Master-Studentin im Fach Humangeografie ist, ebenso wie Jurastudentin Klara Podzuweit im Vorstand von Weitblick aktiv.

Mit der Arbeit etwas bewegen

In Benin waren sie jetzt drei Wochen lang unterwegs, das Programm war dicht. Es galt die zehnte und elfte von Weitblick Münster in Benin finanzierte Grundschule zu eröffnen, Grundsteine für zwei weitere Grundschulen zu legen, Gespräche mit den Projektpartner zu führen, aber auch Land und Leute kennenzulernen.

Laura Bednarowicz und Klara Podzuweit, inzwischen wieder zurück im deutschen Studienalltag, die Kleidung in unauffälligen Farben, bekommen leuchtende Augen, wenn sie von Benin erzählen. Sie sind beide schon über Jahre bei Weitblick aktiv – und „konnten nun sehen, dass wir mit unserer Arbeit hier etwas bewegen“, wie sie sagen.

Viele Schulen gebaut

Die Weitblick- Schulen, die in Zusammenarbeit mit der Non-Governmental Organisation (NGO) ESI gebaut werden, sind immer baugleich: Drei große Klassenräume eine Veranda, ein Lehrerzimmer, Baukosten 34 000 Euro. In den Dörfern, wo sie entstehen, gibt es meistens schon einen Schulbetrieb, erzählt Laura Bednarowicz, Beispiel Godohou: Die dortige Schule war bisher eine Lehmhütte, das Dach aus Palmwedeln. Sobald eine Schule fertig ist, wird die dem Staat Benin übergeben, der dann den Betrieb übernimmt.

Weitblick Münster hat in gut zehn Jahren neben den elf Grundschulen auch eine weiterführende Schule gebaut sowie den Ausbau der Universität Abomey Clavi ermöglicht. Von dort kommen jedes Jahr Stipendiaten aus Benin nach Münster – die Weitblicker tragen die Kosten für Unterkunft, Lebenshaltung und Reise.

Rund 1000 Mitglieder

Mittlerweile hat Weitblick Münster rund 1000 Mitglieder, jedes Semester werden es mehr. Rund 150 sind aktiv. Die Studierenden-Initative, in der auch Nicht-Studierende und Menschen jeden Alters willkommen sind, arbeitet inzwischen an 17 Hochschulstädten bundesweit. In Münster bildete sich die Keimzelle, als der frühere Student Andreas Pletziger die Initiative gründete: Er wollte Studierenden die Möglichkeit geben, soziale Verantwortung zu übernehmen und sich für Bildung in aller Welt zu engagieren.

Weitblick Münster unterstützt inzwischen neben Benin auch Projekte in Madagaskar, Kambodscha, Indonesien, Honduras und auch zu Hause in Münster, wo Studierende Patenschaften für Grundschulkinder übernehmen.

Das Engagement zieht ganz weite Kreise: Was Laura Bednarowicz und Klara Podzuweit besonders freut: An der von Weitblick ausgebauten Uni in Benin hat sich jetzt die erste Weitblick-Gruppe Afrikas gegründet.

Engagement für Weitblick

Um die Schulbauten und Bildungsprojekte zu finanzieren, organisieren die Weitblicker Spendenläufe, verkaufen Kuchen bei Uni-Veranstaltungen, organisieren den Science-Slam, Konzerte, Bildungsveranstaltungen und Theaterabende der eigenen Gruppe. So viel Engagement macht Eindruck, weshalb der Initiative auch größere Spenden zufließen: Von Unternehmen, auch von Prominenten. So verkauft etwa die Bäckerei Tollkötter ein „Bildungsbrot“ – von jedem Laib fließen 50 Cent an Weitblick. Mitglied der münsterischen Gruppe ist auch der Fußballer Mario Götze – er spendet jährlich 10 000 Euro für die Weitblick-Projekte.

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