Wissensimpulse: Florian Mück erklärt die Kunst der Rede
Der Ball muss rein

Münster -

Gute Reden zu halten, andere Menschen zu überzeugen, in harten Debatten argumentativ die Oberhand zu behalten: Viele Menschen denken, all das habe etwas mit angeborenem Talent zu tun. Die Kunst der Rede ist allerdings Technik und Training – wie Rhetorik-Experte Florian Mück bei den WN-Wissensimpulsen erläuterte.

Dienstag, 07.05.2019, 21:00 Uhr
Live-Auftritt: „Wer singt in einem Chor?“ fragte Florian Mück (l.) das Publikum. Dr. Lars Algermissen (r.) meldete sich und ließ sich von dem Rhetorik-Experten überzeugen, einen Schlager anzustimmen.
Live-Auftritt: „Wer singt in einem Chor?“ fragte Florian Mück (l.) das Publikum. Dr. Lars Algermissen (r.) meldete sich und ließ sich von dem Rhetorik-Experten überzeugen, einen Schlager anzustimmen. Foto: Hubertus Kost

Rhetorische Fähigkeiten? Na klar, die sind angeboren. Sagt man so. Zum Beispiel Humor oder Körpersprache. „Stimmt nicht,“ sagt Florian Mück , denn „Rhetorik ist Technik“ – ganz überwiegend jedenfalls. Und die kann man lernen. Wie das geht? Mit Hilfe einiger Regeln, die der internationale Rhetorik-Experte am Montagabend den 192 Besuchern („Nennen Sie nie eine runde Zahl“) der Veranstaltung „Wissensimpulse“ in der Cloud am Germania-Campus vermittelte.

Mück wählt die sportliche Variante der Kommunikation. Seine Botschaft ist: „Der Ball muss rein!“ Ins Tor selbstverständlich, in seinem Vortrag bedeutet das: ins Ziel. Und das heißt, Menschen von einer Botschaft zu überzeugen.

Eine Rede braucht eine Botschaft.

Florian Mück

Rhetorik ist die Redekunst und die Lehre von der wirkungsvollen Gestaltung der Rede. So steht es im Lexikon. „Eine Rede braucht eine Botschaft,“ erläutert Florian Mück. Natürlich nicht nur. Auch eine Einleitung und einen Schluss. Hört sich einfach an, gelingt aber nicht auf Anhieb, sondern muss trainiert werden.

Eine Rede braucht deshalb Regeln, dazu gehört Struktur. Der Experte nennt drei Elemente als Handlungsanweisung: Erster Satz plus Botschaft plus Wegweiser. Der erste Satz sollte niemals damit beginnen, dass man heute gern hierher gekommen sei und sich freue und so weiter. Zum Beispiel mit einem ganz aktuellen kleinen Erlebnis beginnen. Die Botschaft: Zahlen, Daten, Fakten mit Zitaten, Expertenmeinungen, anschaulichen Bespielen verbinden.

Weniger ist oft mehr

Und der Wegweiser? Der darf zum Beispiel nicht heißen: „Es gibt ein paar gute Gründe“, sondern: „Es gibt drei Gründe“. Drei Argumenten aus einem Vortrag könne sich jeder gut merken, auch bei Reden gelte: Weniger ist oft mehr. Außerdem: „Das Publikum vermisst nichts, was es nicht hört.“

Wichtig sind auch die Werkzeuge, mit deren Hilfe die Botschaft unterstützt wird und „rüber kommt“: Florian Mück nennt Glaubwürdigkeit, Emotionen, eine „offene Körpersprache“, Visionen, Humor, persönliche Geschichten. Und auch: „Spannung aufbauen, authentisch sein und Leidenschaft vermitteln.“

Gibt es eine goldene Regel der Rhetorik? „Nein,“ sagt Florian Mück. Also trainieren und sich auch „was zutrauen“. Damit ist der Rhetorik-Experte wieder beim Sport: „Der Ball muss rein.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6595817?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F
Erste Velo-Route kommt
Die Stadt Münster setzt die erste Velo-Route um. 
Nachrichten-Ticker