Erst Hygienemängel, dann Pächter gekündigt
„Düesbergklause“ steht vor einem Neuanfang

Münster -

Doppelschlag für die Traditionsgaststätte „Düesbergklause“. Erst stellte die Stadt Hygienemängel fest, dann wurde dem Pächter gekündigt. Seit ein paar Wochen ist sie nun bereits geschlossen.

Samstag, 04.05.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 04.05.2019, 15:36 Uhr
Die Düesbergklause ist seit März geschlossen.
Die Düesbergklause ist seit März geschlossen. Foto: Matthias Ahlke

Am 22. September 1992 streifte der Mantel der Geschichte die „Düesbergklause“. Michail Gorbatschow , wenige Monate zuvor noch Staatspräsident der Sowjetunion, schaute mit seiner Frau Raissa in der Traditionskneipe am Kappenberger Damm auf ein Bier vorbei. Der damalige Bundeswirtschaftsminister Jürgen W. Möllemann, ein Münsteraner, und seine Frau Carola hatten die Gorbatschows in ihre Lieblingskneipe eingeladen.

Hygienemängel festgestellt

27 Jahre sind seit dem denkwürdigen Besuch vergangen. Zuletzt erlebte die „Düesbergklause“ mehrere Pächterwechsel. Dann der Tiefpunkt in diesem Februar: Die Lebensmittelüberwachung der Stadt Münster stellt in der Gaststätte umfassende Hygienemängel fest. Dies bestätigte am Freitag der städtische Mitarbeiter Dr. Giovanni Serra, ohne weitere Details zu nennen.

„Der Pächter bekam einen Tag Zeit, die Hygienemängel abzustellen. Weil das nicht in ausreichendem Maße geschah, veranlassten wir am Tag darauf die Schließung.“ Einen weiteren Tag später waren die Hygienemängel laut Serra behoben, die Behörde gab grünes Licht für eine Wiedereröffnung.

1992 tranken in der „Düesbergklause“ Michael Gorbatschow und Jürgen W. Möllemann ein Bier.

1992 tranken in der „Düesbergklause“ Michael Gorbatschow und Jürgen W. Möllemann ein Bier. Foto: Matthias Ahlke

Der nächste Schlag

Doch schon bald ereilte die Traditionsgaststätte der nächste Schlag. Der Inhaber der Immobilie trennte sich vom Pächter. Dies habe nichts mit den zuvor festgestellten Hygienemängeln zu tun gehabt, heißt es vom Eigentümer – „sondern ausdrücklich mit der Person des Pächters“. Zu den Details will sich der Inhaber nicht äußern.

Seit ein paar Wochen ist die „Düesbergklause“, die nach dem Besuch von Michail Gorbatschow zu bundesweiter Bekanntheit gelangte, geschlossen. Die Suche nach einem neuen Pächter dauerte allerdings nicht lange. Nach Angaben des Eigentümers gab es gleich mehrere Interessenten, „es ist ja sonst nicht mehr viel Gastronomie im Viertel“.

Neuöffnung Ende des Monats

Mittlerweile haben Umbauarbeiten begonnen. Nachdem die Gaststätte in den vergangenen Jahren regelrecht „heruntergewirtschaftet“ wurde, wie ein Insider zu berichten weiß, soll sie künftig wieder an jene Zeiten anknüpfen, als sich hier auch ehemalige Staatspräsidenten wohlfühlten.

Bis Ende des Monats, so das Ziel, soll die „Düesbergklause“ unter neuer Führung wieder öffnen. Dann können Besucher auch wieder die Messingplakette bewundern, die nach dem Besuch von Michail und Raissa Gorbatschow in der Gaststätte am Kappenberger Damm angebracht worden war.

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