Erneuerungen an der Hafenstraße
„Brücken halten nur noch 20 Jahre“ - Stadt sieht Bahn unter Zugzwang

Münster -

In die Planung neuer und breiterer Unterführungen an der Hafenstraße könnte Bewegung kommen. So sieht es jedenfalls die Stadt Münster. Ihr Argument: Die Brücken halten nicht mehr lange.

Donnerstag, 09.05.2019, 08:20 Uhr
Die Unterführungen an der Hafenstraße müssen nach Angaben der Stadt von der Bahn erneuert werden. Dadurch ergäbe sich die Chance einer Umgestaltung.
Die Unterführungen an der Hafenstraße müssen nach Angaben der Stadt von der Bahn erneuert werden. Dadurch ergäbe sich die Chance einer Umgestaltung. Foto: Matthias Ahlke

Seit Jahrzehnten wird in Münster über die Bahnunterführungen an der Hafenstraße diskutiert. Möglicherweise kommt jetzt Bewegung in die Frage, ob man dieses Nadelöhr nicht weiten kann.

„Die beiden Brücken halten nur noch 20 Jahre“, erklärte der städtische Verkehrsplaner Ralf Renkhoff in der Sitzung der Bezirks­vertretung Mitte. Die An­lagen seien über 100 Jahre alt und müssten perspektivisch erneuert werden. Das biete einen Ansatz, um bei der Gelegenheit auch für eine bessere verkehrliche Verbindung zwischen der Innenstadt und dem Hafenviertel zu sorgen. „Für alle Verkehrsteilnehmer ist die aktuelle Situation unbefriedigend.“

Über­legungen der Stadt

Eine Neugestaltung der Unterführung an der Hafenstraße ist Teil der von Stadtbaurat Robin Denstorff vorgelegten Fortschreitung des „Masterplans Stadthäfen Münster.“ In dem Papier, das am 22. Mai vom Rat ver­abschiedet werden soll, heißt es: „Bis 2035 ist der Ausbau des Albersloher ­Weges, einschließlich der Bahnunterführungen, notwendig, um langfristig ausreichende Verkehrsqualitäten sicherzustellen.“

Seit Jahren gibt es Über­legungen der Stadt Münster, den Albersloher Weg kurz vor der Kreuzung mit Hafenstraße, Bremer Straße und Hansaring nach links zu verschwenken und unter den Bahngleisen hindurch in Richtung Hafenstraße zu führen – wie eine Art ab­biegender Vorfahrt. Ganz früher gab es überdies die Überlegung, die Gleisstränge oben zu bündeln, so dass nur noch eine einzige Unterführung erforderlich wäre.

Auf Nachfrage erklärte Renkhoff, dass es keine konkreten Verhandlungen mit der Bahn in der Angelegenheit gebe. Wohl aber habe die Stadt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.

Kommentar

Nadelöhr Hafenstraße: Das Problem ist jetzt da

Bremse oder Beschleuniger? Die von der Stadt Münster kolportierte Information, dass die Deutsche Bahn aus Gründen der Instandhaltung die beiden großen Brücken an der Hafenstraße innerhalb der kommenden 20 Jahre neu bauen muss, hat durchaus das Potenzial, die Verkehrsdebatte rund um den Hauptbahnhof zu beleben.

Bislang scheiterten sämtliche Versuche zur Beseitigung dieses Nadelöhrs, das alle Verkehrsteilnehmer – Autofahrer, Busfahrgäste, Radler und Fußgänger – ob seiner Enge unbefriedigt zurücklässt. Jetzt könnte es sein, dass die Bahn in die Planung eines Neubaus einsteigen muss. Die Sperrung einer so zentral gelegenen Gleisverbindung in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof wird sie wohl kaum in Kauf nehmen.

Ungeachtet dessen ist die Gefahr sehr groß, dass die Stadt Münster die vielfach geforderte Lösung der Verkehrsprobleme im Hansaviertel an eine Großinvestition knüpft, von der niemand weiß, wann sie kommt und was sie bewirkt. Die Probleme sind jetzt da – eine Lösung in 20 Jahren ist keine Lösung.

von Klaus Baumeister

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