Prozess am Landgericht
Einbrecher zu umfassenden Geständnissen bereit

Münster -

Um ihren Drogenkonsum zu finanzieren, brachen zwei aus Serbien stammende Männer laut Anklage regelmäßig in münsterische Wohnungen ein. Die Beweislast ist drückend, zwei Geständnisse liegen in der Luft . . .

Mittwoch, 08.05.2019, 20:30 Uhr aktualisiert: 08.05.2019, 20:42 Uhr
 
  Foto: dpa

Die Ziele: Erdgeschosswohnungen in Mehrfamilienhäusern, gerne mit Balkon auf der Rückseite. Die Methode: Türen auf­hebeln, Fenster eindrücken, Scheiben einschlagen. Die Beute: Bargeld am liebsten. Weil das jedoch nicht überall in nennenswerter Menge ­herumliegt, nahmen die Einbrecher alles mit, was sich ­irgendwie zu Geld machen ließ. Schmuck, Uhren und Tablets beispielsweise. Aber auch Schuhe, halbleere Parfümflaschen, den Dienstausweis einer Sicherheitsfirma, eine „Final Fantasy“-Spiel­figur oder einen „Transformers“-Adventskalender.

Wer stiehlt denn so was? Drogenabhängige, die dringend Stoff brauchen. Der Staatsanwalt wirft zwei aus Serbien stammenden Männern vor, von Januar bis Dezember 2018 zwölf Mal in münsterische Wohnungen eingebrochen zu sein, vorzugsweise in Gremmendorf und Hiltrup. Die beiden – Onkel (45) und Neffe (32) – konsumierten Heroin, Kokain und manches andere. Dafür benötigten sie jeden Monat mehrere Tausend Euro.

Allzu professionell scheinen die mutmaßlichen Täter bei ihren Einbrüchen nicht vorgegangen zu sein. Die Polizei sah sich gründlich in der fraglichen Gegend um, observierte die Ver­dächtigen – und stürmte schließlich die gemeinsame Wohnung in Bahnhofsnähe, in der sich massenweise Diebesgut befand. Seit Dezember sind die beiden in Haft. Der Staatsanwalt beziffert den Gesamtwert der Beute auf 24 000 Euro.

Die beiden Angeklagten zeigten sich vor dem Landgericht, wo am Mittwoch ihr Prozess eröffnet wurde, zunächst wenig aufgeschlossen. Der Jüngere, der vor Kurzem zum vierten Mal ­V ater geworden war, schien im Prinzip gesprächsbereit. Der Ältere gab eine einzige Tat zu – und hüllte sich ansonsten in Schweigen. Das Diebesgut in seiner Wohnung stamme vom Flohmarkt, behauptete er; er finanziere seine Sucht mit An- und Verkauf.

Im Ernst? Der Richter machte beiden klar, dass ­angesichts der Beweislage und der nicht vorhandenen Milderungs­umstände ein Geständnis angebracht wäre. Dann könnte man sich vorab auf ein Strafmaß verständigen. Darauf ließen sich die beiden ein. Der Deal: Nach einem lückenlosen Geständnis müsste der vorbestrafte Ältere mit etwa viereinhalb, der Jüngere mit etwa zweieinhalb Jahren Gefängnis rechnen.

Der Prozess wird am Montag (13. Mai) fortgesetzt.

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