Aufstand der Frauen
„Maria 2.0“ startet einwöchigen Streik

Münster -

Überall solidarisieren sich Frauen mit der Kampagne, die in der münsterischen Kirchengemeinde Heilig Kreuz gestartet ist – von Hamburg bis Ulm, von Berlin über Kassel bis Stuttgart. Die Frauen von Maria 2.0 haben eine Lawine losgetreten. Schwerpunkt ist das Bistum Münster.

Donnerstag, 09.05.2019, 06:34 Uhr aktualisiert: 09.05.2019, 07:16 Uhr
Wollen mehr mitreden: Gaby Reimann, Maria Terbeck, Barbara Richter-Hoffschlag, Reinhilde Riesenbeck, Judith Everding, Barbara Issel, Elisabeth Jansen und Ute Albrecht vom Vorstand des kfd-Diözesanverbandes Münster.
Wollen mehr mitreden: Gaby Reimann, Maria Terbeck, Barbara Richter-Hoffschlag, Reinhilde Riesenbeck, Judith Everding, Barbara Issel, Elisabeth Jansen und Ute Albrecht vom Vorstand des kfd-Diözesanverbandes Münster. Foto: Andrea Niemann

Mit-Initiatorin Andrea Voß-Frick sagt wenige Tage vor der geplanten Mahnwache am Sonntag vor dem Dom in Münster: „Unsere Ideen haben sich viel mehr ausgebreitet, als wir ahnen konnten. Da tut sich sehr viel, aber wir haben überhaupt keinen Überblick mehr, wo.“

Radikale Erneuerung der katholischen Kirche

Auch die katholische Frauengemeinschaft (KFD) im Bistum Münster unterstützt die Initiative. Beide fordern unter anderem eine „radikale Erneuerung der katholischen Kirche und den Zugang von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern“, dass Missbrauchstäter und Vertuscher keine Ämter in der Kirche bekommen und Täter „selbstverständlich an weltliche Gerichte“ übergeben werden sowie die Kirche mit den Strafverfolgungsbehörden kooperiert.

Macht, Partizipation und Sexualmoral

Auf Anfrage unserer Zeitung teilte die bischöfliche Pressestelle zu der Initiative mit: „Die Deutsche Bischofskonferenz hat auf ihrer letzten Vollversammlung in Lingen beschlossen, einen synodalen Weg als Kirche in Deutschland zu gehen. Hierbei werden unter anderem die Fragen thematisiert werden, die auch die Initiative Maria 2.0 stellt: Macht, Partizipation und Gewaltenteilung in der Kirche, die Sexualmoral der Kirche und die priesterliche Lebensform.“

Bischof Felix Genn sei zu diesen Fragen im Dialog mit verschiedenen Frauenverbänden im Bistum. Zu der konkreten Aktionsform der Initiative äußert sich das Bistum ausdrücklich nicht.

Wir machen die Realität der Frauen in der Kirche sichtbar, dass Frauen ausgeschlossen sind.

Andrea Voß-Frick

Einwöchiger Streik

Mit der Mahnwache beginnt ein einwöchiger Streik, bei dem die teilnehmenden Frauen keine Kirche betreten und keine Dienste verrichten wollen. Sie gestalten Gottesdienste auf den Gemeindeplätzen und vor den Kirchen. „Wir machen die Realität der Frauen in der Kirche sichtbar“, sagt Andrea Voß-Frick. „Dass Frauen ausgeschlossen sind.“

Infos

Während der bundesweit stattfindenden Aktionswoche „Maria 2.0“ vom 11. bis zum 18. Mai wollen Frauen in vielen Kirchengemeinden mit Veranstaltungen außerhalb kirchlicher Räume auf verschiedene Anliegen aufmerksam machen. In Münster beginnt der Streik mit einer Mahnwache vor dem Dom am Sonntag (12. Mai) um 11 Uhr.

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