Grüne stoppen Masterplan
Heftige Debatte über Verkehrssituation im Hansaviertel

Münster -

In der Bezirksvertretung Münster-Mitte gab es heftige Kritik der Grünen an der Verkehrssituation im Hansaviertel. Bei der Abstimmung setzten sie sich auch durch.

Donnerstag, 09.05.2019, 08:00 Uhr
 Dass die Planer auf einen Neubau der Bahnunterführungen an der Hafenstraße setzen, um die Verkehrssituation im Hansaviertel zu entschärfen, erregte die Gemüter.
 Dass die Planer auf einen Neubau der Bahnunterführungen an der Hafenstraße setzen, um die Verkehrssituation im Hansaviertel zu entschärfen, erregte die Gemüter. Foto: kaj

Die letzte Entscheidung liegt nicht bei der Bezirksvertretung Mitte, sondern beim Rat. Und das „Nein“ in der Abstimmung kaum auch nur zustande, weil in den Reihen der CDU einige Kommunalpolitiker fehlten.

Gleichwohl bot die Sitzung der Bezirksvertretung Münster-Mitte am Dienstagabend einen guten Vorgeschmack auf die kontroversen Debatten, die in den kommenden Wochen zur Verkehrssituation im Hansaviertel zu erwarten sind.

Die Grüne jedenfalls fuhren schwere Geschütze auf. Sie hielten das von Stadtbaurat Robin Denstorff vorgelegte Verkehrskonzept nicht ansatzweise für geeignet, um die viel kritisierten Verkehrs- und Lärmprobleme im Hansaviertel zu lösen. Gerwin Karafiol sprach von „Augenwischerei und Flickschusterei“, Dr. Stephan Nonhoff von einer „total verkorksten Situation“.

Die Stadt lässt das Hafen- und Hansaviertel mit dem Verkehr allein.

Marita Otte, Sprecherin der SPD in der BV Mitte

Auch Marita Otte, die Sprecherin der SPD in der BV Mitte, bewertete den aktuellen Zustand als untragbar: „Die Stadt lässt das Hafen- und Hansaviertel mit dem Verkehr allein.“

Teilweise hatten die Debattenbeiträge eine Schärfe, dass sich CDU-Vertreter Dr. Linus Tepe veranlasst sah, dazwischenzugehen: „Es ist nicht redlich, so auf der Stadtverwaltung herumzuhacken.“

Neue Bahnunterführungen statt Nadelöhr

„Opfer“ der grünen Attacken waren der Städteplaner Andreas Leifken und der Verkehrsplaner Ralf Renkhoff. Sie stellten ein Verkehrskonzept vor, dass einerseits die derzeit gesperrte Theodor-Scheiwe-Straße für entbehrlich erklärt, andererseits stark darauf setzt, dass an der Hafenstraße neue Bahnunterführungen gebaut werden und damit das dortige Nadelöhr verschwindet. Davon verspricht man sich eine Entlastung der Kreuzung Hafenstraße/Albersloher Weg/Bremer Straße/Hansaring.

Ein sichtlich erregter Karafiol rief daraufhin in den Raum: „Das ist doch keine Lösung.“ Kurzfristig würden nur restriktive Maßnahmen zur Verringerung des Autoverkehrs, besonders auf dem Albersloher Weg, zu einem positiven Ergebnis führen.

Renkhoff erwiderte, dass der Albersloher Weg eine der zentralen Hauptstraßen zur Bewältigung der Verkehrsströme in Münster sei.

Keine Mehrheit für Ratspapier

Am Ende bekam das Rats­papier „Fortschreibung Masterplan Stadthäfen Münster“ keine Mehrheit in der Bezirksvertretung. Die Grünen überstimmten die FDP und die arg dezimierte CDU, die SPD enthielt sich der Stimme. Weiter geht die Debatte am 16. Mai im Planungsausschuss.

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